Hauskatze
Heilige Birmakatze
Sandkatze
Eurasischer Luchs
Gepard
Hauskatzen am Topkapi

Katzenhybriden

Großkatzenhybriden

von Marcus Skupin

In "früheren" Zeiten, insbesondere im 19. Jahrhundert, als Großkatzen die Sensation im Zirkus oder Zoologischen Garten waren, wurde häufig versucht, den Menschen einen zusätzlichen Kick zu verschaffen, indem man noch exotischere Tiere selbst erschuf.

Hierzu wurden verschiedene Großkatzenarten wie Löwen und Tiger, aber auch andere Großkatzenarten miteinander gekreuzt. Die Nachkommen wurden z.B. als Liger oder Tigon bezeichnet, je nachdem welche Katzenart als Vater bzw. Mutter herhalten musste. Die Kreuzungen (Hybriden) aus diesen Veroaarungen waren meist unfruchtbar.

Glücklicherweise hat man den Unsinn dieser Handlungsweise zwischenzeitlich eingesehen(?) und derartige Verpaarungen werden nicht mehr vorgenommen. Vielmehr wird bezüglich der Großkatzen heute auf die Reinzucht der Arten und Unterarten geachtet.

Kleinkatzenhybriden

Leo-Lotti, Bengalin

© 2016, Marcus Skupin

Was bei den Grosskatzen zwischenzeitlich eher der Vergangenheit angehört, nämlich die Kreuzung unterschiedlicher Arten zur Schaffung neuer Arten bzw. Rassen, erfreut sich bei den Kleinkatzen - zunächst in den USA - zwischenzeitlich auch bei uns, zunehmender Beliebtheit.

Ziel der Kreuzungen ist die Züchtung neuer Katzenrassen, zumeist mit "wildem" Aussehen aber natürlich einem umgänglichen Charakter, denn welcher Katzenbesitzer möchte schon im wahrsten Sinne des Wortes einen kleinen Tiger in seinem Heim haben?

Der Grundstein für diese neuen Rassen ist zumeist eine wilde Katzenart, die dann mit domestizierten Katzen (Haus- oder Rassekatzen) gepaart wird.

Neben der Einhaltung der verschiedenen gesetzlichen Vorgaben (in Deutschland z.B. dem Washingtoner Artenschutzabkommen (WA), dem Tierschutzgesetz, den Mindestanforderungen zur Haltung von Säugetieren (hier: Wildkatzenarten) sowie der Vollzugshinweise zum Artenschutzrecht sind diese Züchtungen sehr aufwendig, erfordern ein umfangreiches Wissen sowie eine Menge Platz und Geld. Allein die Anschaffung der Zuchttiere schlägt schnell mit Eurobeträgen im fünfstelligen Bereich zu Buche.

Bei Paarung mit der Wildart, die auf natürliche Art und Weise erfolgt, wird i.d.R. die weibliche "Hauskatze" von der männlichen Wildkatze gedeckt. Männliche Nachkommen der ersten Generationen sind im Gegensatz zu den Weibchen nicht fortpflanzungsfähig.

Hybridrassen

Bengalkatze

© Tanya Weren-Akin

Viele der heutigen, neuen Hybridrassen sind nur bei wenigen Zuchtverbänden bzw. noch gar nicht anerkannt. Sie befinden sich noch im sogenannten Experimental-Stadium.

Als Hybrid-Katzenrassen sind beispielsweise die folgenden Katzenrassen zu nennen:
(Anm.: bei der Verpaarung ist zuerst die Wildkatzenart genannt. Unter Hauskatze werden auch die verschiedenen Rassekatzen verstanden.)

Bengal = wilde Bengalkatze auch: Asiatic Leopard Cat [ALC] (Prionailurus bengalensis) x Hauskatze (Amerikanisch Kurzhaar)
Bristol = Langschwanzkatze/Margay (Leopardus wiedii) x Hauskatze
Caracat = Karakal (Caracal caracal) x Hauskatze (Maine Coon)
Chausie = Rohrkatze (Felis chaus) x Hauskatze
Dschungel Bob = Rohrkatze (Felis chaus) x Hybridkatze (Pixie Bob)
Dschungel Curl = Rohrkatze (F. chaus) x Hauskatze (American Curl) u.a.
Euro-Chausie = europ. Wildkatze (Felis s. silvestris) x Chausie
Kanaani = Falbkatze (Felis s. libyca) x Hauskatze
Machbagral = Fischkatze (Prionailurus viverrinus) x Hauskatze (schwarz mit durchschimmerndem Tabbymuster)
Safari = Salz-/Kleinfleckkatze (Oncifelis geoffroyi) x Hauskatze (Kurzhaar; oft Bengal)
Savannah = Serval (Leptailurus serval) x Hauskatze (Bengal)
Tilaran* = Ozelotkatze/Oncilla (Leopardus tigrinus) x Hauskatze (Abessinier)
Viverral = Fischkatze (Prionailurus viverrinus) x Hauskatze (frühe Bengal)
etc.

