Hauskatze
Heilige Birmakatze
Sandkatze
Eurasischer Luchs
Gepard
Hauskatzen am Topkapi

Kapitel 14 - Der Kuß

Auch Assunta war inzwischen "zu Besuch" bei Gré Jebbinks Simba gewesen und hatte zwei wunderschöne Töchterchen und einen Sohn bekommen. Eins der jungen Kätzchen sollte Gré haben und das andere blieb - wer hätte es anders erwartet? - bei uns. Gré nannte ihr neues Kätzchen Joya und ich unseres Bonita. Der kleine Bruder wurde Muchacho getauft und für ihn wollten wir eigentlich liebe Menschen suchen, die ihn kastrieren sollten. Aber im Nachhinein war er gar zu schön um kastriert zu werden und blieb dann doch bei uns.

"Du stehst nur noch im Dienste deiner Katzengötter", sagte Hermien.

"Aber ja", sagte ich, "damit folge ich schließlich einer sehr alten Tradition. Ich habe gerade gelesen, daß in der alten Inkakultur die kleinen gefleckten südamerikanischen Katzen Tempelkatzen waren. Genau wie auch im alten Ägypten die Katzen der Sahara, wie wir sie im Louvre abgebildet sehen, einmal Tempelkatzen waren, deren Ebenbild die Abessinier sein sollen, wenn nicht gar ihre fernen Nachkommen. Sie waren der Göttin Bastet gewidmet. Du kennst ja die wundervollen Skulpturen."

"Ich weiß es, ich war einmal dort," sagte Hermien, "die alten Ägypter, sie verehrten ihre Katzen fast so innig wie du."

"Spott beiseite, Hermien, dein Vergleich ist nicht einmal vollkommen. Ich habe gleich einen doppelten Katzentempel, die Ebenbilder von beiden alten Kulturen, die der Ägypter und die der Inkas, sind hier bei mir im Haus vereinigt."

"Na ja,", sagte Hermien, "solange du nicht vor deinen Katzen auf die Knie fällst und Opfer bringst, werde ich weiter nicht protestieren. Ich habe ja gar nichts gegen deinen Katzenkult. Ich liebe sie ja auch."

"Weiß ich doch, Hermien, es sind eigentlich auch ein bisschen deine Katzen - und dein Kinkajou auch."

Wir konnten uns immer einigen, außer in einem Punkt: den Ausstellungen. Ich hatte inzwischen "Blut geleckt", seit ich mit Assunta auf jeder Ausstellung Erfolg hatte und auch Dalila und Sothis viele Preise bekamen. Diese Preise, Pokale und Siegerschleifen, die immer erst ein paar Tage im Wohnzimmer prunkten, ehe sie auf dem Dachboden verstaut wurden, nannte Hermien kurz und bündig "Blechbecher und Kunstseidenfetzen".

"Was hast du davon?"
"Das Gefühl, daß ich gewonnen habe."
"Du?"
"Na gut, nicht ich, aber meine Katzen."
"Laß mich nicht lachen. Die wollen Mäuse fangen oder in Ruhe gelassen werden. Die wollen doch nicht gewinnen. Und wieso haben sie eigentlich gewonnen? Müssen sie Männchen machen und durch Reifen springen?" - Hermien weigerte sich grundsätzlich auch nur einmal mit zu einer Ausstellung zu gehen.
"Sie werden von einem Katzenrichter beurteilt und der richtet sie nach einem Standard."
"Und wer hat den Standard gemacht?"
"Nun, das waren Leute in England, die selbst Abessinier züchten."
"Also, die haben ihre Abessinierkatzen angesehen, haben sie beschrieben und gesagt: „Wenn eure Katzen nicht auch so aussehen wie unsere, dann habt Ihr verloren.“
"Ja.... eh, ich meine, nein, ach, du verstehst das einfach nicht."
"Da hast du recht. Was das betrifft, verstehe ich dich einfach nicht." sagte Hermien.
...und ich sagte: "Siehste!"

