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Sinnesorgane

Die Sinne der Katze

Katzensinne

Sinne der Katze

© Marcus Skupin

Die Sinne der Katze sind auf ihr Leben als Raubtier ausgerichtet.

Sie verfügt zunächst über die gleichen Sinne wie der Mensch, nämlich Seh-, Gehör-, Geruchs-, Tast- und Geschmackssinn. Allerdings unterscheidet sich die Ausprägung dieser Sinne von der des Menschen.

Außer diesen 5 Sinnen, verfügen Katzen allerdings noch über weitere Sinne.

Einer davon ist der Gleichgewichtssinn, der zwar grundsätzlich auch beim Menschen vorhanden ist, bei der Katze aber weitaus besser funktioniert. - Kein Wunder. Menschen leben schließlich auf dem Boden; Katzen hingegen bewegen sich auch balancierend auf Zäunen, Mauern, Bäumen etc. und springen sehr oft. Das für den Gleichgewichtssinn zuständige Organ ist übrigens der sogenannte Vestibularapparat, der sich im Innenohr befindet.

Darüber hinaus besitzen Katzen einen besonderen Ortssinn und das Jacobson´sche Organ, das ihnen eine besondere Chemokommunikation ermöglicht.

Der Sehsinn der Katze ist erheblich besser als der des Menschen. Er ist auf die Jagd, insbesondere in der Dämmerung, abgestellt. Die an der Vorderseite des Kopfes sitzenden Augen ermöglichen - wie auch bei uns - durch die Überschneidung des Blickwinkels jeden einzelnen Auges ein räumliches Sehen, das z.B. für das Abschätzen von Entfernungen unerlässlich ist.
Das Gesichtsfeld einer Katze, d.h. der Bereich, in dem diese ohne eine Drehung des Kopfes sehen kann, ist erheblich größer als das unsere, es beträgt insgesamt 280 Grad. Innerhalb dieses Blickfeldes sieht die Katze auf etwa 120 Grad räumlich, da dieser Winkel von beiden Augen "abgedeckt" wird. Zusätzlich wird durch jedes Auge ein Winkel von je 80 Grad abgedeckt, in dem die Katze zwar nicht räumlich sieht, ihr aber trotzdem keine Bewegung entgeht.
Bei Dunkelheit können sich die Pupillen der Katze bis etwa 90 Prozent der Augenfläche weiten und es reicht ihr noch ein Sechstel der Lichtmenge, die ein menschliches Auge benötigen würde, um ein Bild zu sehen. Grund für diese besondere Leistung der Augen ist der Aufbau des Katzenauges, das sich vom menschlichen Auge in einigen wichtigen Punkten unterscheidet. Neben dem Abstand der Netzhaut zum Augapfel und der stärkeren Krümmung der Netzhaut gehört hierzu eine weitere "Einrichtung" die die Katze uns Menschen voraus hat. Sie besitzt ein sogenanntes "tapetum lucidum", eine reflektierende Schicht an der Augenrückseite, durch die das wenige bei Dämmerung einfallende Licht "gespiegelt" wird, so dass in der Netzhaut die in den Lichtwellen enthaltenen Daten nochmals "gelesen" werden können. Das "tapetum lucidum" ist übrigens auch der Grund dafür, dass Katzenaugen bei Dunkelheit leuchten, sofern sie von einem Lichtstrahl berührt werden.
Katzen können Farben unterscheiden. Blau, Grün und Gelb werden gut, Rot wahrscheinlich gar nicht gesehen. Die verhältnismäßig schlechte Farbsicht der Katze rührt von der niedrigen Zahl sogenannter Zapfenzellen her. Katzen besitzen hingegen eine größere Anzahl von Stäbchenzellen, die für die Schwarz-Weiß-Sicht erforderlich sind und der Katze bei Dämmerung oder Dunkelheit gute Dienste erweisen.

Katzen verfügen auch über ein ausgezeichnetes Gehör. Der Frequenzbereich geht hierbei bis zu etwa 65.000 Hz, was den des Menschen um mehr als das Dreifache übersteigt. Selbst das leiseste Rascheln und das leichteste Quieken, von Nagetieren wird noch erfasst.
Die Ohren einer Katzen lassen sich unabhängig voneinander in fast alle Richtungen drehen, wodurch es ihr möglich ist, Beutetiere regelrecht zu orten und selbst bei Dunkelheit durch einen gezielten Sprung zu erwischen.

