Hauskatze
Heilige Birmakatze
Sandkatze
Eurasischer Luchs
Gepard
Hauskatzen am Topkapi

Kapitel 23 - "Homo Journalensis"

Das erste, das im frühen Frühjahr 1965 geschehen mußte, war eine Reorganisation des Gartens. Bisher war der ganze Garten mit Ausnahme des Teils, der für die Kater abgezweigt war, ein einziger, großer Zwinger gewesen. Jetzt wurde der Garten in zwei gleiche Teile geteilt. Die linke Hälfte war für die Haus- und Rassekatzen und die rechte für unsere zahmen Wilden. Diese Einteilung schien uns notwendig, denn Candy und Milagro mit ihren inzwischen sechs Nachkommen, den beiden Oncillas und den vier Hybriden, hatten doch eine sichere Dominanz in der Rangordnung unseres Katzenhaushalts bekommen. Das galt eigentlich nicht für Buena, aber sie gehörte jetzt zu den Oncillas, das hatte sich so ergeben. Sie war völlig als Mitglied der Oncillafamilie akzeptiert. Natürlich war das kein sicheres System. Durch jede Tür, die geöffnet wurde, schlüpfte irgendeine der Katzen in die andere Abteilung. Aber am Abend, wenn gefüttert wurde, oder auch, wenn die Tiere am Tage einmal unbeaufsichtigt waren, dann mussten sie in "ihrer" Abteilung sein.

Gleich nach den ersten warmen Frühjahrstagen durften alle Katzen in ihre neuen Freigehege. Als Buena und Candy zum ersten Mal in den Garten durften, war uns ihre Schutzzeichnung in den Blättern der Bäume aufgefallen. Jetzt zeigten uns die Hybriden, daß sie ein perfektes Mimikry für den Kieselboden hatten.

Als alle neuen Gitter und Türen fertiggestellt waren und auch gleich ein paar andere Reparaturen angebracht waren, schrieb ich einen Bericht an die Pressestelle der Firma Verolme. Schnell kam Antwort und auch kurz danach ein Exemplar der "Verolme Nieuws" mit dem Bericht über Candys Nachkommen.
Es kam ein Anruf von Herrn van der Hoest. Er kündigte gleich eine neue Pressekampagne an. Auf meine Bitte versprach er mir, daß er mir die "Presseleute" nicht alle zugleich schicken würde. Ich dachte, daß dadurch etwas weniger Aufregung entstehen würde, aber war ein Fehler. Diese homöopathische Dosierung der Informations-Invasion verlängerte nur das Leiden. Aber da mussten wir nun durch.

Zuerst kam eine Radiodelegation in der Person von Herrn Jan van Rhenen, dem Autor von vielen Büchern über Hundezucht, Hunderassen, kurzum von allem, was man über Hunde wissen muss. Er war in Begleitung eines Herrn, dessen Namen ich vergessen habe, der aber sehr beeindruckende Instrumente bei sich hatte. Ein Mikrofon wurde drohend auf den Tisch gestellt.

Nach den ersten Begrüßungsformalitäten erklärte ich Herrn van Rhenen, daß ich ihm gern alles über meine Wildkatzen erzählen wolle, aber daß er es dann selbst wiedergeben müsse, weil mein deutscher Akzent, den ich sowieso nie ganz hatte ablegen können, die Eigenschaft hatte, in voller Stärke auszubrechen, wenn mich etwas nervös machte.

Nein, so ginge das nicht, meinte Herr van Rhenen, zum ersten sei mein Akzent geradezu charmant und zum zweiten sei dies nun einmal ein Interview und keine Rezitation seinerseits. Nun muss man wissen, daß zu der Zeit in Holland ein deutscher Akzent zu den sieben Todsünden gehörte.

Ich hatte einfach keine Lust, diese Todsünde auch noch dem Mikrofon anzuvertrauen.

Das alles sagte ich natürlich nicht zu Herrn van Rhenen, sondern nur: "Nein, ich spreche nicht selbst!"