So wurden im Laufe der Zeit sowohl Assunta als auch Dalila und Sothis Internationaler Champion in der Katzenwelt, allerdings nur dort.
Zu Hause hatten wir andere Champions, im Gardinenklettern z.B. oder im "Fangen" eines Bratens und zwar so, daß der Deckel wieder auf den Bratentopf zurück gleitet und keine Spuren zurückbleiben, an denen man erkennen könnte, wer das getan hat. Es gab auch Champions im Ausräumen von Wäscheschränken, deren Tür nicht gut geschlossen war, und sogar Champions im Nagelschärfen an Sofas und Sesseln.

In Punkto Ausstellungen war mein Mann wohl im tiefsten Herzen einer Meinung mit Hermien, aber er hielt sich da raus. Er sagte: "Wenn‘s dir Spaß macht, dann tu‘s." Im Anfang hatte er mich ab und zu einmal am Schluß der Ausstellung abgeholt und oft gerade noch die "Preisverteilung" mitgemacht. Später blieb er weg, - er wisse jetzt, was das wäre, sagte er nur. Und "un prix d'honneur pour Madame Falkena“ rief er, wenn er mir das Salz herüberreichte oder die Butter.

Ein Katzentempel ist, bei wachsendem Bestand, eine arbeitsintensive Angelegenheit. So traf es sich, daß Bekannte, die von Arnheim fortzogen, uns eine Hilfskraft überlassen hatten von der Art, die man damals noch Putzfrau nannte. Heute heißt so jemand Raumpflegerin, ich weiß nicht warum. Ich finde es sehr ehrenwert von Zeit zu Zeit zu putzen und ich persönlich bin ganz zufrieden damit, daß ich eine Frau bin. Die Ausdrücke Raum und Pflege dagegen, rufen in mir ein Bild von einem kranken, pflegebedürftigen Fast-Universum auf, das nichts mit Möbeln und Kochtöpfen zu tun hat. Aber ja, jede Zeit hat ihre eigene Sprachkultur.

Wie dem auch sei, die Putzfrau, annex Raumpflegerin hieß Janna und wir nannten sie heimlich "Juffrouw Neus", zu Deutsch Fräulein Nase, weil sie ihr ansonsten recht niedliches Stupsnäschen gern in Dinge steckte, zu deren Pflege sie nicht angestellt war.

Im übrigen aber war sie erstaunlich aktiv und wenn sie nicht gerade am Fensterputzen oder Küchewischen war, befand sie sich auf ständiger und intensiver Suche nach Katzenhaaren und Federn, die ihr beide ein Greuel waren.

Unsere Buena war im großen, ganzen weitaus menschenfreundlicher als ich, nur durfte man ihre Grenzen nicht überschreiten. Das zeigte sich, als eines Tages wohl das letzte Haar und das letzte Federchen in Jannas Staubsauger verschwunden war und sie ihre Aktivität plötzlich und unerwartet Buenas Körbchen zuwendete. Wo Buena in dem Augenblick war, weiß ich nicht. Ich war im entscheidenden Moment irgendwo anders, sonst hätte ich ein Veto eingelegt.

Als ich dann später herunterkam, war Janna, alias Juffrouw Neus, auf der Terrasse grade damit fertig, das Kissen aus Buenas Körbchen einer gründlichen Klopf- und Bürstenbehandlung zu unterziehen. Das Ergebnis schien sie zu befriedigen, denn jetzt wandte sie sich mit Wurzelbürste und Seifenlauge dem Körbchen zu. - Das war das Erste, was ich sah. Das Zweite war, daß Buena mit schwingendem Schwanz und zurückgelegten Ohren um den Korb und die ihn behandelnde Persönlichkeit Kreise zog, wie einst der Pudel um den Doktor Faustus und seinen armen Lehrling Wagner, den man immer für dumm erklärt, weil er so gern alles wissen wollte. Die Kreise wurden immer enger und Juffrouw Neus war scheinbar noch immer völlig arglos; sie arbeitete konzentriert und überzeugt.

