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Vergiftungen

Hinweis!

Bei Vergiftungsanzeichen oder -verdacht sollten Sie immer schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen. Der aufgenommene Giftstoff sollte möglichst binnen der ersten 1 bis 2 Stunden nach Aufnahme aus dem Körper entfernt werden.

Sie selbst sollten den im folgenden Artikel beschriebenen Versuch, die Katze zum Erbrechen zu bringen, nur im äußersten Notfall vornehmen und nur dann wenn Sie absolut sicher sind, dass keine ätzenden Substanzen aufgenommen wurden!

Hilfe! Meine Katze hat sich vergiftet!

von Tanja Adamus

Im Allgemeinen wird oft behauptet, daß Katzen sich im Gegensatz zu Hunden selten oder sogar nie vergiften. Dabei handelt es sich jedoch um eine stark unterschätzte Gefahr. Nicht nur Insektenschutzmittel und für den Menschen völlig ungefährliche Medikamente, sondern vor allem auch viele Zier- und Gartenpflanzen können für unsere Katzen hochgiftig sein. Dieser Artikel soll Sie auf mögliche Gefahrenquellen hinweisen.

Grundsätzlich gilt bei allen Vergiftungserscheinungen:

SOFORT DEN TIERARZT AUFSUCHEN!

Anzeichen von Vergiftungen können alle auffälligen Verhaltensänderungen sein, insbesondere Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Apathie, Bewußtlosigkeit, Gleichgewichtsstörungen oder Zuckungen. Im folgenden werden mögliche Symptome einer Vergiftung und dazu gehörige Erste Hilfe Maßnahmen beschrieben. Es soll allerdings nochmals darauf hingewiesen werden, daß keine dieser Hilfeleistungen den Tierarztbesuch ersetzen kann!!

In vielen Fachbüchern wird der grundsätzliche Rat erteilt, das Tier - wenn es sich nicht durch Bleifarbe oder andere ätzende Substanzen vergiftet hat - zum Erbrechen zu zwingen, indem man ihm ca. 1 Teelöffel Kochsalz zuhinterst auf die Zunge bringt.

1. Vergiftungen bei denen Chemikalien oder chemische Mittel eine Rolle spielen:

1.1. Säurevergiftungen:
Bei den meist verbreiteten Säuren handelt es sich um Schwefelsäure, die zum Beispiel in Autobatterien und Entlaubungsmitteln vorkommt, sowie um Salpeter- und Salzsäure.

Die Symptome einer Vergiftung mit solchen Stoffen äußern sich in starken Schmerzen, hervorgerufen durch Verätzungen in Maul, Speiseröhre und Magen, reichlichem Speichelausfluß aus dem Maul und Erbrechen.

Als mögliche Behandlung wird angegeben:
a) Der Katze 4 Eßlöffel einer Lösung von 2 Eßlöffeln Natron in ½ Liter Wasser eingeben.
b) Zwingen Sie die Katze, 4 Eßlöffel einer Mischung aus Milch und leicht geschlagenem Eiweiß (ein Eiweiß auf ¼ Liter) zu schlucken.
c) Bei Hautverätzungen durch Säuren die Stelle mit einer Lösung aus 2 Eßlöffeln Natron in ½ Liter Wasser waschen.
d) Tierarzt aufsuchen!

1.2. Alkalische Vergiftungen:
Verbreitete giftige Alkalien sind z.B. Ätznatron und Ätzkalk.

Die Symptome einer solchen Vergiftung sind: seifige Flecken auf dem Pelz, Speichelfluß und Schmerzen im verätzten Maul, der Speiseröhre und dem Magen.
Mögliche Behandlung:
a) Flößen Sie der Katze 2 Eßlöffel einer Lösung aus ½ Deziliter Essig in ½ Liter Wasser ein.
b) Waschen Sie das Maul mit verdünntem Essig aus.
c) Bei Hautverätzungen: Essig direkt auf die betroffenen Stellen geben oder einen Lappen damit tränken und die verätzten Stellen mit dem Essig benetzen.
d) Tierarzt aufsuchen!

! WARNUNG: bei Vergiftungen mit ätzenden Substanzen niemals Erbrechen erzwingen - (Gefahr eines Magendurchbruchs)!