Er nahm noch ein Schlückchen vom Angebotenen (Bekannte hatten mich vorher informiert, was das zu sein hatte), und sagte: "Wissen Sie was, wir machen einfach einen Test, ein Probegespräch. Dann wissen Sie schon einmal, was ich fragen werde und können in Ruhe antworten. Danach hören wir das Tonband ab und entscheiden uns, ob es gar so schlimm ist."

Gesagt, getan. Das Mikrofon wurde angestellt, Herr von Rhenen stellte seine Fragen und ich antwortete frisch von der Leber weg, denn es war schließlich nur die Probe.

Als alles vorbei war, wurde das Band abgespielt. Es war "so, so" und ich dachte: "Also, wenn ich wirklich gleich selbst sprechen muss, werde ich mir aber mehr Mühe geben müssen. Vielleicht sehen die jetzt ja auch ein, daß es so nicht geht."

Jetzt sollte ich erst einmal die Katzen herbeirufen, denn es mussten schließlich Katzenlaute aufgenommen werden. Mit Buena war das nicht schwer, die brauchte man nur auf den Schoß zu nehmen, dann fing sie schon laut zu spinnen an. Außerdem genoss sie es, wie immer, im Mittelpunkt zu stehen. Nur die Oncillas kamen schweigend und misstrauisch eben kurz herein.. Candy sah die fremden Menschen und verschwand sofort wieder. Ihre Kinder nahm sie mit. Es war Gloria, die uns aus der Not half. Sie war bereit, entrüstet zu miauen, wenn man ihr die Mikrofonschnur fortnehmen wollte, die sie gern durchgebissen hätte.

Irgendwo im Haus rief sehnsüchtig und laut eine rollige Abessinierkatze. Deren Gesang wurde gleich mit aufgenommen. Die Aktion Miau-Aufnahme hatte mindestens eine Stunde gedauert, so einfach geht das alles ja nicht. Dann fragte ich: "Und was machen wir nun mit dem Text, soll ich den jetzt wirklich sprechen oder sehen Sie ein, daß ich das einfach nicht kann?"

"Den Text haben wir doch schon", lachte Herr von Rhenen, "so gut wird es nie wieder, wenn Sie sich davon bewusst sind, daß es wirklich gesendet wird!"

Sprachs und packte ein. Er versprach mir noch, daß er mir eine Kopie der Bandaufnahme des Gespräches senden würde, ein Versprechen, das er treu gehalten hat. Ich habe mir später eine Kopie davon auf eine Kassette machen lassen, die ich noch heute habe.

Mich ließ Herr van Rhenen in ziemlicher Konsternation zurück. - Was hätte nicht noch alles gesagt werden müssen...." Ich räumte die leeren Flaschen fort und nahm mir vor, von nun an jeden Tag die Sendung anzuhören, in der "mein" Gespräch kommen könnte. Nachdem drei Wochen lang das Wort Oncilla noch immer nicht im Radio gefallen war, vergaß ich das Ganze. Es war sicher doch nicht gut genug gewesen. Mir war's recht.

Bis dann eines Tages ein Telefonanruf von Herrn van Rhenen kam, der mir berichtete, daß am nächsten Tag das Gespräch gesendet werden sollte. Die Familie wurde am Radio versammelt und da piepste schon Gloria durch den Äther. Man hatte die Geräusche verteilt, teils zu Anfang der Sendung Gloria und die rollige Abessinierin, teils am Schluss Buenas tiefer Schnurrlaut, der für Laien wie ein drohendes Pantherknurren klingen mußte. So klang es, als ob das Radioteam zwischen miauenden, piepsenden, knurrenden Tieren gesessen hätte, die dann sofort respektvoll schwiegen, wenn die Stimme von Herrn van Rhenen oder ihres Frauchens ertönte. Es war wunderschön, es war die beste Sendung, die Radio Hilversum je gebracht hat. Sie dauerte genau fünf Minuten.

Bei der ersten Publikationswelle hatte ich eine ganz besondere Spezies der Menschheit kennen gelernt, den "Homo Journalensis", der seine ganz eigene Verhaltensweise hat. Diese Spezies hat einen ausgesprochen offensiven Charakter, er geht grad auf sein Ziel zu, kennt wenig Skrupel, ist aber, wenn man sich erst einmal auf ihn versteht, ausgezeichnet zu zähmen. Dazu muss man allerdings die Gebrauchsanweisung kennen.

