Hauskatze
Heilige Birmakatze
Sandkatze
Eurasischer Luchs
Gepard
Hauskatzen am Topkapi

Löwe, Beschreibung

weibliche Löwe

(C) Marcus Skupin, Welt der Katzen

Löwen sind sehr muskulöse Tiere, deren Statur darauf ausgelegt ist, aus dem Stand eine hohe Geschwindigkeit zu erreichen. Sie sind in der Lage auf bis zu 60 km/h zu beschleunigen und damit selbst Tiere, die eine höhere Endgeschwindigkeit erreichen können, wie viele Gazellenarten, zu erbeuten.

Ein Löwenmännchen hat je nach Unterart eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 170-250 cm, eine Schulterhöhe von etwa 120 cm sowie eine Schwanzlänge von ca. 100 cm. Ausgewachsenen bringt ein solches Männchen ein durchschnittliches Körpergewicht von 225 kg auf die Waage.
Die Weibchen sind mit 140-175 cm Kopf-Rumpf-Länge, einer Schulterhöhe von 100 cm und einem etwa 85 cm langen Schwanz zierlicher. Sie bringen es lediglich auf ein Gewicht von etwa 150 kg.

Löwenbabys kommen gefleckt zur Welt. Die Fleckenzeichnung bildet sich während der ersten Lebensmonate zurück, bis schließlich - in den meisten Fällen - die im Folgenden beschriebene, typische Löwenfärbung ereicht wird.

Löwen haben dann ein kurzes, sandfarben oder gelblich bis dunkel-ocker gefärbtes Fell. Die Unterseite und die Beininnenseiten sind heller gefärbt. Männliche Tiere tragen eine dunklere, in unterschiedlichen Brauntönen ausgefärbte Mähne. Diese Mähne breitet sich von den Wangen bis über die Schultern, gelegentlich auch über Bauch und Brust aus. Form und Farbe der Mähne variieren zwischen den einzelnen Individuen, sowie beim einzelnen Tier in Abhängigkeit vom Alter und der körperlichen Verfassung.
Der Schwanz des Löwen endet in einem zurückgebildeten Schwanzwirbel, der von einer dunklen Quaste umgeben ist.
In seltenen Fällen kommt es auch vor, dass weibliche Löwen eine Mähne ausbilden. Im Okavango Delta in Botswana wurden bereits mehrfach Löwinnen gesichtet (Q1), die wie männliche Tiere aussehen und sich auch so benehmen. Grund könnte entweder ein Gendefekt bei der Entwicklung des Embryos oder eventuell ein besonders hoher Testosteronspiegel beim Muttertier während der Trächtigkeit sein, wie Luke Hunter, Präsident der Big-Cat Conservation Group "Panthera", erklärt.

asiatische Löwen

asiatischer Löwe

Asiatischer Löwe

(C) Carol Lively / USFWS

Die asiatischen Artvertreter sind regelmäßig kleiner, als ihre afrikanischen Verwandten. Auch ist ihre Mähne weniger ausgepägt als bei diesen. Bei männlichen Junglöwen entwickelt sich die Mähne allmählich, bis sie in einem Alter von etwa 5 Jahren voll ausgebildet ist.

Asiatische Löwen kommen heute nur noch im Gir-Forest Nationalpark vor. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lebten auch dort nur noch vereinzelte Exemplare. Heute (2014) hat sich der Bestand wieder auf 350 bis 400 Tiere erhöht, eine Zahl die allerdings die Kapazitätsgrenze des Nationalparks erreicht.

Asiatischer Löwe

© 2013 Welt der Katzen / Abbildung nach "The natural history of the felinae", Naturgeschichte der Felinae" von Sir William Jardine, 1834

white lion

Der weisse Löwe

© 2012, Marcus Skupin, Welt der Katzen

Wie auch bei anderen Katzenarten kommt beim Löwen gelegentlichen Leukismus vor, d.h. es werden Löwen mit weißen Fell geboren. Die weiße Fellfarbe wird rezessiv vererbt und ist sehr selten. Entsprechend gefärbte Tiere sollen sich in der Wildnis schlechter tarnen können als ihre ockerfarbenen Artgenossen und somit zu verhungern drohen, was allerdings nicht wissenschaftlich belegt ist.

Die einzige Region Afrikas, aus der das Vorkommen weisser Löwen bekannt ist, ist Timbavati im nordöstlichen Südafrika. Die erste Sichtung dieser ungewöhnlich gefärbten Löwen soll im Jahre 1938 stattgefunden haben, doch der Beweis für das Vorkommen weisser Löwen wurde erst im Jahre 1975 erbracht. Bis dahin gab es lediglich Legenden über die sagenumwobenen weissen Löwen der afrikanischen Wildnis. Es war - wie so oft - ein Zufall, der den Beweis erbrachte. Ein amerikanischer Student beobachtete in der Ferne ein Rudel Löwen. In diesem Rudel entdeckte er zwei weisse Jungtiere. Nach langen Beobachtungen wurden die weissen Löwen, die auf die Namen Temba und Tombi "getauft" wurden, mit einer Sondergenehmigung der südafrikanischen Regierung eingefangen und in den Zoo von Pretoria gebracht. Die letzte bekannte Sichtung weisser Löwen in der Wildnis fand im Jahre 1994 statt. Seit dem gelten sie als in der Natur ausgestorben. - Weltweit lebten vor wenigen Jahren nur etwa 40 weisse Löwen in zoologischen Gärten. Aktuell (2015) hat sich diese Zahl auf etwa 200 Exemplare erhöht, die insbesondere in Zoos und Zirkussen gehalten werden. Seit einigen Jahren wird durch den Global White Lion Protection Trust versucht, weisse Löwen wieder in ihrer Heimat Timbavati anzusiedeln.

Das Vorkommen von Melanismus (Schwarzfärbung) wurde gelegentlich behauptet, konnte allerdings bisher nicht nachgewiesen werden.

Q1

Rare Maned Lionesses Explained by Christine Dell'Amore of National Geographic in Cat Watch on October 9, 2012