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Muskulatur

Die meisten Katzen können hervorragend springen und klettern. Bei der Jagd erreichen einige von ihnen unglaubliche Geschwindigkeiten. Ermöglicht werden derartige Leistungen durch eine Vielzahl von Muskeln, die darauf ausgerichtet sind, den Katzenkörper schnell und flexibel reagieren zu lassen.

Insbesondere die Muskulatur an den Hinterbeinen sowie im hinteren Rückenbereich ist sehr stark ausgeprägt und ermöglicht so weite und auch hohe Sprünge. So können Hauskatzen zum Beispiel mit einem Sprung das sechsfache ihrer Körperlänge überwinden oder auch eine Höhe von über zwei Metern erreichen.

Die meisten der Muskeln sind seitlich eines Gelenks am Knochen befestigt und dienen dazu, das Gelenk zu bewegen. Da Muskeln lediglich in der Lage sind eine Bewegungsrichtung auszuführen (sie können sich zwar zusammenziehen, aber nicht ausdehnen; Kontraktion) wird die gegenläufige Bewegung durch gegenüberliegende Muskeln ausgeführt. Nach ihrer Funktion lassen sich die Muskeln in die Kategorien "Strecker", "Beuger" und "Dreher" einteilen.

Der einzelne Muskel setzt sich aus zahlreichen - durch Bindegewebe gebündelte - Muskelfasern zusammen, deren Gewebe aus unterschiedlichen Zelltypen bestehen kann. Der Unterschied dieser Zelltypen ist die Fähigkeit die Energie, die zur Bewegung benötigt wird länger oder kürzer zu halten und somit letztendlich die Dauer während der eine bestimmte Muskelbewegung ausgeführt werden kann (Ermüdungsschnelligkeit).

Deutlich werden diese Unterschiede wenn man bedenkt, dass der Sprint eines Geparden, bei dem eine Geschwindigkeit von etwa 110 km/h erreicht werden kann, nur etwa eine Minute lang durchgehalten werden kann und das Tier sich anschließend längere Zeit erholen muss, bevor die erlegte Beute gefressen werden kann. Die Muskeln "ermüden" schnell und erhitzen den Katzenkörper zudem so stark, dass kühlende Luft hechelnd zugeführt werden muss, um ein Überhitzen zu vermeiden.
Andererseits kann eine Katze sich sehr langsam an ihre Beute heranpirschen und lange in geduckter Haltung verharren, bevor das Beutetier mit einem gezielten Sprung gefangen wird. Die hierzu benötigten Muskelbewegungen können erheblich länger ausgeführt werden, bevor die Muskeln ermüden.

Aus dem vorher gesagten wird auch klar, warum Katzen sich nach einer Aktivitätsphase in der sie spielen, jagen oder herumtollen eine längere Ruhephase gönnen, in der sie dösend auf der Couch oder im Schatten einer Akazie in der afrikanischen Savanne liegen, und sich allenfalls der Körperpflege widmen.


 

Foto: Skupin

Skelett
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