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Ernährung

Die Ernährung von Katzen

ist doch eigentlich gar kein Thema mehr, oder ?

Die Zeiten, als unsere Katzen noch mühsam bekocht werden oder – was ganz sicher nicht besonders gesund war – von Tischabfällen leben mussten, sind lange vorbei.

Welches Futter wir an unsere Lieblinge verfüttern sollen, wird uns durch die Werbung im Fernsehen, in Zeitschriften und Magazinen doch recht deutlich vor Augen geführt und schließlich gibt es dann ja auch in jeder Zoohandlung, im Supermarkt und auf Ausstellungen jede Menge dieser Fertigfuttersorten, die als Alleinfuttermittel all das enthalten, was die gesunde, muntere und spielfreudige Katze benötigt um ein langes zufriedenes Leben bei ihrem Besitzer zu führen.

Die Qual der Wahl haben wir da allenfalls noch unter den vielen Marken und Geschmackssorten für unsere Stubentiger oder bei der Frage, ob wir Dosenfutter oder vielleicht doch besser Trockenfutter nehmen sollen.

Ob allerdings die angepriesene Katzennahrung das hält, was die vollmundigen Versprechungen der Tierfuttermittelhersteller uns weismachen wollen, steht manchmal auf einem ganz anderen Blatt.


 

Nahrungsbedürfnisse

Zunächst sollten wir uns einmal mit den Nahrungsbedürfnissen von Katzen vertraut machen.

Unsere Katzen sind „Raubtiere“ - und gehören zu den Karnivoren (soll heissen zu den Fleischfressern).
Auch wenn sie sich im Laufe der Jahre an das Leben mit dem Menschen angepasst haben und durchaus auch andere Dinge gefressen werden, so sollte bei der Ernährung unserer Lieblinge dieser einfache und grundlegende Satz nicht vergessen werden.

Die Nahrung wildlebender Katzen besteht zum überwiegenden Teil aus kleineren und mittleren Beutetieren. Zwar variiert die Nahrung logischerweise, je nachdem, in welcher Region der Welt die Katze lebt, doch finden sich bei Untersuchungen wild lebender Katzenpopulationen nahezu ähnliche Mageninhalte wie Mäuse, Ratten, Insekten, kleine Echsen, kleinere Vögel, etc.

Mit diesen Beutetieren nehmen kleinere Katzen gelegentlich auch deren Mageninhalt mit auf, der unter anderem aus Pflanzenbestandteilen besteht. Diese beinhalten sogenannte Kohlehydrate, die neben Fett und Eiweiss grundsätzlich zu den Energielieferanten unter den Nährstoffen gehören.
Grosskatzen wie z.B. Löwen hingegen, lassen die Eingeweide in der Regel liegen (Krafft/Dürr; Klinische Diätetik für Hund und Katze, Kap. 4).

Die Nahrung einer Katze muß so beschaffen sein, das die Energie, die das Tier zum Leben benötigt, zur Verfügung steht. Diese Energie steckt in den chemischen Bausteinen der Nahrung (insbesondere in Eiweiss und Fett) und wird durch einen Verbrennungsprozeß freigesetzt.

Grundsätzlich lassen sich die Nährstoffe in zwei Gruppen einteilen:

In Bau- und Wirkstoffe die für die Bildung neuer Zellen, die Steuerung des Stoffwechsels und die Bildung von Hormonen und Enzymen im Körper der Katze sorgen sowie in Energielieferanten die die benötigte Energie für die Körperfunktionen zur Verfügung stellen (Effem GmbH; Katzenernährung 1/96).

Im Einzelnen dienen die in der Nahrung enthaltenen Nährstoffe u.a. zur

# Bildung der Bausteine aller Körpersubstanzen
# Förderung und Steuerung chemischer Reaktionen im Körper
# Regelung der Körpertemperatur
# Energielieferung
# Beeinflussung des Geschmacks und somit auch der Nahrungsaufnahme

Nährstoffe werden in sechs Klassen unterschieden:





 

6 Nährstoffklassen

Katzennahrung ohne Tierversuche

Wasser

Eiweiss (Proteine)

Fette

Kohlehydrate

Mineralstoffe



Ballaststoffe

Darüber hinaus finden sich in der Katzennahrung noch sogenannte Ballaststoffe.

Ballaststoffe (Rohfaser);
fördern die Darmbewegung und damit die Verdauung. Ballaststoffe sind unlösliche, also unverdauliche Kohlehydrate. Hierzu gehören Zellulose, Pflanzenkleber etc.

