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Gepard
Hauskatzen am Topkapi

Körpersprache

Um die Körpersprache der Katzen zu verstehen, müssen wir uns zunächst bewusst machen, dass die Katze verschiedene Möglichkeiten hat, mit ihren Artgenossen zu kommunizieren.

Diese unterscheiden sich zum einen in der Wahl des Kommunikationsmittels (und der Organe, mit denen sie wahrgenommen werden können), zum anderen in der Reichweite.

Sowohl die Körperhaltung; steht, liegt oder bewegt sich die Katze, als auch die Details der Stellung von Ohren und Vibrissen, der Augen und die Schwanzhaltung können den aufmerksamen Beobachter Aufschluss darüber gehen, in welcher Stimmung sich die Katze befindet.

Im Folgenden einige Beispiele, die die verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten der Katze verdeutlichen:

Reiben an Katze, Mensch und Gegenständen

Durchstreift eine Katze ihr Revier, so berührt sie mit ihrem Körper fast beiläufig andere Katzen, Menschen und Gegenstände. Typisch ist das sogenannte "Köpfchen geben", bei dem Katze etwas mit dem Kopf anstupst (sie sagt quasi, "hallo") und sich kurz daran reibt.

Dieses Verhaltensweise ist dem Markierverhalten zuzuordnen. Die Katze markiert einen Gegenstand sowie Katzen und Menschen in ihrem Revier. Damit gibt sie anderen Katzen und auch uns Menschen zu verstehen, "das ist meins..", "das gehört zu mir".

Oft ist beim "Köpfchen geben" das Katzenmäulchen leicht geöffnet. Die Katze nimmt dabei Gerüche auf, die ihr zusätzliche Informationen liefern.

Katzenbuckel

Beine vollständig gestreckt, Rücken gekrümmt ... . Der berühmte Katzenbuckel dient der Vergrößerung des Körperumfangs, die Katze sieht bedrohlich aus. Sie versucht ihrem Gegenüber zu imponieren und zeigt einem möglichen Gegner damit, "schau wie groß (... und gefährlich) ich bin". Das Fell wird in diesem Fall zusätzlich gesträubt. Zudem steht die Katze seitlich um ihre Größe zu unterstreichen.

In vielen Fällen lässt sich durch solches Imponiergehabe ein sonst vielleicht unausweichlicher Kampf vermeiden.

Eher zufällig entsteht ein Katzenbuckel auch, wenn die Katze sich nach einem Schläfchen reckt. In dieser Situation ist das Katzenfell nicht gesträubt.

Bauch zeigen

Im Gegensatz zum Hund, der sich auf den Rücken legt um anzuzeigen, dass von ihm keine Gefahr ausgeht und er sich unterwirft, ist eine Katze, die ihren Bauch zeigt, abwehr- und kampfbereit.

In dieser Position ist eine Katze in der Lage, blitzschnell mit den scharfen Krallen aller vier Pfoten zuzuschlagen und zudem die spitzen Zähne zum Einsatz zu bringen.

Katze putzt sich

Das Putzen des Fells ist eine Ausdrucksweise des Komfortverhaltens und dient der Körperpflege. Beim Putzen wird das Fell beleckt sowie einzelne Haare oder Haarbüschel durch die Schneidezähne gezogen und damit gereinigt.

Ein weiterer Grund für das Putzen des eigenen Fells kann bei hohen Außentemperaturen das Bedürfnis sein, sich abzukühlen. Die Befeuchtung des Fells erzeugt durch die auftretende Wasserverdunstung einen Kühleffekt und dient damit der Thermoregulation der Katze.

Katze putzt andere (auch den Menschen)

Darüber hinaus hat Putzen jedoch eine weitere nicht zu unterschätzende Funktion. Leckt die Katze des Fell anderer Katzen oder auch die Haut ihres Menschen, so dient diese Verhaltensweise normalerweise der Stärkung der familiären Bindung.