A, B, C oder SBT?

Kleinkatzenhybriden zeigen in den ersten Generationen (Filial-Generation) noch sehr viele Verhaltensweisen ihres wilden Vorfahren. Diese Tiere sind als Haustiere (noch) nicht uneingeschränkt geeignet und benötigen ähnliche Haltungsbedingungen wie eine Wildkatze. Männliche Nachkommen sind zudem meist bis zur F5-Generation unfruchtbar.

The International Cat Association (TICA), einer von mehreren Katzenverbänden, registiriert die Nachkommen mit einem Buchstaben (Registrierungskürzel) aus dem abgelesen werden kann, in welcher der Vorgenerationen die Einkreuzung eines nicht der Zielrasse entsprechenden Tieres erfolgte.

Bei linearer Verpaarung gilt:
Die Verpaarung von Wildkatze mit Hauskatze führt in der nachfolgenden F1-Generation der Zielrasse zu einer A-Registrierung.
Die Verpaarung von zwei Katzen der Zielrasse mit A-Registrierung führt in der F2-Generation zu einer B-Registrierung.
Die Verpaarung von zwei Katzen der Zielrasse mit B-Registrierung führt in der F3-Generation zu einer C-Registrierung.
Die Verpaarung von zwei Katzen der Zielrasse mit C-Registrierung führt in der F4-Generation zu einer SBT-Registrierung.

Katzen die als SBT registriert wurden, können auf Katzenausstellungen um den Titel des Champion (Ch.) konkurrieren. Sie werden von den Katzenverbänden als domestiziert betrachtet.

aber Vorsicht: unter Artenschutzgesichtspunkten gelten Hybridkatzen erst mit der F5-Generation als Haustiere, so dass auch für F4-Nachwuchs Genehmigungsvorbehalte und Auflagen der zuständigen Behörden bestehen können.

Bei nichtlinearer Verpaarung ist Folgendes zu beachten:
Erfolgt die Zucht durch Einkreuzen weiterer Katzen, die nicht der Zielrasse angehören, so erhält der Nachwuchs aus dieser Verpaarung unabhängig von der ursprünglichen Filialgeneration wieder das Registrierungskürzel A.

Beispiel:
Zielrasse ist die Savannah-Katze.
Erste Verpaarung zwischen Serval und Hauskatze.
Ergebnis: F1-Generation, Rasse Savannah, A-Registrierung, da direkte Vorfahren keine Savannah.
Zweite Verpaarung zwischen Savannah F1A (aus dem vorhergehenden Wurf) mit fremdem Savannah-Kater, ebenfalls A-registriert.
Ergebnis: F2-Generation, Rasse Savannah, B-Registrierung, da beide Vorfahren Savannah.
Dritte Verpaarung zwischen Savannah F2B (aus dem vorhergehenden Wurf) und eigenem Bengalkater.
Ergebnis: F3-Generation, Rasse Savannah, A-Registierung, da ein Vorfahre keine Savannah.
[...]

Registrierungskürzel

A Ein Elternteil gehört nicht der Zielrasse (z.B. Bengalkatze, Chausie, Savannah) an.
B Beide Elterntiere gehören zur Zielrasse, einer (oder beide) Großeltern gehörten jedoch nicht der Zielrasse an (Wildkatze oder andere Hauskatzenrasse).
C Eltern und Großeltern gehören der Zielrasse an, einer oder beide der Ur-Großeltern jedoch nicht.
SBT (Stud Book Tradition) Eltern, Großeltern und Ur-Großeltern gehörten bereits der Zielrasse an. Mindestgeneration also F4.

Einzelheiten zu den Hybridkatzenrassen finden Sie im Rasse-ABC.

Weitere Infos zur Haltung exotischer Katzen.

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