Ich hatte gelernt, daß man nur auf das antworten sollte, wonach man gefragt wird. Auch daß man sich nie dazu bringen lassen muss, persönliche Eindrücke, Gefühle oder gar Urteile auszusprechen, deren Publikationseffekt man nicht voraussehen kann. Mit einem Wort: ich war schon ein gebranntes Kind.

Gelernt hatte ich auch, daß es einen Unterschied in der Art gab, wie "die Presse" unsere Tiere und uns sah. Manche waren ernsthaft interessiert, wollten nicht nur berichten, sondern selbst wissen. Diese Gruppe nannte ich "die Journalisten".

Die andere Gruppe wollte nur so schnell wie möglich etwas schreiben, das sensationell war, der Masse gefiel. Die nannte ich "die Reporter". Ob ich mit dieser Namengebung die richtige Differenzierung traf, war mir gleichgültig, ich teilte sie einfach so ein.

Die "Reporter" kamen ziemlich lautstark herein, "besetzten" sozusagen das Territorium und suchten nach Sensationen. Wenn man ihnen die Tür öffnet und sie herein bittet, strahlen sie sofort etwas aus, das sagt: "Freut Euch, ihr lieben Leute, wir kommen und das ist eine große Ehre." Dann muss man adäquat reagieren und sich erfreut zeigen: "Wie nett, daß Sie kommen, bitte kommen sie doch herein, nehmen Sie Platz."

Die "Reporter" interessierte es hauptsächlich, wie anormal ein Haushalt mit soviel Katzen war, ob es dort nach Katzen roch und wie viel der Hausherr verdiente, um seiner verrückten Frau dieses Hobby leisten zu können. Denn dass man verrückt sein mußte, solchen halbwilden Tieren, so vielen Tieren und eigentlich überhaupt Tieren sein Haus einzuräumen, das stand für sie fest.

Leider strahlten diese Gäste auf die Tiere geradezu etwas aus, das wie ein Signal wirkt: "Schwanz einziehen und verschwinden, aber schnell!"

Diejenigen, die ich die Journalisten nannte, kamen ruhig herein und wussten die richtigen Fragen zu stellen. Sie hatten sich zum Thema schon informiert und wussten auch die Antworten gut in ihrer Zeitung oder Zeitschrift zu reproduzieren. Manche hatten sogar ihre eigene Meinung. Die sagten Sätze, die mit: "Ich habe einmal gelesen, daß...." oder "Im Vergleich mit....." anfingen.

In vielen von ihnen erkannte man den echten Tierfreund. Das war sehr beruhigend für mich, weil ich überzeugt bin, daß niemand soviel Einfluss auf die menschliche Meinung hat, wie die Medien. Die Schulweisheit wird vergessen aber die Zeitung kommt täglich und frischt unsere Erinnerung auf und bringt neue Informationen. Radio und Fernsehen sind weitere Informationsquellen. Meine damalige Meinung hat sich bis heute nicht geändert. Was sich auch verändert haben möge, die Presse ist noch immer genau so einflussreich und wichtig.
Gerade in dieser Zeit haben wir es den Medien zu verdanken, daß die Menschen sich der Notsituation bewusst werden, in der sich die ganze Natur, mit Tieren und Pflanzen, Luft und Wasser, befindet. Manche Reportagen sind wahre Mutproben, man sollte den Berichterstattern wirklich dankbar sein.

