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Gepard
Hauskatzen am Topkapi

Chemokommunikation

Einblicke in eine besondere Art der Verständigung

Abessinier-Katze

Abessinier, sorrel

© Marcus Skupin

Lebewesen, die in Gruppen oder Familienverbänden zusammenleben, müssen sich miteinander verständigen. Auch für sogenannte "Einzelgänger", zu denen die meisten Arten der heute lebenden Katzen gezählt werden, besteht eine Notwendigkeit miteinander kommunizieren zu können.

Ohne Kommunikation wäre es kaum denkbar, das die Mutterkatze von ihren streunenden Jungen wiedergefunden wird, das der Kater - lange bevor der über gewisse Kommunikationsmöglichkeiten nicht verfügende Mensch etwas merkt - weiß, das seine Gefährtin rollig und somit bereit ist zur Fortpflanzung oder auch das Löwinnen gemeinsam auf die Jagd gehen.

Unter Kommunikation, besser Biokommunikation, versteht man den Informationsaustausch, d.h. die Übertragung von Signalen zwischen zwei oder mehreren Organismen.

Als Möglichkeiten der (Bio-)Kommunikation stehen mehrere Verfahren zur Auswahl, die alle über gewisse Vor- und auch Nachteile verfügen.

Neben den auch vom Menschen bewusst eingesetzten Verfahren der optischen Kommunikation (Wahrnehmung von Farbe und Formen, Gestik und Mimik) und der akustischen Kommunikation (Wahrnehmung von Lauten), gibt es noch drei weitere Kommunikationsverfahren, nämlich die chemische, die thermische und die taktile Biokommunikation.

Zu Wahrnehmungen der drei letztgenannten Signale ist der Mensch nur bedingt (und oft unbewusst) fähig. Für die zumeist nachtaktive Katze gehören Signale dieser Art, da sie auch bei Dunkelheit wahrgenommen werden, zu den wichtigen Informationsquellen.

europäische Wildkatze

europäische Wildkatze

© 2010, Marcus Skupin, Welt der Katzen

Stoffwechselprodukte und Pheromone

Klosterkatzen, Griechenland

© 2008, Marcus Skupin

Katzen bedienen sich neben der anderen Biokommunikationsmöglichkeiten in starkem Maße auch der sogenannten Chemokommunikation. Zur Chemokommunikation werden chemische Substanzen eingesetzt. Dies sind entweder Stoffwechselprodukte, wie Schweiß, Urin oder Kot oder auch in speziellen Drüsen gebildete Pheromone.

Die bekannteste Verhaltensweise, die in diesen Bereich gehört, ist das "Köpfchengeben", d.h. das Reiben des Kopfes am menschlichen Betreuer, Artgenossen und Gegenständen. Hierdurch gibt die Katze zu verstehen, "Du gehörst zu mir", bzw. zu meinen "Familienmitgliedern" und in mein Territorium.

Katzen verfügen über derartige Duftdrüsen an zahlreichen Körperstellen. Alleine am Kopf der Katze sitzen die Drüsen an den Schläfen (Temporaldrüsen), unter dem Kinn und an der Unterlippe. Darüberhinaus jedoch auch entlang des Rückens, am Analbeutel, am Schwanz (Suprakaudaldrüsen) und an den Fußballen.

Über die ausgesendeten Düfte können Katzen zweifelsfrei feststellen, welches Geschlecht z.B. ein im Dunkeln angetroffener Artgenosse hat (Analkontrolle), wann etwa das andere Tier am Ort der gesetzten Duftmarke gewesen ist, ob ein etwaiger Geschlechtspartner paarungsbereit ist.

Darüberhinaus wird das Territorium einer Katze durch das Absetzen der Duftmarken (Markieren) abgegrenzt.

Die Katze nimmt die Düfte über sogenannte Chemorezeptoren, die sich in der Nase, an der Zunge und im Jakobson´schen Organ befinden, durch Schnuppern oder Flehmen auf.

Baldrian, Katzenminze...

Interessante Auswirkung der Chemokommunikation ist das Verhalten, das viele Katzen an den Tag legen, wenn sie gewisse Duftstoffe, wie z.B. des Baldrians oder der Katzenminze wahrnehmen.