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Hauskatzen am Topkapi

Bastet

Tochter des Re

Bastet

Bastet

© 2012, Marcus Skupin

Bastet ist die Tochter des Sonnengottes Re. In den Pyramidentexten der Frühzeit wird sie noch als Löwin dargestellt. Später erfolgt ihre Darstellung als Katze oder Frau mit Katzen- oder Löwenkopf. Sie wurde als Göttin der Fruchtbarkeit und Liebe verehrt, was auf die Fruchtbarkeit der Katze zurückzuführen ist. Auch als Ernährerin macht sich die mütterliche Bastet einen Namen.

Bastet, die zunächst neben gütigen und sanften Eigenschaften auch eine zornige Seite besitzt, soll letztere schließlich etwa 1850 Jahre v. Chr. jedoch an Sachmet abgegeben haben, die damit zu deren zerstörerischem Schatten wird.

Bastet oder Bast wird im Alten Reich zunächst noch wenig Aufmerksamkeit geschenkt und sie wird hauptsächlich in Bubastis und Memphis vereehrt. Ihr Aufstieg begann etwa 1000 Jahre v. Chr. in der 22. ägyptischen Dynastie. Später breitete sich der Kult aus und erreichte während griechisch-römischer Zeit seinen Höhepunkt.

Ausfluss des Katzenkultes war die Mumifizierung großer Mengen von Katzen. Die Tötung einer Katze war ein schweres Verbrechen, dass mit dem Tode bestraft wurde. Auch die Ausfuhr von Katzen in andere Länder war verboten. Starb eine Katze eines natürlichen Todes, so rasierten sich die Menschen nach einem Bericht des Geschichtsschreibers Herodot zum Zeichen der Trauer die Augenbrauen ab.

Katzenmumien

© Marcus Skupin

Der Kult hatte allerdings durchaus zwei Seiten. Denn das Tötungsverbot galt scheinbar nicht in den sakralen Bereichen der Kultstätten. Um der Göttin zu huldigen, wurden ihr - wohl hauptsächlich von den ärmeren Teilen der Bevölkerung, die sich keine Statuetten leisten konnten - die mumifizierten Katzen als Opfer dargebracht. Zu diesem Zweck konnten Katzen von Gläubigen erworben werden, wurden dann von Priestern getötet und mumifiziert um anschließend in einer speziellen Grabstätte beigesetzt zu werden. Untersuchungen der Katzenmumien weisen darauf hin, dass die Kätzchen im Alter bis etwa 1 1/2 Jahren entweder stranguliert oder durch Genickbruch bzw. Zerschmettern des Kopfes getötet wurden.

Die für die Opferungen benötigte Menge an Katzen kann unmöglich aus der Natur entnommen worden sein. So liegt die Vermutung nahe, dass die Ägypter die Tiere extra zu diesem Zweck gezüchtet haben könnten. Trotzdem scheint es gelegentlich zu Engpässen gekommen zu sein. Röntgenaufnahmen, die an hunderten Katzenmumien durchgeführt wurden, haben ergeben, dass manche der Mumien nur einzelne Knochen enthielten. Viele der Mumien waren auch gänzlich leer.

Weiterführende Literatur

Bohms, Ingrid; Säugetiere im Alten Ägypten, Dissertation, 2011, Seite 134 ff., LIT Verlag, Berlin/Münster