Hauskatze
Heilige Birmakatze
Sandkatze
Eurasischer Luchs
Gepard
Hauskatzen am Topkapi

Serval - Verhalten

Der Serval

Serval

© 2012, Marcus Skupin, Welt der Katzen

Servale leben als Einzelgänger. Interaktionen mit anderen Servalen beschränken sich meist auf Territorialkämpfe sowie Paarung und Aufzucht der Jungen durch die Mutter. Die Geschlechter finden im Normalfall lediglich in der Paarungszeit zueinander (vgl. Abschnitt Fortpflanzung). In Ausnahmefällen kommt es vor, dass Männchen und Weibchen, wenn sie zufällig aufeinander treffen, eine kurze Zeit gemeinsamen Weges gehen, jagen oder einen Ruheplatz teilen. Während der Aufzucht des Nachwuchses können kleine Gruppen von Servalen beobachtet werden, die aus Mutter und Jungen bestehen.

Servale kommunizieren chemisch, visuell und taktil. Sie markieren ihr Territorium durch das Setzen von Harnmarken ebenso wie durch das Reiben ihrer Wangen an Boden und Felsen sowie durch Kotmarken und Kratzspuren.
Geemtsma berichtet von einem männlichen Serval, der bei der "Verfolgung" eines Weibchens binnen 4 Stunden sage und schreibe 566 Markierungen setzte.
Die Größe eines Servalreviers beträgt in Abhängigkeit von vorhandenen Deckungsmöglichkeiten und natürlich der Beuteverfügbarkeit zwischen 11,5 und 20 Quadratkilometern, wobei die Territorien weiblicher Servale sich nie überlappen. Die Reviere ausgewilderter Servale bleiben übrigens mit durchschnittlich 6,2 qkm erheblich kleiner als die in der Wildnis geborener Individuen.

Der Serval jagt meist in den frühen Morgenstunden oder nachmittags mit Eintritt der Dämmerung bis in die Nacht. Die Zeit der Mittagshitze ruhen die Katzen meist. Sind menschliche Siedlungen in der Nähe, so verschieben Servale ihre Jagdaktivität zum Teil in die Nachtzeiten. Ähnliche Beobachtungen konnten übrigens auch bei Tigern in Nepal gemacht werden.
Während der Jagd werden Entfernungen zwischen 1000 Metern (nachts) und 2,4 km (tags) zurückgelegt. Weibchen sind aktiver als männliche Servale. Während der Trockenzeit nehmen die Jagdstrecken ab. Durch die Färbung ihres Fells verschmelzen Servale im hohen Gras mit ihrer Umgebung, schleichen von Deckung zu Deckung.
Zu Beginn der Jagd sucht der Serval die Umgebung visuell nach möglicher Beute ab. Das ideale Jagdgelände befindet sich nahe bestehender Pfade oder Wege, da der Serval dort in alle Richtungen lauschen und sich geräuschlos fortbewegen kann. Zwischendurch verharren die Katzen bis zu 15 Minuten bewegungslos. Hört der Serval das Geräusch eines Beutetieres, so bewegt er seine Ohren um den genauen Standort der Beute zu orten, schleicht sich bis auf eine Entfernung von 1 bis 4 Metern heran und springt dann so, dass er mit den Vorderpfoten auftrifft. Durch die Wucht des Aufpralls wird das Beutetier in vielen Fällen bereits getötet. Verfehlt er die Beute, so sollen ihm die langen Beine Sprints bis zu einer Geschwindigkeit von 80 km/h ermöglichen.

Befindet sich das Beutetier unter der Erde, so wühlen und graben Servale die Erde auf um die Beute aufzustöbern. Auch bei fliegender Beute ist der Serval durchaus zum Fang in der Lage. Insbesondere tief fliegende Wasservögel, Flamingos, Enten oder Löffler werden gelegentlich im Sprung erbeutet, gerupft und verzehrt.

Wie bei der Hauskatze bekannt, so wird insbesondere von jungen Servalen, gelegentlich auch von ausgewachsenen Tieren berichtet, dass sie mit ihrer Beute "spielen", sofern diese nicht sofort getötet wird. Der Serval wirft dabei Ratten, Mäuse und Vögel in die Höhe. Schlangen lässt er ein Stück forthuschen, bevor er ihnen erneut nachstellt und sie tötet.

Im Normalfall wird gefangene Beute an Ort und Stelle verzehrt.