Ich verfolgte das Ganze fasziniert, weil ich wußte, daß Buena nichts wirklich Gefährliches tun würde. Auf einmal setzte Buena sich genau in das Blickfeld der Missetäterin, die ihr Körbchen zu mißhandeln wagte, und schaute sie nur mit ihren Kulleraugen an. Die Ohren lagen zurück, der Schwanz peitschte. Ein ganz leises Knurren konnte man hören, so wie man an warmen Sommerabenden in der Ferne ein Gewitter aufziehen hört. "Juffrouw Neus" blickte plötzlich auf, sah Buena, ließ das Körbchen fallen und rannte in die Küche, wo sie auf einen Stuhl sank. Ich mußte schnell entscheiden, wen ich erst beruhigen sollte, Juffrouw Neus oder Buena, und entschied mich für Buena. Ich packte das erst beste Handtuch, fegte damit das Körbchen, so gut es ging, trocken, legte das Kissen hinein und trug das Ganze wieder auf den Schrank. Buena folgte mir, sprang in ihre "Höhle" und blickte mit der Miene des Siegers auf "die da unten" herab.

Dann ging ich in die Küche und sagte zu Juffrouw Neus: "So, jetzt trinken wir erst einmal eine Tasse Kaffee. - Und was Buenas Körbchen betrifft, das überlassen Sie in Zukunft besser mir." ...und so geschah es. Ich selbst durfte nämlich mit dem Körbchen tun, was ich wollte, schließlich war ich der Architekt der "Höhle."

Zum Unterhalt eines solchen Haushalts gehört natürlich mindestens einer, der sehr viel arbeitet, um diesen Unterhalt zu verdienen. Dieser Eine war, wie bereits deutlich geworden ist, mein Mann. Es machte ihm nichts aus, er liebte seinen Beruf. Aber jetzt sah er doch oft recht blaß und abgespannt aus. Wir beschlossen, daß wir in diesem Sommer einmal richtig ausspannen würden. Wie immer, wenn wir Ferien machen wollten, wurden Prospekte geholt, und wie immer fiel die Wahl auf die Schweiz, die damals noch weniger von Touristen überschwemmt war als heute, und die mit ihren herrlichen Bergen den richtigen Kontrast zum holländischen Flachland bietet. Meine Tochter hatte auch Ferien und würde sich der Katzen annehmen. Die Arbeit war geregelt und in den Tiefkühltruhen war ausreichend Futter für die Katzen.

An diese Ferienzeit in wundervoller Umgebung habe ich die schönsten Erinnerungen. Das Wetter war herrlich, das Hotel angenehm, das Essen war vorzüglich und wir genossen es meist auf einer von Platanen überschatteten Terrasse. Dort wartete dann schon ein reizendes kleines Kätzchen auf uns, das uns an unser Jantje zu Hause erinnerte. Es hatte schnell begriffen, daß wir Katzenfreunde waren und am Abend, wenn wir schlafen gingen, kam es aus irgendeinem Schlupfwinkel zum Vorschein und dann nahmen wir es heimlich mit in unser Schlafzimmer. Unter den Ferienfotos befinden sich natürlich auch einige von unserer kleinen Freundin, dem "Kätzli". Gegen Morgen verschwand sie dann durch die offenen Balkontür, um erst zum Abendessen zeitig zurück zu sein. Es tat uns richtig leid, von dem kleinen Kätzchen Abschied nehmen zu müssen, als wir fortfuhren. Es gehörte zum Hotel und wir hofften nur, daß es nach uns neue Hotelgäste finden würde, die es auch etwas verwöhnen würden.

Wir hatten jeden Abend zu Hause angerufen, um zu hören, ob alles in Ordnung wäre und nur gute Berichte bekommen. So kamen wir dann, nach vierzehn Tagen, erholt und froh wieder nach Hause und unsere erste Frage galt natürlich den Katzen.

"Alles ist prima", sagte Marion.

