Hauskatze
Heilige Birmakatze
Sandkatze
Eurasischer Luchs
Gepard
Hauskatzen am Topkapi

Herkunft & Geschichte

Herkunft & Geschichte der grossen Katzen

männlicher Löwe

Löwe

© 2012, Marcus Skupin, Welt der Katzen

von Natascha Prykhodko

Von allen Tieren, die man zur Ordnung der Carnivoren oder Fleischfresser zählt, haben die "Grossen Katzen" schon immer die Fantasie des Menschen am meisten beschäftigt: Ob Löwe,Tiger, Leopard, Jaguar oder Schneeleopard - sie alle bieten eine verführerische Kombination aus Schönheit, Anmut, Geschicklichkeit, Intelligenz und Wildheit, die einmalig im Tierreich ist. Und sie stehen zudem noch an der Spitze der Nahrungskette aller Landraubtiere.

Familie der Felidae

Smilodon californicus

© Marcus Skupin, 2013

In dieser Raubtier-Ordnung bilden die Katzen die Familie der "Felidae" - und die gibt es schon viel länger als uns Menschen. Man hat Fossilien der "Neo-Felidae", der "modernen Katzen", gefunden und deren Alter auf über 30 Millionen Jahre taxiert. Diese Felidae hatten sich aus der urzeitlichen Raubtiergruppe der primitiven Creodonten entwickelt, aus denen dann die Miacis, kleine Waldräuber mit größerem Hirn , hervorgingen, gefolgt von einigen Urkatzenformen wie den "Nimravidae". Letztere nannte man auch "Paleo-Felidae" - "alte Katzen"-, da man annahm, dass sie die Vorfahren der "Neo-Felidae" seien. Mittlerweile aber belegen Unterschiede im Körperbau dieser beiden Gruppen, dass sie sich parallel zueinander entwickelt haben müssen. Aus ihnen entstand etwa 5 Millionen Jahre später eine Gruppe großer Katzen - zum Beispiel der pumaähnliche "Pseudoailurus" - , aus der vermutlich die direkten Vorfahren unserer heutigen Katzen hervorgingen.

Am bekanntesten wurden zweifellos die 2 Millionen Jahre alten dolchzahnigen "Smilodonsen" - allein vom jaguargroßen "Smilodon fatalis" hat man so viele fossile Reste aus den Asphaltsümpfen der Rancho La Brea in Los Angeles in Kalifornien ausgegraben, dass man sie zu 1300 Einzeltieren zusammensetzen konnte. Der kleinere "Smilodon gracilis" wurde im Osten der USA gefunden, während "Smilodon populator" aus dem östlischen Südamerika stammt und dem heutigen Löwen entsprach - allerdings mit größeren Vorder- als Hinterbeinen, so das er einer Hyäne glich. Vermutlich war das eine Anpassung ans Rudeljagen auf langsame und große Herdentiere - seine Gestalt jedenfalls lässt nicht vermuten , dass er mit großer Geschwindigkeit über längere Strecken jagen konnte, zumal seine Eckzähne fast 30 cm lang wurden.

Gepard, schreitend

Gepard

© 2012, Marcus Skupin, Welt der Katzen

Außerhalb Amerikas - der "Neuen Welt" - wurden ansonsten keine Überreste der "Smilodons" gefunden - nur der "Megantereon", vermutlich ein Vorläufer des Smilodon, fand sich in Afrika , Eurasien und Nordamerika . Er hatte die Größe eines Jaguars - sein Nacken war allerdings länger und seine Hüftpartie kürzer. Wahrscheinlich konnte er damit besser größere Beute erlegen und war zudem ein guter Baumkletterer wie der heutige Leopard.
Die größten Vetreter der heute lebenden, kegelzahnigen Katzen zählen zur Gattung der "Pantherini" : der Löwe (Panthera leo), der Tiger (Panthera tigris), der Leopard (Panthera pardus), der Jaguar (Panthera onca) und der Schneeleopard (Panthera uncia).

Das wichtigste Merkmal zur Bestimmung der vier "Pantherarten" - Löwe, Tiger, Leopard und Jaguar - ist die Struktur ihres Zungenbeins, einer kleinen Knochengruppe, die die Zunge in der Kehle lenkt und verankert. Bei den großen Katzen hat das Zungenbein ein elastisches Zwischenband, das die Zunge um etwa ein Drittel verlängern kann, dadurch die Luftzufuhr vergrößert und das typische Brüllen ermöglicht, das niemand vergisst, der es in der Wildnis gehört hat.
Löwe, Tiger, Leopard und Jaguar werden gemeinhin als die "Großen Katzen" bezeichnet - die fünfte Pantherart, den Schneeleoparden, hat noch niemand brüllen gehört. Körpergröße und Zahnkonstellation lassen vermuten, dass er eher zu den Geparden zählt. Manche Zoologen schlagen sogar vor, ihn als eigene Gattung zu betrachten.

Urahnen

Dormaalocyon latouri Gemeinsamer Vorfahre von Katzen und Hunden, aber auch der Robben, könnte nach einem wissenschaftlichen Bericht der Wissenschaftler Floréal Solé und Richard Smith vom Königlich-Belgischen Institut f...