Hauskatze
Heilige Birmakatze
Sandkatze
Eurasischer Luchs
Gepard
Hauskatzen am Topkapi

Katzenhybriden

Großkatzenhybriden

von Marcus Skupin

In "früheren" Zeiten, insbesondere im 19. Jahrhundert, als Großkatzen die Sensation im Zirkus oder Zoologischen Garten waren, wurde verschiedenlich versucht, den Menschen einen zusätzlichen Kick zu verschaffen, indem man noch exotischere Tiere selbst erschuf.

Hierzu wurden verschiedene Großkatzenarten wie Löwen und Tiger sowie auch andere Großkatzen miteinander gekreuzt. Die Nachkommen z.B. Liger oder Tigon genannt, je nachdem welche Katzenart als Vater bzw. Mutter herhalten musste. Die Kreuzungen (Hybriden) waren meist unfruchtbar.

Glücklicherweise hat man den Unsinn dieser Handlungsweise zwischenzeitlich eingesehen(?) und derartige Verpaarungen werden nicht mehr vorgenommen. Vielmehr wird bezüglich der Großkatzen heut zu Tage auf die Reinzucht der Arten geachtet.

Kleinkatzenhybriden

Bengalkletterei

© Gerrit Holzhueter

Was bei den Grosskatzen zwischenzeitlich eher der Vergangenheit angehört, nämlich die Kreuzung unterschiedlicher Arten zur Schaffung neuer Arten bzw. Rassen, erfreut sich bei den Kleinkatzen - zunächst in den USA - zwischenzeitlich auch bei uns, zunehmender Beliebtheit.

Ziel der Kreuzungen ist die Züchtung neuer Katzenrassen, zumeist mit "wildem" Aussehen aber natürlich einem umgänglichen Charakter, denn welcher Katzenbesitzer möchte schon im wahrsten Sinne des Wortes einen kleinen Tiger in seinem Heim haben?

Der Grundstein für diese neuen Rassen ist zumeist eine wilde Katzenart, die dann mit domestizierten Katzen (Haus- oder Rassekatzen) gepaart wird.

Neben der Einhaltung der verschiedenen gesetzlichen Vorgaben (in Deutschland z.B. dem Washingtoner Artenschutzabkommen (WA), dem Tierschutzgesetz, den Mindestanforderungen zur Haltung von Säugetieren (hier: Wildkatzenarten) sowie der Vollzugshinweise zum Artenschutzrecht sind diese Züchtungen sehr aufwendig, erfordern ein umfangreiches Wissen sowie eine Menge Platz und Geld. Allein die Anschaffung der Zuchttiere schlägt schnell mit Eurobeträgen im fünfstelligen Bereich zu Buche.

Bei Paarung mit der Wildart, die auf natürliche Art und Weise erfolgt, wird i.d.R. die weibliche "Hauskatze" von der männlichen Wildkatze gedeckt. Männliche Nachkommen der ersten Generationen sind im Gegensatz zu den Weibchen nicht fortpflanzungsfähig.

Hybridrassen

Bengalkatze

© Tanya Weren-Akin

Viele der heutigen, neuen Hybridrassen sind nur bei wenigen Zuchtverbänden bzw. noch gar nicht anerkannt. Sie befinden sich noch im sogenannten Experimental-Stadium.

Als Hybrid-Katzenrassen zu nennen sind:
(Anm.: bei der Verpaarung ist zuerst die Wildkatzenart genannt. Unter Hauskatze werden auch die verschiedenen Rassekatzen verstanden.)

Bengal = wilde Bengalkatze (Prionailurus bengalensis) x Hauskatze (Amerikanisch Kurzhaar)
Bristol = Langschwanzkatze/Margay (Leopardus wiedii) x Hauskatze
Caracat = Karakal (Caracal caracal) x Hauskatze (Maine Coon)
Chausie = Rohrkatze (Felis chaus) x Hauskatze
Dschungel Bob = Rohrkatze (Felis chaus) x Hybridkatze (Pixie Bob)
Dschungel Curl = Rohrkatze (F. chaus) x Hauskatze (American Curl) u.a.
Euro-Chausie = europ. Wildkatze (Felis s. silvestris) x Chausie
Kanaani = Falbkatze (Felis s. libyca) x Hauskatze
Machbagral = Fischkatze (Prionailurus viverrinus) x Hauskatze (schwarz mit durchschimmerndem Tabbymuster)
Safari = Salz-/Kleinfleckkatze (Oncifelis geoffroyi) x Hauskatze (Kurzhaar; oft Bengal)
Savannah = Serval (Leptailurus serval) x Hauskatze (Bengal)
Tilaran* = Ozelotkatze/Oncilla (Leopardus tigrinus) x Hauskatze (Abessinier)
Viverral = Fischkatze (Prionailurus viverrinus) x Hauskatze (frühe Bengal)
etc.

Einzelheiten zu den Hybridkatzenrassen finden Sie im Rasse-ABC.

Weitere Infos zur Haltung exotischer Katzen.