Mein Mann ging mir vor in das Zimmer, in dem Buena war. "Hallo, Buena!" rief er und im nächsten Augenblick flog Buena ihm um den Hals, leckte laut spinnend sein Gesicht und biß ihn kräftig in seine Lippen. Wir sind sicher, es sollte ein Willkommenskuss sein, aber für solche Willkommensküsse sind menschliche Lippen nicht eingerichtet, also hatte Buena eine Lippe regelrecht gespalten. In einem Reflex warf mein Mann Buena ab und drückte sein Taschentuch gegen die Lippe, aber das Blut war nicht zu stillen.
"Schnell, zum Krankenhaus, Bobby!", konnte ich nur sagen, lief zum Auto und fuhr meinen Mann zur Unfallstation des Krankenhauses. Dort war ein Notarzt, der die Wunde sofort reinigte und nähte.

"Was ist passiert?" fragte er.
"Ich bin gefallen." sagte mein Mann.
"Nein", sagte der Arzt, "Sie sind von einem Hund oder einer Katze gebissen."

Darauf hat mein Mann gar nicht erst geantwortet. Wer eine kaputte Lippe hat, braucht nicht auf alles zu antworten.

Damals haben wir das gelernt, was wohl ein jeder wissen sollte, der mit wilden oder zahmen Tieren umgeht, die eigentlich stärker als die Menschen sind. Sie können mit Liebe dazu erzogen werden, daß sie ihre Kraft zügeln und sich aus Anhänglichkeit zu ihren Bezugspersonen auch beherrschen. Aber wenn die Emotionen zu heftig werden, bei Schreck oder, wie in unserem Fall, bei großer Freude, dann können diese künstlichen Bremsen versagen. Auch von Hunden kennt man solche Erfahrungen.
Wenn wir später einmal von einer Reise nach Hause kamen, waren wir vorsichtiger. Wir sprachen erst laut vor der Tür, um hören zu lassen, daß wir da waren, kamen dann ruhig ins Zimmer und hielten Buena bei der Begrüßung auf Armlänge.

Buena selbst war von der Wirkung ihres "Kusses" genauso erschrocken, wie wir. Sie war tagelang verlegen und scheu und man merkte ihr an, dass sie traurig war. Bis sie dann, bald danach, wieder rollig wurde und sich wie eh und je um den Hals des Einen schlang, den sie liebte wie sonst keinen.

So gab Buena uns eine Demonstration der Lorenz‘schen Entdeckung, daß Tiere sogar eine auf den Sex übertragene starke Beziehung mit demjenigen aufbauen, der in ihren Augen die wichtigste Person in ihrem Leben ist. Nach Lorenz ist allerdings ausschließlich die "Prägung", sozusagen der erste Eindruck im Gehirn nach der Geburt, ausschlaggebend.

Praktische Erfahrungen von Menschen, die ein Tier aus einer bedrohlichen oder schmerzlichen Situation gerettet haben, haben aber ergeben, daß auch das einen Reflex bei Tieren auslösen kann, den wir menschlich interpretiert als "Dankbarkeit" werten, den ich aber gern als eine Fähigkeit zur Erinnerung und bleibender Wertung einer Erfahrung bezeichnen möchte. Diese Fähigkeit kann eine fast ebenso starke emotionale Bindung entstehen lassen, wie die "Prägung". Vorbilder gibt es viele. Das braucht nicht immer der bekannte Elefant zu sein, der aus der Falle befreit worden ist. Auch bei Kätzchen, die ich aus dem Tierheim befreit hatte, habe ich später eine sehr starke Affinität zu mir, ihrem "Erlöser", wahrgenommen.

Später hatte auch Professor Leyhausen eine Erfahrung ähnlicher Art. Die Margay Bonita, die er aus erbärmlichen Umständen bei einem Tierhändler freikaufte, liebte seine Frau Barbara heiß und innig. Wenn Bonita rollig war, verhielt sie sich genau wie unsere Buena und verschmähte in erster Instanz den armen Bueno als Partner. Erst viel später hat sie dann doch einmal ein Junges von Bueno bekommen, das von Herrn und Frau Leyhausen „Bobby“ getauft wurde. Leider hat dieses Junge nur kurze Zeit gelebt.

