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Gepard
Hauskatzen am Topkapi

Gepard | Fortpflanzung

Gepardenjungtier

Gepard, Jungtier

(C) Marcus Skupin

Der weibliche Gepard akzeptiert das Männchen nur während der ca. einwöchigen Paarungsbereitschaft in seiner Nähe. Die Paarungsbereitschaft ist grundsätzlich nicht an eine bestimmte Jahreszeit gebunden, tritt jedoch gehäuft während der Regenzeit auf.
Die Auswertung von DNA-Material (Spektrum.de, 30.05.2007) ergab, dass in der Serengeti etwa 40% aller Gepardenenwürfe aus Nachkommen unterschiedlicher Männchen bestehen. In einzelnen Würfen waren Jungtiere von drei verschiedenen Vätern zu finden. Grund für die Promiskuität könnte nach Ansicht der Wissenschaftler der Versuch der Natur sein, eine möglichst große Genvielfalt der Geparde zu gewährleisten.

Geparde bringen nach einer durchschnittlichen Gestationsperiode (Tragzeit) von etwa 90-92 Tagen, in Gefangenschaft von bis zu 98 Tagen, zwischen 1 und 5 Junge zur Welt. Es kommen gelegentlich auch Würfe mit bis zu 8 Jungtieren vor.

Die Jungen werden mit schwarzem Bauchfell und weißem Rücken geboren und haben in der Wildnis meist ein recht niedriges Geburtsgewicht, das zwischen 150 und 300 Gramm liegt (zum Vergleich: einer der Kater in unserem letzten Wurf von Birmakatzen erreichte bereits ein Geburtsgewicht von 126 Gramm und passte bequem auf meine Handfläche). In Gefangenschaft geborene Gepardenjungtiere sind bei der Geburt erheblich schwerer und erreichen Geburtsgewichte zwischen 380 und 700 Gramm.

Die Neugeborenen werden von der Mutter in einer Erdkuhle oder hinter einem Busch versteckt, da diese sich allein um die Aufzucht kümmern muß. Im Durchschnitt nehmen die kleinen Geparde täglich etwa zwischen 44,5 Gramm (in der Wildnis) und 52,0 Gramm (in Gefangenschaft) zu.
Gerade in den ersten 3 Lebensmonaten ist die Jungtiersterblichkeit der Geparde mit 70-90 % sehr hoch. Geht die Mutter auf die Jagd (bis zu 48 Stunden), bestehen für den Nachwuchs erhebliche Gefahren, von einer Herde Antilopen oder Büffel zertrampelt oder das Opfer anderer Raubtiere zu werden. Zu den größten Feinden gehören Hyänen, Leoparden und Löwen. Selbst wenn die Mutter in der Nähe ist, so hat sie gegen einen Löwen oder eine Hyäne kaum eine Chance. - Aus diesem Grunde wird das Versteck der Kleinen regelmäßig gewechselt, damit diese sich nicht durch ihren Geruch verraten.
Ein weiteres Problem stellt die große Anfälligkeit der Geparden für Krankheiten dar. Grund hierfür ist die geringe genetische Breite der Geparden, die daher ein anfälliges Immunsystem besitzen. Darüber hinaus fordern Klima und Nahrungsknappheit ebenfalls Opfer unter den Jungtieren.

ruhender Gepard

Gepard, ruhend

© 2014, Marcus Skupin

In einem Alter von 5-6 Wochen verlassen die Jungen erstmals das "Nest" und begleiten - zunächst noch recht wackelig - ihre Mutter. Ab einem Alter von etwa 3 Monaten sind die Junggeparde auf Grund ihrer Schnelligkeit in der Lage, Feinden zu entkommen. Mit etwa 6 Monaten werden sie entwöhnt und bleiben dann bis zu einem Alter von 1,5 bis 2 Jahren als Kleingruppe bei der Mutter. Anschließend bleiben die Jungtiere oft noch mehrere Monate zusammen. Diese Jungtiergruppen werden von den weiblichen Tieren mit Eintritt der Geschlechtsreife verlassen.

Die Geschlechtsreife des Geparden tritt übrigens nach der überwiegenden Zahl der Beobachtungen etwa zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr ein. Es gibt Beispiele von Gepardenmüttern, von denen kein einziges Jungtier die Geschlechtsreife erreicht hat. Andere hingegen sind bei der Jungenaufzucht überraschend erfolgreich. So beweisen Forschungen in der afrikanischen Serengeti, dass der Großteil des dortigen Gepardenbestandes von einigen wenigen Weibchen abstammt. Im Schnitt erreicht nur jeder dritte Gepard das Erwachsenenalter.

In Zuchtprogrammen wird übrigens von einer Zuchtfähigkeit des Geparden zwischen dem 3. und 9. Lebensjahr ausgegangen (WENTHE 1994, mit Hinweis auf MARKER & O´BRIEN, 1989).