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Hauskatzen am Topkapi

klappernde Mäuse?

Angsterkrankungen,

klassisches Konditionieren und warum klappern die Mäuse?

Patienten mit Angsterkrankungen (jeder dritte bis vierte Deutsche entwickelt im Laufe seines Lebens eine Angstproblematik), fragen sich häufig, warum sie vor bestimmten selbstverständlichen Dingen oder Situationen Angst haben. So ist doch z.B. das Einkaufen und das damit häufig in der Schlange anstehen müssen eine alltägliche Gegebenheit, ebenso ist es selbstverständlich, dass wir Auto fahren und dabei auch Tunnel problemlos durchqueren können. Und ein Mensch, der Angst vor Spinnen, Mäusen oder anderem Kleingetier hat, der muss doch verrückt sein oder zumindest bald verrückt werden. Alle Versuche von Freunden und Bekannten, immer wieder zu erklären, dass der betroffene Mensch in dieser Situation keine Angst zu haben brauche, sind ergebnislos. Die Angst ist da und im besten Fall wird sie größer und weitet sich aus.

Die Wiederholungen dieser Aussagen durch einen Therapeuten lösen die Probleme auch nicht. Es ist notwendig, mich meiner Angst zu stellen, immer wieder die Angst auslösenden Situationen aufzusuchen und zu üben und bestenfalls auch zu erkennen, woher diese Ängste kommen. Wie kann mir dabei eine Therapiekatze helfen? Weil sie auf klappernde lila Mäuse reagiert!?

Die psychologische Theorie des Klassischen Konditionierens erklärt, wie es möglich ist, das sich zwei Reizsituationen, die ursprünglich in keiner Weise zusammenhängen, verbinden. Diese Theorie wurde mit Hunden entwickelt. Ein Hund der häufig bei Darbietung von Essen (Sehen und Riechen von Essen führt beim Hund zu Speichelfluss) gleichzeitig ein Klingelgeräusch wahrnimmt, erwartet nach mehrmaliger Wiederholung bereits beim Hören des Klingelgeräusches, das wieder Essen angeboten wird (auch wenn dies nicht der Fall ist). Also speichelt er bereits, wenn er den Klingelton hört, ohne dass das Essen angeboten wird. Jeder Mensch, der einen Hund speicheln sieht, wenn er eine Klingel hört, würde zunächst mal denken, der Hund ist verrückt.

Genauso wie die Hunde im Originalexperiment lassen sich auch Katzen konditionieren. Meine Therapiekatzen mögen eine besondere Sorte Trockenfutter sehr gern. Diese Sorte habe ich in lila Dosen. Wenn ich mit einer solche Dose klappere, erscheinen gleich mehrere, um sich einen Leckerbissen abzuholen. Für die Katzen ist klar, dass es bei diesem Geräusch etwas zu essen gibt, auch wenn dies nicht immer der Fall ist. Katzen ernähren sich häufig von Kleintieren, besonders Mäusen. Jede „normale„ Katze würde sich wundern, dass meine Therapiekatzen denken, dass Mäuse klappern und würde annehmen, dass diese Katzen verrückt sein müssen. Aber für jeden Patienten, der die Hintergründe erfährt, ist klar, die Katze kann zunächst nicht anders, sie hat es so gelernt.

Und was ich gelernt habe, kann ich wieder umlernen. Und schon entwickelt der Patient Verständnis für seine Ängste, sie erscheinen ihm nicht mehr so völlig undurchschaubar. Mit diesem Wissen ist es leichter, sich auf den Weg zu machen, zu erkennen, woher meine Ängste stammen und neue Verknüpfungen zu erlernen. So kann ein verhaltenstherapeutisches Programm gegen die Angst entstehen.