Hauskatze
Heilige Birmakatze
Sandkatze
Eurasischer Luchs
Gepard
Hauskatzen am Topkapi

Die Katze in Amerika

Erste menschliche Besiedelung

Wann genau die Katze in Amerika heimisch wurde, ist unklar.

Die ersten menschlichen Bewohner des großen Doppelkontinents dürften etwa 11.500 bis 15.000 Jahre vor Christus über die damals noch vorhandene Landbrücke der Behringstraße aus Asien (Ostsibirien) eingewandert sein. - Zu dieser Zeit gab es allerdings noch keine Hauskatzen.

Interessant ist, dass sich - genetischen Untersuchungen zur Folge - die damaligen Einwanderer bereits etwa 10.000 Jahre früher genetisch von den Asiaten "abgespalten" haben müssen. Eine solche Abspaltung würde allerdings ein Leben in genetischer Isolation voraussetzen, was im östlichen Sibirien kaum möglich gewesen sein dürfte. Dies wirft die Frage auf, wo denn diese Menschen sich in der Zwischenzeit aufgehalten haben?

Amerikanische Wissenschaftler kamen bei der Untersuchung der vorstehenden Fragen zu dem Ergebnis, dass das Gebiet der Behringbrücke damals entgegen der bisherigen Vermutung nicht karg und lebensfeindlich, sondern über eine Größe von etwa 1.600 km Breite und fast 5.000 km Länge nahezu eisfrei und sogar mit Büschen und Bäumen bewachsen gewesen sein muß. Beringia, wie dieses Gebiet heute bezeichnet wird, hatte zudem wohl ein relativ mildes Klima und bot mit Herden von Mammuts und Bisons einen guten Lebensraum.

Als Beringia (die Landbrücke zwischen Asien und Amerika) durch den steigenden Meeresspiegel unterging, zogen die Menschen, den wilden Herden folgend, weiter nach Osten und schließlich zunächst entlang der Küste des Pazifiks nach Süden.

Untergang Beringias

Mit dem Untergang Beringias durch den steigenden Meeresspiegel mit Ende der letzten Kaltzeit, war der Landweg nach Amerika abgeschnitten. Seit dieser Zeit kann Amerika nur noch über den Seeweg (und heutzutage auf dem Luftweg) erreicht werden.

Entdeckung Amerikas durch die Wikinger

Tatsächlich scheint der Wikinger Leiff Eriksson bereits um das Jahr 1000 n. Chr. auf dem Weg nach Grönland die Insel Neufundland und damit den nordamerikanischen Kontinent betreten zu haben. Ausgrabungen in der neufundländischen Siedlung L’Anse aux Meadows belegen diese erste und einzige bisher bekannte, skandinavische Siedlung auf dem amerikanischen Kontinent.

Es wäre nun natürlich theoretisch denkbar, dass diese erste europäische Siedlung auch Hauskatzen beherbergte.
In einer der ältesten norddeutschen Siedlungen jedenfalls, dem schleswig-holsteinischen Haithabu, gab es zu dieser Zeit nachweislich bereits Hauskatzen, was durch zahlreiche Knochenfunde belegt ist. Genau wie L’Anse aux Meadows war auch Haithabu eine Wikingersiedlung und die Wikinger könnten daher auf ihren Schiffsreisen durchaus auch die ersten Hauskatzen nach dort und damit nach Amerika eingeführt haben.

Wesentlich weiter südlich waren die Wikinger allerdings wohl nicht.

Zu berücksichtigen ist bei diesen Überlegungen zudem, dass auch Neufundland eine Insel ist. Unter Betrachtung des Klimas, der unwirtlichen Gegend, wilder Tiere und zahlreicher anderer Risiken ist es daher – selbst wenn eine größere Gruppe von Katzen sich auf den Weg gemacht hätte, auch bei Betrachtung dieser frühen Erstbesiedlung Amerikas ausgeschlossen, dass eine oder mehrere Hauskatzen das Festland erreicht haben könnten.

