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Hauskatzen am Topkapi

Ernährung | Jagd

fressender Gepard

Gepard

© Marcus Skupin

Die Nahrung des Geparden besteht überwiegend aus Gazellen, Antilopen, Impalas, Kudus oder auch Zebras sowie Vögeln, Hasen und Nutzvieh und wird tagsüber hauptsächlich am frühen Morgen oder am Spätnachmittag, wenn die Temperaturen einigermaßen erträglich sind, erjagt. Gelegentlich allerdings jagen Geparde auch in der gleissenden Sonne, was den Vorteil bietet, dass Nahrungskonkurrenten ruhen und die Chancen, das die eben erjagte Beute nicht durch Dritte gefressen wird, deutlich erhöht. Das natürliche Vorkommen von Geparden zeigt an, dass es Beutetiere in einer Größenordnung von 20-50 kg gibt. Die übliche Beute besteht aus Huftieren mit einem Gewicht von bis zu 40 Kilogramm (Quelle 13). Große Beutetiere wie beispielsweise Gnus werden nur in Ausnahmefällen angegriffen. Die Gefahr einer ernsthaften Verletzung, die für die Raubkatze zum Hungertod führen würde, ist einfach zu groß.

Die Jagdfrequenz liegt bei 2-3 Tagen, die Erfolgsquote bei unter 40 Prozent. Nur Weibchen, die Jungtiere zu versorgen haben und zusätzlich zum eigenen auch den Nahrungsbedarf des Nachwuchses erjagen müssen, gehen täglich auf die Jagd. Übrigens dürfen bei den Geparden - im Gegensatz z.B. zu den Löwen - die Jungtiere immer zuerst fressen.

Gepard

© 2012, Marcus Skupin

Geparde nähern sich zunächst langsam an Beutetiere an, suchen sich dabei ein bestimmtes Tier aus der Herde aus und jagen dieses dann mit Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h. Dieses Tempo können sie allerdings nicht lange durchhalten. Nach etwa 300 bis 500 Metern reduzieren sie ihr Tempo bereits wieder und verbrauchen bei der Jagd sehr viel Energie. Eine längere Hetzjagd, wie sie gelegentlich durch den Vergleich mit Hunden angedeutet wird, kommt nicht vor. Ist die Beute erreicht, wird sie mit den Vorderpranken zu Boden geworfen und durch Kehlbiss - der zum Ersticken der Beutetiere führt - getötet. Da das Gebiss des Geparden nicht so kräftig ist, wie das anderer Raubkatzen, dauert das Ersticken der Beute, je nach Größe, im Schnitt etwa 5 Minuten. Die Schrittlänge des Geparden wurde - während des Sprints - übrigens mit bis zu 6 Metern gemessen.

Eine frühere Studie, nach der angenommen wurde, der Gepard müsse seinen Sprint wegen Überhitzung der Körperzellen abbrechen, wurde durch neueste Untersuchungen widerlegt. Tatsächlich bleibt die Körpertemperatur der Geparde bei der Verfolgung ihrer Beute im Rahmen der täglich üblichen Schwankungen (Hetem u.a., Q).
Während die Herzfrequenz eines ruhenden Geparden bei 120-170 Schlägen in der Minute liegt, steigt sie nach der Jagd erheblich an. Auch die Atemfrequenz steigt - von etwa 20-30 Atemzügen im Ruhezustand - deutlich an. Messungen der Forscher ergaben hier beispielsweise 93 Atemzüge/Minute nach erfolgloser Jagd auf eine Antilope und 120 Atemzüge pro Minute nach erfolgreicher Erbeutung eines Warzenschweins.

Geparde

© 2015 Marcus Skupin

Bevor das geschlagene Wild gefressen wird, ruhen Geparde zunächst aus. In einem der von Robyn Hetem und Kollegen beobachteten Fall, dauerte es 2 Stunden, bevor der Gepard seine Beute zu fressen begann). Die Beute wird möglichst an einen schattigen Ort gezogen und dort verschlungen. Problematisch ist, das während der erforderlichen Verschnaufpause die Tiere ihre Beute oft nicht wirksam verteidigen können, so dass diese zwischenzeitlich häufig durch Löwen, Hyänen oder auch Paviane gefressen wird. Einzeln lebende Geparde sind diesbezüglich besonders benachteiligt. Gepardengruppen gelingt es hingegen oft, andere Räuber eine zeitlang abzuwehren und somit zumindest einigermaßen gesättigt das Feld zu verlassen.
Erst mit Jagdende erhöhte sich die Körpertemperatur der Jäger, was die Forscher auf den Stress der Jagd selbst sowie des Ausschauhaltens nach Nahrungskonkurrenten wie Löwen oder Hyänen zurückführen.

Gepardenfamilie

© 2015 by Marcus Skupin

"Cheetah do not abandon hunts because they overheat"; Biological Letters, 24.07.2013; Robyn S. Hetem, Brenda A. de Witt, Linda G. Fick, Leith C.R. Meyer, Shane K. Maloney, Duncan Mitchell, Andrea Fuller;