Hohe Rohfaseranteile in Tiernahrung werden in Reduktionsdiäten, d.h. wenn die Katze abnehmen soll, eingesetzt.

Ausgewogen ist wichtig!

Die Nahrung von Katzen muß ausgewogen sein. Sowohl zuviel als auch zuwenig der einzelnen Bestandteile ist – wie die obigen Ausführungen zeigen – schädlich, da Mangelerscheinungen und sogar Vergiftungen die Folge sein können. Neben der Menge ist auch das Verhältnis der einzelnen Stoffe zueinander von Bedeutung so stehen z.B. Kalzium und Phosphor in direkter Verbindung zueinander.

Der Brennwert (Energiekonzentration) der einzelnen Bestandteile, wie auch der Gesamtnahrung wird in Kilojoule gemessen.

Fett hat mit etwa 39 kJ je Gramm den höchsten Brennwert. Eiweisse haben einen Brennwert von etwa 24 kJ, Kohlehydrate von 17 kJ/G.

Die folgende Tabelle zeigt den Bedarf an Energie in Kilojoule je Kilogramm Körpergewicht der Katze. (Effem GmbH, et al.)

Energiebedarf

Alter  Gewicht der Katze in Gramm  Energiebedarf je 1000 Gramm Körpergewicht in KJ 
6.-8. Woche  600  1050 
3.-4. Monat  900-1200  850-750 
5.-6. Monat  1500-1900  650-550 
7.-9. Monat  2300-2400  480-420 
10.-12. Monat  2600-2700  380-340 
ausgewachsen  3000-____  330 


Nährstoffgehalt

Der Nährstoffgehalt eines Katzenfutters kann am sichersten durch Analyse in einem Labor bestimmt werden.

Die von den Futtermittelherstellern gesetzlich verlangte sogenannte "garantierte Inhaltsangabe", kann eine derartige Laboranalyse nicht ersetzen. Sie gibt lediglich Auskunft über die Minimumgehalte an Proteinen und Fett sowie die Maximumgehalte an Rohasche und –fasern sowie Wasser an und wird leider nicht immer eingehalten.

Diese Mengenangaben lassen allerdings leider noch keinen Rückschluss darauf zu, wie wertvoll die enthaltenen Proteine und Fette für die Katze auch wirklich sind, da hierdurch keine Aussage zur Verdaulichkeit getroffen wird.

Um dies mit einem übertriebenen aber treffenden Beispiel zu verdeutlichen (www.cats-country.de):

Zwei Futtersorten stehen nebeneinander. Beide sind von einem Labor untersucht worden und enthalten Rohprotein 10 %, Fett 6,5 %, Fasern 2,4 % und Wasser 68 %. -–typische Mengen für Feuchtfutter. Liest man dann die Liste der Inhaltsstoffe stellt man folgendes fest:

Futter A enthält: Rindfleisch, Leber, Herz, Eier, Hühnerfett, Sonnenblumenöl, Mais und Hafer,
Futter B enthält: 4 Paar alte Lederhandschuhe, 4 Liter Motoröl, gemahlene Kohle, 30 Liter Spülwasser.

Auch die letzteren sehr unappetitlichen Inhaltsstoffe entsprechen den Analysemengen, sind jedoch unzweifelhaft nicht sehr nahrhaft für das Tier.

Die Liste der Inhaltsstoffe auf den Futterverpackungen führt den Stoff mit dem höchsten Gewichtsanteil zuerst auf. Da jedoch unterschiedliche Formen des gleichen Inhaltsstoffes einzeln aufgeführt werden dürfen, kann der Fleischanteil eines Futters das mit Lamm angegeben an erster Stelle steht, durchaus ziemlich gering sein.
Übrigens braucht eine Futtersorte die mit „LAMM“ angepriesen wird lediglich 4 % Bestandteile vom Lamm enthalten. Der „Rest“ des Fleischanteils könnte durchaus aus Rind, Schwein, Huhn u.a. bestehen.
Dies kann dann durchaus dazu führen, das die gleiche Futtersorte von Ihrer Katze einmal sehr gern angenommen wird, wenn sie z.B. 4 % Lamm und ansonsten nur Fleischbestandteile vom Huhn enthält und in der nächsten Fertigungsserie zwar auch wieder 4 % Lamm, im übrigen aber nur Rindfleisch enthalten ist.

Die Futtermittelhersteller argumentieren bezüglich der 4 % damit, die Katze sei aufgrund ihres feinen Geschmachs-/ respektive Geruchssinnes durchaus in der Lage, den entsprechenden Anteil herauszuschmecken.

