Der Gepard nahm taxonomisch lange Zeit eine Sonderstellung in der "Welt der Katzen" ein, da er weder zu den sogenannten Großkatzen, wie Löwe und Tiger, noch zu den Kleinkatzen gezählt wurde.
Durch genetische Untersuchungen von O'Brien und Johnson zur Verwandtschaft der Katzenarten wurde nachgewiesen, dass der Gepard verhältnismäßig eng mit dem amerikanischen Puma verwandt ist. Er ist daher nunmehr gemeinsam mit diesem eingruppiert und gehört zum 3. Hauptzweig der Katzenentwicklung, der Großkatzengruppe. Dort jedoch nicht zu den eigentlichen Großkatzen, ist also - wie auch der Puma - trotz seiner Größe eine Kleinkatze.
Er ist die einzige Art seiner Gattung. Von allen anderen Katzenarten unterscheidet er sich durch Körperbau und Jagdverhalten (Hetzjäger).
Mit einer maximalen Laufgeschwindigkeit einzelner Exemplare von bis zu 120 km/h ist er das schnellste Landsäugetier, allerdings kann der Gepard diese Geschwindigkeit nur für etwa 20 bis maximal 60 Sekunden aufrecht erhalten. Ein Tempo von 100 km/h erreicht er dabei in etwa 4 Sekunden. Bei den meisten Geschwindigkeitsmessungen wurden übrigens "nur" bis zu 90 km/h gemessen.
Junggepard (C) Monika Wegerer
Der "Spikes-Effekt"
Im Unterschied zu den anderen Katzen dieser Welt ist das 3. Zehenglied nicht so beweglich, d.h. der Gepard kann seine Krallen nur bedingt einziehen. Auch in "zurückgezogenem Zustand" sind die Krallen des Geparden nur zum Teil geschützt; liegen also noch immer teilweise frei und sind daher stumpf. Durch diese Besonderheit der Krallen wird beim Laufen ein "Spikes-Effekt" erzielt, der ein Wegrutschen verhindert und somit den Jagderfolg sichern hilft. Die fehlende "Spitze" der Krallen macht den Geparden jedoch andererseits zu einem verhältnismäßig schlechten Kletterer.
Es gab übrigens vor etwa 2 Millionen Jahren auch in Europa Geparden. Acinonyx pardinensis war - fossilen Funden zur Folge - etwas größer als die heute bekannten Geparden.
Jagdleopard
Geparde sind verhältnismäßig leicht zu zähmen. Sie können zur Jagd abgerichtet werden und werden dann als "Jagdleopard" bzw. früher auch als "Jagdtiger" bezeichnet. Die ersten Zähmungen dieser anmutigen Katzen sollen bereits vor über 5000 Jahren zwischen Euphrat und Tigris durch die Sumerer erfolgt sein. Auch als "Haustiere" wurden Geparden bereits gehalten. Unter anderem von so bekannten Herrschern wie Dschingis Khan.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Geparde noch in weiten Teilen Afrikas, dem Nahen Osten, bis Vorderindien und im Himalaya angetroffen. Knochenfunde belegen, das Geparde früher auch in China, Südeuropa und westlichen Gebieten der heutigen USA anzutreffen waren. Heute beschränkt sich ihr Vorkommen hauptsächlich auf Süd- und Mittelafrika (die größte Population mit etwa 2500 Tieren weist Namibia auf ) sowie eine kleinere Population (etwa 200 Tiere) im Iran.
Gepard (C) 2004, Marcus Skupin
Dramatischer Populationsrückgang
Noch 1900 soll die Zahl der wildlebenden Geparde über 100.000 betragen haben. Im Jahre 1960 war der Gesamtbestand bereits um mehr als 2/3 zurückgegangen und heute sind es nicht einmal mehr 10 % dieser Zahl. Zu dem dramatischen Rückgang der Anzahl wildlebender Geparde hat neben dem stetigen Rückgang des Lebensraumes, dem Fang der schönen Katzen für Zoos, Tierparks und zur Jagd, auch der Handel mit Raubkatzenfellen beigetragen. Der Gepard ist außerdem, wie auch viele andere Raubkatzen, durch Farmer und Viehzüchter bedroht. Insbesondere in Namibia leben etwa 95 % der Geparden auf oder in der Nähe von kultiviertem Land. Da die Farmer in diesen geschmeidigen Katzen eine Gefahr für ihre Herden sehen, werden diese einfach erschossen oder bei Jagdsafaris an zahlende Gäste "verscherbelt". Hierbei kommt es häufig vor, dass den schönen Katzen an den knappen Wasserstellen aufgelauert wird. Selbst Weibchen, die offensichtlich Junge haben, werden nicht verschont.
Dank der unermüdlichen Arbeit von Wildschützern und Zoologen setzen die Farmer zunehmend Lebendfallen ein. Die Raubtiere können dann abgeholt und in weiter Entfernung wieder in die Freiheit entlassen werden.
In Reservaten und Nationalparks leiden Geparden häufig unter der Nahrungskonkurrenz anderer Raubtiere, hauptsächlich von Löwen, Hyänen und Leoparden, was zu dem Paradoxon führt, dass seine Zahl dort häufig zurückgeht, während die Zahl der Geparden auf kultiviertem Farmland, wo diese Konkurrenten kaum zu finden sind - trotz der Nachstellungen des Menschen - eher zunimmt.
Unterarten
Es gab ursprünglich 7 Unterarten des Geparden von denen die in Indien lebende, Acinonyx jubatus venaticus , im Jahre 1947 ausgestorben sein soll.
Mit Ausnahme des Königsgeparden (zum Teil bis heute mit der wissenschaftlichen Bezeichnung: "Acinonyx jubatus rex" als eigene 8. Unterart geführt), dessen Fellzeichnung deutlich von der der anderen Unterarten abweicht (siehe Foto unter Beschreibung), sind die Unterarten kaum voneinander zu unterscheiden.