Andererseits kann auch eine heftige Antipathie gegen Menschen entstehen, wenn ein Tier schlechte Erfahrungen mit unserer Spezies gemacht hat. Das ist bekannt. Aber daß auch eine vergleichbare Antipathie, die sogar auf eine erkennbare Gruppe (Farbe) der eigenen Art übertragen werden kann, habe ich nicht gelesen, sondern ­ durch meine Cleoni gelernt.

Eines Tages war Cleoni zugleich mit Assunta rollig und ich rief Gré Jebbink an und erzählte ihr, daß ich gern mit einer von den beiden Abessinierinnen zu Simba kommen würde. Nur wüßte ich noch nicht, welche von beiden ich bringen sollte.

Gré sagte begeistert: "Bring sie doch beide. Dann können sie zusammen ihre Kleinen aufziehen. Mein Simbachen schafft das spielend."

Ich fand das einen vernünftigen Vorschlag. Cleo und Assunta waren zwar keine ausgesprochenen Freundinnen, aber sie vertrugen sich und zwei Würfe zugleich schienen mir auch eine gewissen Sicherheit zu geben, wenn einmal eine der beiden zu wenig Milch haben sollte. Also packte ich zwei verliebte Kätzchen in zwei Transportkörbe und fuhr zu Gré Jebbink und ihrem "Simbachen".

Es gab zu Hause, wie immer, viel zu tun und Gré Jebbink kannte meine Katzen wie ihre eigenen. Also ließ ich sie unbesorgt bei Gré zurück und ging schnell wieder zurück nach Hause.

Das Telefon klingelte schon früh am nächsten Morgen. Es war Gré: "Assunta ist schon gedeckt, nur mit Cleo klappt es noch nicht."

"Gut, dann lasse ich die beiden noch eben bei dir und hole sie morgen oder übermorgen ab. Ist das gut?"

"Natürlich, komm so wie es dir paßt." sagte Gré.

Ich fuhr doch gleich am nächsten Tag zu Gré. Was ich dort sah, war eine triumphierende Assunta, die sich grade von Simba decken ließ, und irgendwo in einer Ecke saß eine vollkommen verstörte Cleonie. Ich nahm sie auf und sie klammerte sich mit allen vier Pfötchen an mich.
Dann erzählte mir Gré, daß zu Anfang beide Katzen vor Simba "präsentiert" hatten, daß Simba sich aber ausschließlich für Assunta interessiert habe. Wenn Cleo sich ihm näherte, wurde sie von ihm und Assunta vertrieben. Auch als Gré schließlich Assunta aus dem Zimmer gesetzt hatte und Simba mit Cleo allein war, hatte er sie nicht beachtet und sie angefaucht, wenn sie in seine Nähe kam. Inzwischen hatte sie sich vor ihm gefürchtet und sich versteckt.

So nahm ich nun schnell meine beiden Katzendamen wieder mit nach Hause. Cleo schlich durchs Haus wie ein geschlagener Hund oder, realistischer ausgedrückt, wie eine verschmähte Katze. Um Assunta machte sie einen großen Bogen. Sie war gekränkt und traurig. Aber als ich am nächsten Tag in den Garten blickte, wo die Katzen sich in der Sonne räkelten, sah ich plötzlich, daß Sothis Cleonie deckte. Das mit dem Spätentwickler, von dem Mrs. Winsor gesprochen hatte, konnten wir nun wohl als erledigt betrachten. Cleo hat wunderschöne Jungtiere aus dieser Verbindung bekommen, aber das ist nicht die Essenz der Geschichte. Das merkwürdige an dem ganzen Vorfall ist, daß Cleo sich ihr Leben lang niemals mehr von einem wildfarbigen Kater decken ließ. Wir konnten tun, was wir wollten, ob es nun der wunderschöne Muchacho aus dem ersten Nest von Assunta und Simba war, oder später der sanftmütige Emir, ein Sohn von Sothis und Assunta, kein wildfarbiger Kater fand Gnade bei Cleo. Sie wollte nur Sothis zum Partner und später, als Sothis kastriert war und seine Aufgabe an seinen ebenfalls roten Sohn Tarzan übertragen hatte, durch diesen. Aber nie und nimmer ließ sie einen wildfarbigen Kater mehr an sich herankommen.