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Heilige Birmakatze
Sandkatze
Eurasischer Luchs
Gepard
Hauskatzen am Topkapi

Zoonosen

Vom Tier zum Mensch - und umgekehrt...

Unter Zoonosen werden bestimmte Krankheiten verstanden; und zwar Krankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können (Zoonosen) - oder auch vom Menschen auf das Tier übertragbar sind (Anthropozoonosen).

Von den Krankheiten bzw. Erregern, die bei der Katze anzutreffen sind, sind hauptsächlich die folgenden 12 für den Menschen relevant d.h. sie können zu Beschwerden führen oder sind wirklich gefährlich.

Bei der Tollwut handelt es sich um eine Erkrankung, die durch Rhabdoviren ausgelöst wird. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt hauptsächlich durch Biß- und Kratzwunden, das Virus kann jedoch auch durch bereits vorhandene Verletzungen der Haut (Läsionen) in den Körper des Menschen eindringen.
Eine Ansteckung macht sich durch Unruhe, Kopfschmerzen, Wasserscheu, Lähmungen und Krämpfe bemerkbar. Nach 4-10 Tagen tritt der Tod ein.

Ebenfalls durch Viren ausgelöst werden die sogenannten Tierpocken. Eine Übertragung auf den Menschen ist insbesondere bei intensivem Kontakt mit Rindern möglich. Eine Infektion kann jedoch auch über Katzen erfolgen.

Die Toxoplasmose wird durch den Erreger "Toxoplasma gondii" übertragen. Toxoplasmen kommen in rohem Schweinefleisch vor. Nun wird rohes Schweinefleisch allerdings an Katzen nicht verfüttert, da hierüber auch die sogenannte Aujeszkysche Krankheit übertragen wird. Toxoplasma gondii nutzt als Zwischenwirt jedoch auch Mäuse oder Ratten. Typische Nahrung der Katze also. Eine Ansteckung des Menschen kann - insbesondere bei mangelnder Hygiene - daher auch über die Katze erfolgen. Gelangen die Toxoplasmen z.B. aus dem Katzenkot (evtl. bei Säuberung des Katzenklos) oral in den Körper des Menschen, sind schwere Erkrankungen, insbesondere bei Ungeborenen und Kindern möglich. Der Erreger führt bei Kindern und Jugendlichen oft zu Hirnhautentzündungen, bei Erwachsenen sind Milz- und Leberbeschwerden, Herzmuskelerkrankungen etc. möglich, obwohl die Krankheit hier meist symptomlos bleibt.
Schwangere und deren ungeborene Kinder sind besonders gefährdet. Grund hierfür ist, dass der Erreger über die Plazenta auf den Fetus übertragen werden kann. Hier führt "Toxoplasma gondii" bei Erstinfektion oftmals zu Fehl- und Totgeburten, auch Behinderungen des Babys sind keine Seltenheit.
Einer Ansteckung mit Toxoplasmose durch Katzenkot kann durch regelmäßige Reinigung der Katzentoilette und anschließendem gründlichen Waschen der Hände vorgebeugt werden, da die Oozysten erst 2-4 Tage nach Ausscheiden infektiös werden.

Bakterien, Würmer, Flöhe ...

Das Bakterium "Heliobacter heilmanii", eine Abart eines beim Menschen zu findenden Gastritis-Erregers, kann bei der Entstehung von Magengeschwüren mitwirken. Bei Untersuchungen haben schweizerische Wissenschaftler bei einem Patienten dieses Bakterium nachgewiesen, dass sich auch im Magen seiner Katze fand.

Ein weiteres Bakterium, das auch dem Menschen gefährlich werden kann ist "Burkholderia mallei", Auslöser einer Rotz genannten Erkrankung. die hauptsächlich bei Equiden und deren Verwandten (Pferden, Eseln, Zebras) auftritt. Bei Großkatzen sind ebenfalls Ansteckungen beobachtet worden. Auch Hunde und Hauskatzen können sich infizieren. Die Ansteckung des Menschen ist möglich und führt unbehandelt häufig zum Tod.

Zudem kann das Vorhandensein von Parasiten zu Erkrankungen führen:

Die orale Aufnahme von Eiern des Bandwurms kann zum Bandwurmbefall führen. Die schlüpfenden Finnen setzen sich in der Leber fest und führen zu irreparabelen Schäden.

Auch die Eier des Spulwurms können, oral aufgenommen, zu Schäden führen. Die Larven setzen sich hauptsächlich bei Kindern in der Muskulatur fest.

Neben den Würmern können auch sogenannte Giardien, Einzeller, die sich im Darm der Katze einnisten, auf den Menschen übertragen werden. Giardien traten ursprünglich eher in südlichen Ländern auf, sind heute allerdings auch in Deutschland (eher in Süddeutschland) "verbreitet".

Eine weitere Gefahr geht von Flohbefall aus. Die Tiere springen direkt oder indirekt auf den Menschen über und hinterlassen stark juckende Stiche; außerdem sind Flöhe Zwischenwirte mancher Bandwurmarten was ein weiteres Risiko darstellt.

Bei der Mikrosporie handelt es sich um eine durch "Microsporum canis" verursachte Erkrankung, die nach einer Inkubationszeit von etwa 1-4 Wochen zu Haarbruch, Haarausfall, rundlich haarlosen Stellen, schuppender Haut und ggf. auch zu Entzündungen führen kann. Die Aufnahme erfolgt meistens durch direkten Kontakt zum befallenen Tier, evtl. auch indirekt über Schlafdecken, Fellbürste etc.

Salmonellen führen zur Salmonellose. Eine Übertragung von Salmonellen (Bakterien) ist beispielsweise durch die Fütterung von rohem Fleisch aber auch das Trinken von abgestandenem Wasser aus Pfützen etc. möglich. Symptome können u.a. Mattigkeit, Durchfall, Austrocknung oder Fieber sein. Problematisch ist, dass diese Symptome zwar auftreten können, dies allerdings nicht zwangsläufig der Fall ist. Normalerweise sollten Salmonellen - wegen des kurzen Verdauungstraktes der Katze und der agressiven Magensäure - vom Katzenkörper unschädlich gemacht werden. Jungtiere, insbesondere bei geschwächtem Allgemeinzustand können jedoch ernsthaft erkranken und im schlimmmsten Fall sogar an den Folgen sterben. Die Erkrankung ist meldepflichtig.

Schlussendlich bleibt noch die sogenannte Cat-Scratch-Disease, die Katzenkratzkrankheit. Sie wird durch "Afipia felis" übertragen, die durch Biß- und / oder Kratzwunden in den Körper des Menschen gelangen.
Nach einer Inkubationszeit von wenigen Tagen bis mehreren Monaten, führt die Krankheit zu Schwellungen der Lymphknoten, Fieber, Schwächeanfällen und Schmerzen. Ein schwerer Verlauf kann zu Leberschädigungen und Hirnhautentzündung führen. Auch Fälle von Erblindung sind bekannt, nachdem eine Katze, die Erreger durch Lecken des Gesichts auf ihre Besitzerin übertragen hatte. Die Erkrankung läuft allerdings zumeist mild ab und verschwindet nach wenigen Wochen von selbst.