Entdeckung und Eroberung Amerikas

Karte: Marcus Skupin | Welt der Katzen (zum Vergrößern - Klicken)

1492: mit Columbus beginnt die Eroberung

Die "Entdeckung" Amerikas durch Christopher Kolumbus, eigentlich der Beginn einer Eroberung, fand bekanntlich im Jahre 1492 n. Chr. statt. Kolumbus unternahm insgesamt vier Reisen zum neuen Kontinent. Seine beiden ersten Reisen führten ihn lediglich bis zu den vorgelagerten Inseln, nach Hispaniola; heute als Dominikanische Republik und Haiti bekannt. - Das amerikanische Festland wurde erst einige Jahre später erstmals betreten.

Auf den Eroberungsreisen von Europa in die neue Welt dürften auch Schiffskatzen an Bord der Schiffe gewesen sein. Ob allerdings bereits zu diesem Zeitpunkt Hauskatzen auf das Festland mitgebracht wurden, ist bisher nicht belegt.

Eroberung und Besiedelung Amerikas

Die erste Erwähnung finden die Hauskatzen in Amerika (nach Jores) im Jahre 1626.

Bereits bevor es die heutigen Möglichkeiten einer (vergleichenden) DNA-Analyse gab, haben sich zahlreiche Wissenschaftler Gedanken zur Verbreitung der Hauskatze in der Welt gemacht. Dabei wurde neben archäologischen Funden auch auf Untersuchungen über die phänotypischen Eigenschaften der Katzen in verschiedenen Gebieten und Ländern der Erde zurückgegriffen. Eines der wesentlichen Merkmale war bei solchen Untersuchungen die Fellfarbe bzw. die Farbverteilung im Fell der Katzen.

So sind diesen Untersuchungen zur Folge beispielsweise schwarze Katzen von Griechenland aus über Marseille nach Irland und Schottland gelangt. Getigerte Katzen kamen später mit Auswanderern von den britischen Inseln nach Amerika, Kanada und Australien (Todd, 1963 zit. n. Jores, 2004).
Rote Katzen sollen durch die Wikinger bis ans Schwarze Meer verbreitet worden sein. Von Europa aus brachten katalanische Einwanderer rote Katzen aus der Gegend um Barcelona mit auf den amerikanischen Doppelkontinent. Da sich diese Einwanderer auch verstärkt entlang des Amazonas ansiedelten, ist noch heute die genetische Verwandtschaft der Katzen aus Gegenden mit hispanischer Bevölkerung mit denen des spanischen Herkunftsortes, nachweisbar. Zudem sind rote Katzen im Süden der heutigen USA sowie den Staaten Mittel- und Südamerikas erheblich mehr verbreitet, als auf dem Rest des Kontinents.
Bei der Besiedelung Manhattans durch die Niederländer im Jahr 1626, damals unter der Bezeichnung Neu Amsterdam, sind nach Macdonald (1989) viele schwarz-weiße, jedoch nur wenig langhaarige oder rote Katzen nach New York gekommen; und als die Niederländer im Jahr 1664 durch die Briten vertrieben wurden, hätten sich zahlreiche schwarze und rot-gestromte Katzen in der Umgebung New Yorks angesiedelt. In New York selbst hätten diese Tiere wegen der dort bereits bestehenden Hauskatzenpopulation jedoch nur schwer Fuß fassen können.

Im Jahr 1692 kam es im amerikanischen Salem, Massachussets, heute noch als "The Witch City" bekannt, zu einer wahren Hysterie, die in der Ermordung zahlreicher Bewohner (auch er umgebenden Orte) wegen angeblicher Hexerei mündete.

Tituba, Sklavin im Haushalt des Pfarrers Parris, erwähnte in einem Bericht vor dem Tribunal schwarze Hunde, rote Katzen und gelbe Vögel...

einheitliche Rassegruppe

Genetische Untersuchungen der letzten Jahre bestätigen die Thesen und Ergebnisse früherer Wissenschaftler weitgehend. Die Haus- und Rassekatzen des amerikanischen Kontinents bilden mit denen des westlichen Europas eine verhältnismäßig einheitliche Rassegruppe.

Quellen

* Skupin, Marcus, Haarlose Feliden, 2017
* University of Utah in Science, 28.02.2014; (doi: 10.1126/science.1250768); http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-17274-2014-02-28.html * Universität Kopenhagen in Nature 11.08.2016; (doi: 10.1038/nature19085); http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-20495-2016-08-11.html * Skupin, Marcus; Sphynx: Die nackte Wahrheit, 2013
* Jores, Dissertation, 2004
*Bradshaw, John; Die Welt aus Katzensicht, Kosmos Verlag