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Hauskatzen am Topkapi

Isy 2

Berührung ohne Angst

– Isy zum zweiten Mal

Patienten die eine Traumatisierung erlebt haben, vor allem mit körperlichem Missbrauch und/ oder Misshandlung haben häufig Schwierigkeiten mit körperlicher Nähe. Die Katzen in meiner Praxis gehen auf die Patienten zu, je nach eigenem Naturell eher fordernd oder eher zurückhaltend.

Insbesondere Isy erregt bei Patientinnen mit Traumaerfahrung Aufsehen. Isy stammt wie sein Bruder aus Tunesien. Dort haben beide Katzen einen massiven Katzenschnupfen durchstehen müssen. Ohne mein Eingreifen mit Medikamenten hätte Isy wahrscheinlich nicht überlebt. Und eben dieses Eingreifen hat ihm mehrmals tägliche Augenwaschungen (ein Auge hatte ein Geschwür, auf diesem ist er heute blind), übel schmeckende Medikamente und ständig Hochnehmen beschert. Als in Tunesien frei lebender Kater, war dies für ihn alles andere als angenehm. Aber er hat alle traumatischen Situationen überlebt, wenn auch mit einer Behinderung.

Im Kontakt zu neuen Patienten ist er sehr vorsichtig, lässt sich kaum anfassen, springt bei leichten Geräuschen weg und wenn sich jemand bewegt, sucht er gleich das Weite. Doch hat er zu jemanden Vertrauen gefasst – was aber etliche Therapiestunden dauern kann – dann kommt er zu den Patienten und will gestreichelt und mit Leckerlis versorgt werden. Aber es braucht eben seine Zeit und vorsichtiges auf ihn Zugehen. Patienten, die nicht sehr einfühlsam vorgehen, haben bei ihm keine Chance.

Und genau solche Partner benötigen traumatisierte Patientinnen, Partner mit Geduld, sehr einfühlsam und vorsichtig, vor allem was körperliche Nähe angeht.

Die Katzen in meiner Praxis bieten diese körperliche Nähe als Erfahrung an, ohne Hintergedanken, ehrlich. Und sie richten nicht über den Patienten. Und so kann ein vertrauensvolles Umgehen miteinander entstehen, häufig für Patientinnen der erste unbelastete körperliche Kontakt mit einem anderen Lebewesen. Solche Erfahrungen stärken und machen Mut, es auch in anderen Situationen zu versuchen. Natürlich – wie Isy selbst auch – mit Vorsicht und ganz langsam, damit ich meine eigenen Gefühle genau erspüren kann und feststelle, was mir wirklich gut tut und was nicht.