* * *

Letzendlich stellt sich noch die Frage, ob unsere Katzen durch die Ernährung mit sog. Alleinfuttermitteln krank werden können.

Gerade da fast alle Futtermittel Rindfleisch und / oder Nebenerzeugnisse vom Rind enthalten, fällt vielen Lesern hierzu bestimmt das Thema BSE, der sog. Rinderwahn und die Diskussion um die Übertragbarkeit auf Mensch und Tier ein. Zu diesem Thema ist anzumerken, dass bereits in einer im Jahre 1996 durchgeführten Befragung verschiedener Tierfuttermittelhersteller die hieran teilnehmenden Unternehmen übereinstimmend erklärt haben, es werde kein britisches Rindfleisch und darüber hinaus grundsätzlich keine Nebenerzeugnisse aus den als besonders risikoreich eingestuften Teilen von Rindern (z.B. Gehirn, Rückenmark, Därme etc.) verwandt – (Skupin; BSE - Risiko bei der Katzenernährung?, Die Birmakatze 01/1996, S. 12).

Mangelerscheinungen entstehen insbesondere bei nicht artgerechter Fütterung von Katzen z.B. durch Tischreste oder wenn die für die Katz´ gekochte Mahlzeit nicht richtig zusammengestellt wurde.
Die Möglichkeit von Vergiftungen, insbesondere Vitamin-A-Vergiftung ist grundsätzlich nicht auszuschliessen. Hierzu kann es bei gerade durch die gut gemeinte Zufütterung von Vitamin-Präparaten etc. kommen. Auch enthalten manche Alleinfuttermittel recht hohe Vitamin-A- Dosen.

Unter dem Strich ist nochmals zu betonen, dass Katzen ausgewogen ernährt werden müssen um Mangelerscheinungen und schädlicher Überversorgung mit einzelnen Nahrungbestandteilen vorzubeugen. Darüber hinaus soll die Nahrung ausreichende Eiweiss- und Fettmengen und hier insbesondere tierische Eiweisse und Fette enthalten, da bestimmte, lebenswichtige Bestandteile der Katzenernährung nur aus tierischem Eiweissen „gewonnen“ werden können. Dies ist auch einer der Gründe, aus dem eine vegetarische Ernährung von Katzen strikt abzulehnen ist.

Eine reine Fleischernährung ist ebenfalls nicht anzuraten, da dieses nicht genug Kalzium enthält, was zu Fehlern im Skelettaufbau der Katze und zu Knochenbrüchen führen kann. Leber enthält sehr viel Vitamin A und kann bei einer übermässigen Fütterung zu Vergiftungen führen und rohes Fleisch kann zur Übertragung von Parasiten und Bakterien wie z.B. Salmonellen sowie auch zu Viruserkrankungen wie der tödlich endenden Aujeszkyschen Krankheit führen.

Bei Fütterung mit Katzenfertignahrung sind die o.g. Probleme so gut wie ausgeschlossen, wer sicher gehen will, sollte die Futtermarke und –sorte häufiger wechseln, um etwaige Mängel einzelner Produkte auszugleichen.

Auch ist es ratsam hochwertige Fertigprodukte zu nutzen und der Katze zumindest gelegentlich "natürliche Nahrung" anzubieten (hier bieten sich zum Beispiel Eintagsküken an, die recht günstig zu bekommen sind.

Im Übrigen wird durch regelmäßigen Wechsel der Futterart oder -sorte die Prägung auf ein bestimmtes Futter vermieden, was den Vorteil bietet, dass Schwierigkeiten vermieden werden, wenn der Hersteller seine Rezeptur wieder einmal "verbessert".

Allerdings: Wer genügend Zeit und Lust hat, sich das entsprechende Wissen über die Zubereitung artgemäßer Katzennahrung anzueignen, der kann seiner Katze ein ansprechendes Katzenmenü selbst zusammenstellen und bietet damit seinem Stubentiger sicherlich die beste Möglichkeit.

Was Sie noch wissen sollten:
*
Nicht nur die Akzeptanz von Fertignahrung wird am Tier, also im weiteren Sinne im "Tierversuch" getestet. Lesen Sie dazu: Tierversuche für Tiernahrung!!

Eine Aufstellung tierversuchsfreier Katzennahrung finden Sie hier!

* BSE - Risiko bei der Katzenernährung? Den Bericht finden Sie in der Rubrik "Medizin".
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Katzennahrung ohne Tierversuche

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