Puma

© 2012, Marcus Skupin

Der Geruchssinn von Katzen ist etwa dreifach besser als der des Menschen, andererseits aber bei weitem nicht so gut wie der des Hundes. So besitzt der Mensch etwa 5 bis 20 Millionen Geruchszellen, die Katze bringt es auf etwa 60 bis 65 Millionen und der Hund gar auf 70 bis 200 Millionen Geruchszellen. Bei der Wahrnehmung mancher Gerüche, Baldrian, Katzenminze etc. reagieren viele Katzen regelrecht berauscht. Hier spielt neben dem reinen Riechen allerdings auch das Jacobson´sche Organ (Vomeronasalorgan) eine wichtige Rolle, mit dessen Hilfe chemische Substanzen (z.B. Drüsensekrete) ausgewertet werden können. Der Geruchssinn ist wie auch der Tastsinn bereits bei neugeborenen Katzen entwickelt.

Schließlich verfügen Katzen auch noch über einen Geschmackssinn. Dieser ist allerdings bei weitem nicht so ausgeprägt wie bei den Menschen, sondern hauptsächlich darauf ausgerichtet, die für die Katze wichtigen tierischen Aminosäuren im Fleisch zu erkennen. Katzen besitzen 473 Geschmacksknospen, Menschen hingegen 9000 Geschmacksknospen. Es gilt heute als sicher, dass Katzen nicht in der Lage sind, "Süsses" zu erschmecken. Sie können allerdings durchaus saure, salzige und bittere Substanzen unterscheiden. Die Geschmacksknospen sitzen ebenso, wie kleine nach hinten gerichtete "Hornstacheln" auf der Katzenzunge. Diese Hornstacheln wirken wie eine Raspel, mit der Fleischstücke von Knochen geschabt werden.

Der Ortssinn der Katzen verleiht diesen wunderschönen Tieren, die Fähigkeit selbst über große Entfernungen ihr Heim wiederzufinden. Ob die Katzen sich hierbei an Geräuschen etc. oder etwa an elektromagnetischen Feldern der Erde orientieren, ist derzeit noch nicht endgültig geklärt. Untersuchungen haben allerdings ergeben, das an Katzen befestigte Magnete das mit dem Ortssinn verbundene "Heimfindevermögen" stören, was ebenso wie die Tatsache, das im Katzenhirn kleine Mengen Eisen eingelagert sind, für die zweite Annahme sprechen würde.

Schließlich ist auch der Tastsinn der Katzen etwas ganz Besonderes. Am auffallendsten sind auf den Tastsinn der Katze bezogen sicherlich die Tasthaare, die die Katze deutlich sichtbar an Ober- (in vier bis fünf Reihen) und Unterlippe sowie über den Augen trägt. Die Tasthaare im Gesicht werden auch als Schnurrhaare bezeichnet. Auch an Kinn und Wangen sowie an den Vorderbeinen (Rückseite) befinden sich Tasthaare.
Die Tasthaare sind an den Haarwurzeln, die dreimal tiefer in der Haut liegen als normale Haarwurzeln, mit zahlreichen Nerven verbunden. Diese leiten die empfangenen Signale ans Gehirn der Katze weiter. So werden z.B. Bewegungen im Nahbereich der Katze aber wohl auch Hindernisse oder enge Stellen unabhängig vom Sehsinn der Katze "gemeldet". Die Vibrissen, wie die Tasthaare auch heissen, sind bereits bei Neugeborenen voll entwickelt (im Gegensatz zum Seh- und Gehörsinn) was die Wichtigkeit dieses Sinnes gerade auch für die junge Katze verdeutlicht. Viele Katzenmütter beissen übrigens ihrem Nachwuchs die Schnurrhaare ab, um sie ein wenig in ihrem "Bewegungsdrang" zu bremsen.
Die Tasthaare im Schnauzenbereich sind zum Teil beweglich und können dem menschlichen Beobachter Aufschluss über die Stimmung der Katze geben. Ebenfalls dem Tastsinn der Katze zuzuordnen sind die empfindlichen Sohlenballen der Katze. Die Empfindlichkeit ist so groß, das Katzen bereits leichte Erschütterungen wahrnehmen und so auch Gefahren für den Menschen - wie Erdbeben erfassen können.