Niemand kann mehr behaupten, daß er nichts von den Schrecken der Massentierhaltung oder den grauenvollen Tiertransporten weiß. Es sind die Zeitungen, die die Tierquälereien anprangern, die immer wieder warnen vor der herzlosen Gleichgültigkeit, mit der Feriengänger ihre Tiere aussetzen oder schlecht versorgt zurück lassen, um dann ihre "wohlverdienten" Ferien zu genießen. Die illustrierten Zeitungen, die guten jedenfalls, geben sich in vielen Artikeln große Mühe, Verständnis für die Tiere zu wecken. Ich behaupte immer, daß Bücher und Zeitschriften die Erzieher der Erwachsenen sind, im guten oder im schlechten Sinne. Viele Journalisten (in dem positiven Sinne, in dem ich das Wort gebrauche), aber auch die Tierfilmer sind die Anwälte der Tiere, die selbst keine Medien haben, in denen sie sich verteidigen können. Daran ändert auch das neue Medium, der Computer nichts. Er bringt nichts anderes, all das, was irgend jemand schon irgendwo gelesen oder gehört hat.

In Naturfilmen werden uns heutzutage die Tiere, die bedroht sind, in ihrer natürlichen Umgebung und in ihrer ganzen Schönheit vorgestellt. Das ist eine ganz andere Begegnung als die im Zoo, oder noch schlimmer, die mit den ihrer Würde beraubten, zum Clown degradierten Wildtieren im Zirkus.

In unserem Fall, bei den Pressebesuchen, die die Firma Verolme für uns organisierte, waren mir oft die Fotografen am sympathischsten. Sie stellten keine indiskreten Fragen, sie suchten nicht nach schwachen Stellen, sondern sie fanden mit sicherem Gefühl das Schöne oder Interessante und legten das fest. (Wenn ich zum Augenblicke sage: "Verweile doch, du bist so schön!") Mit freundlicher Genehmigung des ANP (Allgemeen Nederlands Persbureau) kann ich einige der bei der Gelegenheit gemachten Fotos diesem Bericht beifügen.

Es fiel mir auf, daß die Hybriden einen stärkeren "Wildheitseffekt" ausübten, als die Oncillas oder gar die sanfte Buena. Das lag wohl an der Überlegenheit, mit der sie den Leuten begegneten. Die Drillinge saßen wachsam und Abstand bewahrend auf einem Schrank oder einer Liegeplanke. Nur Gloria und ab und zu auch Gladys ließen sich streicheln und sie waren es auch, die sich immer wieder für Fotografen in Pose setzten.

Bei der ersten Presse-Invasion hatte ich Buena zu Hilfe rufen können, die war zu allem bereit. Aber diesmal ging die Rechnung nicht auf. Die Herren (es waren bis auf eine Ausnahme nur Herren) waren vorab instruiert, daß sie über die kleinen Wildkatzen aus Brasilien schreiben sollten, diejenigen, die von der Firma Verolme in Brasilien stammten und deren Nachkommen. Einmal hatte ich darum Candy, Victor und Victoria im Wintergarten eingeschlossen und alle größeren Gegenstände weggeräumt, damit sie sich nicht verstecken konnten. Ich schleuste die Reporter herein und bat sie, es kurz zu machen, weil die Tiere sich ängstigten, wenn sie keine Fluchtmöglichkeit hätten. - Das wären sie also!

Candy erschrak als ein Fotoapparat blitzte und geriet in Panik. Sie raste über die Fensterbank und verlor dort vor Schreck ein Häufchen. Mein Mann, immer hilfsbereit, räumte es schnell mit einem Papiertaschentuch auf, während ich mit dem Reporter über die Herkunft der Oncillas sprach. Ich hatte den ganzen Vorfall kaum beachtet, aber der Reporter stand wie an den Boden genagelt und kehrte sich meinem Mann zu: "Was sind Sie eigentlich von Beruf?"

Mein Mann stand schon neben der Tür mit seinem Papierpfropfen samt Inhalt in der Hand: "Ich? Och, ich bin Jurist."

"Und dann räumen Sie solchen Mist auf?" fragte der Reporter.

"Was denken Sie, wie viel geistigen Mist von den Streitereien der Menschen wir Juristen aufzuräumen bekommen?" fragte mein Mann ruhig. "Dagegen ist dies kleine Oncillahäufchen gar nichts."

