Hauskatze
Heilige Birmakatze
Sandkatze
Eurasischer Luchs
Gepard
Hauskatzen am Topkapi

Aufzucht

Wie es überhaupt zur Geburt junger Katzen kommt, findet ihr unter Sexualverhalten der Katze sowie unter Entwicklung der Katze im Mutterleib.

Geburt nach 65 Tagen

Sphynxbaby

Sphynx-Baby

© Bianca Dietrich

Katzen kommen zwischen dem 63. und 68. Tag nach der Empfängnis (durchschnittlich nach 65 Tagen Tragzeit), blind, taub und zahnlos zur Welt. Im Gegensatz zu den erwachsenen Tieren, sind sie völlig hilflos und daher auf die Fürsorge der Mutter und / oder des Menschen angewiesen. Der Kater beteiligt sich an der Aufzucht der Jungen nicht.

Bereits drei bis vier Tage vor dem anstehenden Geburtstermin ist die Katze meist unruhig, sucht oft die Nähe Ihres Menschen und einen geschützten Ort, an dem sie ihre Jungen zur Welt bringen wird. Spätestens jetzt sollten die menschlichen Katzeneltern ein geeignetes Nestchen anbieten, wenn sie vermeiden möchten, dass die Katze einen zu versteckten Ort wählt, der für einen eventuell erforderlichen, helfenden Eingriff nicht oder schwer zugänglich ist. Eine angebotene Wurfhöhle oder -kiste sollte an einer ruhigen Stelle der Wohnung stehen und natürlich leicht zugänglich sein. Während die wilden Katzenarten oder auch verwilderte Hauskatzen ihren Nachwuchs eher heimlich und im Verborgenen zur Welt bringen, warten menschenbezogene Tiere häufig ab, bis die Bezugsperson in der Nähe ist.

Die Geburt der kleinen Katzen geht in zwei Phasen von statten. Die erste Phase, die sogenannte Eröffnungsphase dient der Vorbereitung des Geburtskanals, der geöffnet und geweitet wird. Nach etwa 6 bis 12 Stunden Dauer schließt sich an die Eröffnungsphase die Austreibungsphase an. Die Fruchtblase platzt, die Wehen verstärken sich und die Kitten werden durch den Geburtskanal "in ihr neues Leben" gepresst.

Neugeborene Kätzchen sind etwa 10-15 cm groß und wiegen meist zwischen 80 und 120 Gramm. Sind die Neugeborenen kleiner haben sie oft keine guten Überlebenschancen. Nichts desto trotz ist es mit etwas Glück (und einem entsprechenden "Lebenswillen" des Kätzchens) auch möglich bei Geburt untergewichtige Katzenkinder zu gesunden, erwachsenen Tieren heranzuziehen.

Heilige Birmakatze

KatzenFakten

Gynäkologie der Hauskatze

Hilfreich: Der Instinkt

Geburt einer Bengalkatze

Bengalgeburt

© Gerrit Holzhueter

Die Katzenmutter erkennt instinktiv, wie sie sich nach der Geburt ihrer Jungen verhalten muss. Sie leckt die Fruchthülle auf und regt dabei mit ihrer Zunge die Durchblutung des Neugeborenen an. Die mit den Folgewehen ausgestossene Plazenta wird häufig durch die Katzenmutter verzehrt, wodurch diese einerseits wichtige Nährstoffe wieder aufnimmt, andererseits das Junge "automatisch" abgenabelt wird. (In freier Wildbahn hat das Fressen der Plazenta darüber hinaus den positiven Effekt, das das Nest sauber gehalten und das Anlocken anderer Raubtiere vermieden wird.)

Die Kleinen suchen sofort nach der Geburt nach den Zitzen der Mutter. Hierbei hilft Ihnen die Wärme und deren Geruch um festzustellen, ob sie sich in die richtige Richtung bewegen. Haben sie eine Zitze gefunden, beginnen sie sofort zu trinken.

Ist die Geburt abgeschlossen, so ist es nicht unüblich, wenn die Mutter ihre Jungen in ein anderes Nest trägt. - Auch dies ist ein "Überbleibsel" ihrer wilden Vergangenheit und dient dem Schutz der Kitten vor "Räubern". Bei der Aufzucht von Hauskätzchen wird diese Verhaltensweise vom Besitzer meist als störend empfunden, wenn er um nach den Kätzchen zu schauen diese jedesmal erst suchen muss.

Sollte die Katzenmutter eines ihrer Jungen von vornherein separieren und sich nicht um dieses Baby kümmern, so kommt in der Regel jede Hilfe für dieses Kitten zu spät. Instinktiv sortiert eine Katzenmutter nicht lebensfähige Kitten - sofern sie denn noch lebend zur Welt kommen - aus. Eine ähnliche Verhaltensweise (die Pflege wird eingestellt) legen Katzenmütter auch dann an den Tag, wenn eines der Kitten in den ersten Tagen erkrankt, z.B. bei einer Infektion. In solchen Fällen kann durch schnelle Hilfe eines Tierarztes (meist Antibiotikum) das Leben des betroffenen Babys oft noch gerettet werden.

In der ersten Tagen besteht der Tagesablauf der Kitten aus Trinken und Schlafen. Eng aneinander und an die Mutter gekuschelt, nehmen sie so die benötigte Energie auf und wachsen recht schnell. Schlafende Katzenkinder sollten übrigens nicht geweckt werden, da sie wie alle Säugetiere in den Schlafphasen wachsen.