1.3. Arsenvergiftungen:
Quellen einer Arsenvergiftung können sein: Ratten- und Mäusegifte, Ameisen-gifte, Schädlingsbekämpfungs-mittel (Insektizide), Ungezieferbekämpfungs-mittel für Schafe und Rinder, Minen und Verhüttungsanlagen in der Umgebung. Außerdem ist Arsen in vielen Chemikalien als Verunreinigung enthalten.
Eine akute Arsenvergiftung kann so schnell zum Tode führen, daß keine Zeit bleibt Symptome zu beobachten. Kleinere Dosen rufen u.a. folgende Vergiftungs-erscheinungen hervor: intensive Leibschmerzen, Erbrechen, Schwindel, Durchfall, Kollaps, Koma und schließlich Tod.

Mögliche Behandlung:
Wenn die Katze bei Bewußtsein ist:
a) Bringen Sie das Tier zum Erbrechen, indem Sie ihm 1 Teelöffel Salz weit hinten auf die Zunge streuen.
b) Geben Sie der Katze einen Deziliter folgender Lösung ein: 2 Eßlöffel Natron auf ½ Liter Wasser.
c) Machen Sie ihr ein Klistier mit warmem Seifenwasser.
d) Geben Sie ihr Flüssigkeiten ein, die die gereizte Magenschleimhaut mit einer Schutzschicht überziehen: Milch, Gerstenschleim oder einen dünnen Brei aus Reis-, Mais-, oder Kartoffelmehl und Wasser.
e) Tierarzt aufsuchen!

1.4. Metaldehydvergiftungen:
Metaldehyd ist in Schneckenkörnern enthalten. Vergiftungen mit dieser Substanz sind leider immer noch sehr häufig. Sollten Sie beobachten, wie Ihr Tier Schneckenkörner frißt, bringen Sie es dadurch, daß Sie ihm Salz hinten auf die Zunge streuen, zum Erbrechen.
Anschließend möglichst schnell den Tierarzt aufsuchen!

1.5. Phosporvergiftungen:
Phospor ist z.B. enthalten in Schädlings-bekämpfungsmitteln, Feuerwerkskörpern und ausländischen Streichhölzern.
Die Symptome einer Phosporvergiftung sind die klassischen Vergiftungssymptome: Schwindel, Leibschmerzen und Erbrechen.
Bei einer Phosporvergiftung jedoch leuchtet das Erbrochene im Dunkeln. Atem und Erbrochenes der Katze riechen knoblauchartig. Anschließend folgt meist eine scheinbare Erholung, die von 3-4 Stunden bis zu mehreren Tagen dauern kann. Danach kehren Leibschmerzen und Erbrechen wieder, die schwere Leberschädigung führt zur Gelbsucht ( Augen und Schleimhaut werden gelb), es treten Anzeichen von Nervenschädigungen auf. Wird nichts unternommen, so folgen Koma und Tod.

Mögliche Behandlungen:
a) Tierarzt aufsuchen! Sollte er nicht zu erreichen sein, müssen Sie sofort selbst zu helfen versuchen!
b) Bringen Sie die Katze mit der schon erwähnten Kochsalz - Methode zum Erbrechen.
c) Geben Sie ihr eine Lösung von 1 Teelöffel Kaliumpermanganat in ½ Liter Wasser abwechselnd mit 0,4 % iger Kupfersulfatlösung (Apotheke !) alle 15 Minuten ein.
d) Verabreichen Sie ihr ein warmes Seifenwasser - Klistier.
e) Geben Sie ihr während der folgenden 5 Tage auf keinen Fall irgendein Fett wie z.B. Öl, Butter oder Milch. Trotzdem sollten Sie sobald wie möglich einen Tierarzt aufsuchen!

1.6. Strychninvergiftungen:
Katzen können an Strychnin durch Ratten-, Mäuse- und Maulwurfsgift, sowie durch für Menschen bestimmte Medikamente gelangen.
Die ersten Symptome einer Strychnin-vergiftung sind hochgradige Nervosität, Unruhe, deutliche Muskelzuckungen und Nackensteife. Später verstärken sich diese Symptome, außerdem treten Krämpfe auf. Bei diesen Krämpfen sind die Beine gestreckt und der Hals nach oben und hinten verkrampft. Im Frühstadium treten die Krämpfe in unregelmäßigen Ab-ständen auf, später werden sie immer häufiger und schließlich kann der kleinste Außenreiz- ein leises Geräusch, eine Berührung, ein Luftzug - zum Auslöser der Krämpfe werden. In diesem Stadium ist die Iris stark vergrößert und füllt fast die gesamte Augenoberfläche aus. Schließlich tritt der Tod durch Krampf der Atemmuskulatur ein.
Das Hinzuziehen eines Tierarztes ist unumgänglich!

