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Hauskatzen am Topkapi

Türen öffnen

Türen öffnen und...

warum tue ich eigentlich immer Dinge für andere, obwohl mich niemand danach gefragt hat?

In den kühleren Jahreszeiten ist die große Glastür zwischen Garten und Sprechzimmer geschlossen. Wenn eine Katze vom Garten ins Haus will, setzt sie sich zumeist auf die kleine davor liegende Treppe und wartet, dass ihr geöffnet wird. Wenn ich dies innerhalb der Behandlungsstunde sehe, stehe ich meist auf und öffne die Tür.

Im Laufe der Behandlungseinheiten prüfe ich öfter, ob nicht eine frierende Katze ins Warme möchte. Bei einigen Patienten reicht ein kurzer Blick von mir in Richtung Tür, sie unterbrechen ihr Gespräch, springen schnell auf und öffnen die Türe. Alles geschieht so schnell, dass ich mich noch gar nicht wirklich bewegen konnte und auch obwohl der Sitzplatz der Patienten in der Regel meist weiter bis zur Tür ist als meiner.

Wenn ich dann meinerseits verwundert schaue und nachfrage, warum sie das tun, erfolgt zunächst meist die Antwort, dass die arme Katze ja ins Warme wollte. Ich quittiere diese Antwort mit den Hinweis, dass sie etwas getan hätten, was ich nur gedacht habe, ohne das ich Zeit gehabt hätte, es auszusprechen oder gar selbst zu tun. Dann frage ich nach, ob das nicht öfter der Fall sein könnte. Vielen Patienten wird dabei klar, dass dies eines ihrer häufigen Verhaltensmuster ist. Sie tun oft Dinge, von denen sie annehmen, dass der andere denkt, dass es gut wäre und es sich wünschen würde, ohne dass der andere es ausgesprochen hätte. Dabei vergessen sie sich selbst und ihre Wünsche. Im Laufe der Therapie werden sie lernen, dass sie auch sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse wichtig und ernst nehmen müssen, damit sie wieder gesund werden können.