Treteln

Die abweschselnde, rhytmische Bewegung der Vorderpfoten - meist auf einem weichen Gegenstand - wird als Treteln bezeichnet.

Diese Bewegungsfolge wird als Überbleibsel aus der Kindheit der Katze interpretiert. Mit dem Milchtritt bearbeiten Katzenbabys die Zitzen der Mutter um den Milchfluss anzuregen.

Das Verhalten wird daher als Geste der Zufriedenheit, des Vertrauens und Wohlfühlens angesehen.

Zwicken in die Haut

Zwickt die Katze ihren Menschen leicht in die Haut kann dies entweder im Zusammenhang mit der gegenseitigen Körperpflege stehen (Grooming) und damit ein Zeichen des Vertrauens und der Zuneigung sein.

In anderem Zusammenhang kann das Zwicken allerdings auch eine leichte Warnung darstellen, "lass mich jetzt in Ruhe".

Um sicherzugehen, was im jeweiligen Fall gemeint ist, muss auf die übrige Körpersprache der Katze geachtet werden.

Pfote schütteln

Eine Katze, die ihre Pfote schüttelt, bringt damit zum Ausdruck, das ihr beispielsweise der Untergrund unangenehm ist. Tyische Situation: die Katze tritt von der Terrasse in den Garten und unverhofft auf nasses Gras oder Schnee.

Nach dem Besuch der Katzentoilette, wird ebenfalls gelegentlich die Pfote geschüttelt um anhaftendes Katzenstreu loszuwerden.

Pfotenschütteln nach dem Fressen wird als "das war jetzt nicht so lecker" gedeutet.

Starren, einen Punkt im Raum

Es ist gar nicht so selten, dass Katzen ohne ersichtlichen Grund einen Punkt an der Decke oder Wand anstarren. Manche tun das immer nahezu zur gleichen Tageszeit, andere sporadisch aber doch immer wieder.
Einige Katzen Maunzen dabei noch, das Fell plustert sich auf und manches Tier macht auf dem Absatz kehrt und verkrümelt sich in eine geschützte Ecke.

Wie genau der Mensch auch nachsieht... Im Regelfall gibt es an der Stelle des kätzischen Interesses für uns nichts zu sehen. Keine kleine Fliege oder Spinne, auch keine Spinnenwebe ..., einfach nichts. Da ist nichts, zumindest nichts was Mensch zu sehen in der Lage wäre ... (*teuflisch lach*)

Doch im Ernst. Da kann man dann schon einmal ins Grübeln kommen, ob Katzen (gleiche Phänomene sind übrigens auch von Hunden oder Frettchen beschrieben) vielleicht die Fähigkeit besitzen, tatsächlich "Dinge" zu sehen, die außerhalb der menschlichen Wahrnehmung liegen. Paranormale Fähigkeiten also... .

Ein interessantes Thema, das jedoch den Rahmen meiner Überlegungen an dieser Stelle sprengen würde.

Beschwichtigungsgeste

Als Reaktion auf ein Anstarren werden Katzen meist dem Blick ausweichen und sich ggf. zur Seite drehen, bzw. dem Gegner den Rücken zukehren (vgl. Anstarren).

Als weitere Beschichtigungsgeste ist es zu werten, wenn sich zwei Katzen gegenüber stehen und sich eine von beiden "klein macht", in dem sie sich zum Beispiel hinkauert. Damit bringt sie ihre Friedfertigkeit zum Ausdruck.

Schließt eine Katze im wachen Zustand ihre Augen beabsichtigt sie ebenfalls ihr Gegenüber zu beschwichtigen. Eine etwaige Gefahr wird ausgeblendet und dadurch Spannung abgebaut. Die Mitkatze wird diese Geste als Kapitulation werten und von weiteren Aggressionen Abstand nehmen.

Ausführliche Informationen zur Sprache der Katzen finden sich in dem Buch

Kompendium der Katzensprache
Edition Welt der Katzen, Band 8
ISBN: 978-3-7460-3103-3