Mögliche Behandlung:
a) Bei Krämpfen ist es am Besten die Katze durch einen Tierarzt narko-tisieren zu lassen. Versuchen Sie nicht die Katze zu transportieren. Lassen Sie den Tierarzt nach Hause kommen.
b) Es ist äußerst schwierig, eine Katze in diesem Zustand zu transportieren. Sollten Sie jedoch keine andere Möglichkeit haben, schauen Sie von Zeit zu Zeit in den Katzenkorb, da die Gefahr besteht, daß die Katze an ihrem eigenen Erbrochenem erstickt.
c) Wenn Sie den Tierarzt nicht sofort erreichen, lassen Sie jemand anderen weiter telefonieren, falls die Katze noch keine Krämpfe hat, und bringen Sie das Tier mit der Kochsalz-Methode zum Erbrechen.
d) Nachdem sie erbrochen hat geben Sie der Katze starken, abgekühlten Schwarztee.
e) Die weitere Behandlung muß der Tierarzt übernehmen!
f) Während Sie auf den Tierarzt warten sollten Sie die Katze ruhig halten und vor allen Außenreizen schützen, die die Krämpfe auslösen könnten. Legen sie das Tier in einen ruhigen, verdunkelten Raum.

1.7. Vergiftungen durch Cumarinderivate:
Cumarinderivate sind blutgerinnungshemmende Stoffe, die in Mäuse- und Rattengiften enthalten sind. Katzen können diese Stoffe aufnehmen, wenn sie Nager fressen, die dieses Gift bereits in sich haben. Die Symptome einer solchen Vergiftung äußern sich in Blutungen, die nicht zum Stilstand kommen, Blutergüssen und Blässe der Schleimhäute.

Mögliche Behandlung:
Da größere Mengen dieses Giftes auch bei Katzen tödlich sein können, sollten Sie sofort den Tierarzt aufsuchen. Dieser kann der Katze durch Vitamin-K Injektionen helfen.

2. Vergiftungen bei denen Pflanzen oder Tiere eine Rolle spielen:

2.1. Vergiftungen durch Gartenkröten:
Eine weithin unbekannte Gefahr stellen Kröten dar. Diese Tiere enthalten das Gift Bufotalin. Es befindet sich hauptsächlich in den beiden großen Warzen am Rücken, genau an der Stelle, wo die Katze normalerweise ihren Tötungsbiß ansetzt. Leider äußert sich die zugehörige Fachliteratur nicht über die Gefährlichkeit einer solchen Vergiftung oder ihre Symptome. Sollten Sie also beobachten, wie Ihre Katze eine solche Kröte frißt, wäre es in jedem Fall angebracht vorsichtshalber den Tierarzt zu verständigen !

2.2. Vergiftungen durch Zimmer- und Gartenpflanzen:

Die Palette der für Katzen giftigen Pflanzen ist sehr breit und reicht von exotischen bis hin zu heimischen Pflanzen, wie z.B. Maiglöckchen.
Die Symptome bei Pflanzenvergiftungen ähneln sich meistens und äußern sich in Erbrechen, Schlappheit, Durchfall, Fieber, Schaum im Mund, schmerzempfindlichem Bauch, Krämpfen und Benommenheit.
Auch in diesem Fall gilt: Sollten Sie den Verdacht haben, daß Ihre Katze sich vergiftet hat: Suchen Sie Ihren Tierarzt auf und merken Sie sich, wenn möglich, an welcher Pflanze Ihre Katze geknabbert hat!
Liste giftiger Pflanzen, für deren Vollständigkeit jedoch keine Garantie übernommen wird.

Selbst wenn Sie keine der erwähnten Pflanzen in ihrem Haus haben, sollten Sie dennoch die Möglichkeit einer Pflanzenvergiftung nie ausschließen und bei Symptomen entsprechend reagieren.