Gesunde Kätzchen nehmen etwa 100 Gramm pro Lebenswoche zu. Die Kontrolle des Gewichtes ist eine wichtige Aufgabe des Besitzers, denn so kann er schnell reagieren, wenn eines der Kitten nicht wie erwartet zunimmt oder gar abnimmt. Eine geringe Gewichtsabnahme von einem auf den anderen Tag ist in den ersten Lebenstagen zwar nicht unüblich, darf sich aber nicht über mehrere Tage erstrecken.

Die Augen öffnen sich ...

Wurf Birmakatzen

Cyrielle's Wurf

(C) Marcus Skupin

Nachdem die Kätzchen etwa 7-8 Tage alt sind, beginnen sich die Augen zu öffnen und nach wenigen Tagen blicken alle Kätzchen mit dunkelblauen Augen in die Welt. Die tatsächliche Augenfarbe Ihres Kätzchens entwickelt sich später, sie ist erst ab der 12. Lebenswoche erkennbar.

Etwa zur gleichen Zeit, nämlich nach 6 bis 12 Tagen öffnen sich die Öhrchen der Kitten. Weitere 14 Tage wird es dauern, bis die Hörfähigkeit voll ausgeprägt ist.

Ab dem 15. Tag beginnen die Kitten richtig zu krabbeln. Bereits wenige Tage später können die aufgewecktesten unter ihnen schon laufen. Zunächst zwar noch etwas wackelig, aber mit jedem weiteren Tag bekommen sie mehr Übung und nach ca. 23 Tagen können sie es bereits überraschend gut.

Erziehung zur Reinlichkeit

Abessinier-Katze

Abessinier, sorrel

© Marcus Skupin

Spätestens jetzt wird es Zeit, eine flache Schüssel als Katzenklo bereit zu stellen, damit Mutter und Mensch mit der "Reinlichkeitserziehung" beginnen können. In der 3. Lebenswoche einer Katze entwickelt sich nämlich die Kontrollmöglichkeit von Blase und Darm. Bis zu diesem Zeitpunkt werden Urin und Kot der Kitten von der Mutter aufgenommen. Will man vermeiden, dass auch erwachsene Katzen das Babyklo nutzen, so kann man nach einigen Tagen eine handelsübliche Katzentoilette mit Deckel in der Nähe aufstellen und diese so präparieren, dass nur die Kleinen durch die Öffnung passen. (Ein Stück zurecht geschnittene Pappe verhindert das Durchschlüpfen der erwachsenen Tiere.)

Mit etwa 4 Wochen sollte damit begonnen werden, die Kätzchen an feste Nahrung zu gewöhnen. Zunächst kann man püriertes Katzenfutter anbieten, gute Dienste leistet nach meiner Erfahrung auch Babynahrung aus dem Gläschen, die es von verschiedenen Herstellern auch mit Fleisch zu kaufen gibt. "Bio" ist hier übrigens sehr zu empfehlen!! Mit zunehmendem Alter kann man eine immer größer werdende Menge Katzenfutter untermischen, so dass die Kätzchen dann nach und nach hieran gewöhnt werden.

Die Bewegungsabläufe der Kätzchen werden nun komplexer. Die Kitten können jetzt schon gut springen und so wird es im Katzenhaushalt recht turbulent zugehen. Die Kleinen spielen ausgiebig miteinander und nach kurzer Zeit kann man lustige Raufereien beobachten, wobei Bewegungskoordination, das Kontaktverhalten zu Mitkatzen und erste "Jagderfahrungen" erlernt werden. Ein Fernseher erübrigt sich in dieser Zeit für die Familie.

Die Sinne der Kätzchen sind in einem Alter von etwa 6 bis 8 Wochen vollausgeprägt. Zwischenzeitlich können die "Katzenbabys" ihre Augen auch so weit koordinieren, dass sie inn der Lage sind räumlich zu sehen (binokulares Sehen). Das Spielverhalten der "Kleinen" ändert sich. Statt der bisherigen Sozialspiele werden nun zunehmend Objekte interessant. Bevorzugt werden Objekte bis zur Mausgröße.

Grundimmunisierung

Nach 8 Wochen im Leben der kleinen Kätzchen ist das Milchgebiss mit 26 Zähnen (Backenzähne - Molaren - sind im Milchgebiss nicht enthalten) voll entwickelt. Die Jungen fressen selbständig und die Mutter hat alle Pfoten damit zu tun bei ihnen nach dem Rechten zu sehen und sie zu ordentlichen Katzen zu erziehen.

Nachdem die Kleinen jetzt etwa 8-9 Wochen alt sind, wird es Zeit mit der Grundimmunisierung gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche zu beginnen. Ein erster Tierarztbesuch steht daher auf dem Programm. Die Impfung muss dann nach weiteren 4 Wochen wiederholt werden.

Frühestens nach dieser zweiten Impfung, also ab einem Alter von etwa 12 Wochen, sollten die Jungen von der Mutter getrennt werden. Zu diesem Zeitpunkt sind die Kätzchen dann auch emotional gefestigt und in der Lage Krallen und Zähne gut zu kontrollieren. Jetzt beginnt übrigens bei vielen Katzen auch der Zahnwechsel, mit dem sie dann ihr bleibendes Gebiss mit 30 Zähnen besitzen.