Damit hätte ein "Journalist" in seinem Artikel bestimmt etwas anfangen können, aber da war nichts. Nur die Bemerkung, daß die Tiere nicht grade sauber wären. Dabei war grade Candy außerordentlich sauber und sie erzog ihre Kinder auch zur Sauberkeit. Dass sie ab und zu mal spritzte war völlig normal, wenn man das Verhalten von Wildtieren kennt, so normal wie unser Namensschild an der Haustür. Das Gegenteil wäre anormal gewesen. Dass er, der Reporter, durch sein lautes Benehmen selbst die Schuld an dem kleinen Unglück hatte, das ist ihm wohl gar nicht zum Bewusstsein gekommen.

Es war eine hektische und aufregende Zeit, aber viele der Gespräche, die ich bei der Gelegenheit hatte, möchte ich um nichts in der Welt versäumt haben. Zum Beispiel den Besuch von Joost de Klerk, der auch jetzt wieder kam und einen begeisterten Artikel schrieb. In der Damenzeitschrift "Margriet" stand ein Artikel von demselben Jan van Rhenen, der das Interview für den Rundfunk gehalten hatte. Der Titel des Artikels hieß: "Jan van Rhenen machte in Arnhem die interessanteste Entdeckung seines Lebens."

Vom Damenblatt "Lybelle" kam eine überaus freundliche und tierliebende Journalistin und im Sonntagsblatt des "Telegraaf" erschien ein großes Porträt von Gloria auf der Titelseite mit der Unterschrift "Die Katze, die es nicht gibt!" was natürlich nicht ganz der Realität entsprach, denn es gab sie schließlich, nur hatte es eine ihrer Art nicht eher gegeben. Natürlich habe ich alle diese Artikel gut bewahrt.

Ein Reporter von einer Tageszeitung sah sich die Katzen an, hörte meinen Erläuterungen geduldig zu, schrieb ein wenig auf und vertraute mir dann an: "Ich mag eigentlich keine Katzen. Mir sind Hunde lieber, die sitzen nicht einfach so herum, mit denen kann man etwas anfangen. Mein....." und dann kamen ein paar Geschichten von seinem Hund. Wir standen dabei schon auf dem halben Wege zur Haustür und ich sagte freundlich ab und zu: "Ach ja, wirklich?" und oben auf der Garderobe saß Buena "so herum" und sah mit ihren Kulleraugen auf uns herab.

"Also, dann wollen wir mal" beendete der Reporter seinen Monolog und wendete sich in Richtung Tür. In dem Augenblick entschloss Buena sich von der Garderobe herunterzukommen, setzte ab, flog durch die Luft, machte eben eine kleine, ganz kurze Zwischenlandung auf der Schulter des Reporters und landete sanft kurz vor ihm auf dem Fußboden. Dort unten angekommen, drehte sie sich um und sah ihn nachdenklich an, in ihrer gebräuchlichen Beobachtungspose. Einen glücklichen Augenblick lang dachte ich, daß sie sich umdrehen und auch wieder über ihn auf die Garderobe zurückklettern würde. Aber sie murmelte nur kurz "ümmmm" und ging zur Seite.

Der Reporter sagte kurz: "Oh" und, ohne viel Überzeugung: "Auf Wiedersehen" und weg war er.

Komischer Weise wurde der Artikel, den er schrieb, dann doch recht ordentlich. Kurz und sachlich war der Bericht über die ersten in "Gefangenschaft" geborenen Oncillas, deren Mutter auf der Werft von der Firma Verolme, in Jacuacanga, wohlgemerkt(!), gefangen war, und über die vier halbwilden Katzen, die es - wissenschaftlich gesehen - eigentlich nicht geben könnte, und dann kam ein relativ begeisterter Bericht über Buena, "so eine Art zu klein geratener Leopard, der fast zahm ist."

Da Gloria und ihre drei Halbschwestern die Kinder von Abessiniermüttern waren, wurden auch meine Abessinier mit in den ganzen Sog der Publizität gezogen. Sie wurden mit fotografiert, man fragte nach ihrem Charakter und bewunderte sie, wenn sie sich, wie Abessinier das gern tun, gleich mit den Besuchern anfreundeten. Dass uns das fast zum Verhängnis werden sollte, ahnten wir glücklicherweise noch nicht.