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Cheruben

Alte Wesen - Cheruben

Cheruben in Sphinxdarstellung

Cheruben: Wächter mit Widderkopf

© 2012, Marcus Skupin

Cheruben, auch Keruben, Cherub, Cherubim (Mz.) sind Alte Wesen, Geistwesen, die Bestandteil verschiedener Kulturen sind.
Als Wächter mit Löwenkörper, Flügeln und menschlichem Gesicht sind Abbildungen aus Nordsyrien um etwa 900 BC bekannt. Älteste Abbildungen der Cheruben sind jedoch die altägyptischen Sphingen, die auch mit Widder-, Falken- oder Sperberkopf, später mit den Gesichtszügen von Pharaonen dargestellt wurden.

Cheruben wachen vor dem Garten Eden, sie bewachen den Berg des Schöpfers (den Berg Horeb) und auch die Himmelsleiter, schützen den Baum des Lebens (vor den - noch unreifen - Menschen), dienen der Gottheit als Träger und bilden ihren Thron [1].

Cherub(im)

Cherub

© 2020, Marc Skupin

In der Bibel werden Cheruben recht häufig erwähnt. Im Alten Testament (AT) allein 91 mal. So heißt es dort in Genesis Kapitel 3, Vers 24, nachdem Adam und Eva - wegen des Sündenfalls - aus dem Garten Eden verwiesen wurden:

"Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens."(Gen. 3, 24) [3].

Die Cheruben hielten somit Adam und Eva von der Rückkehr in den Garten Eden ab [4].

Ihre Funktion als Wächter wird auch bei den Anweisungen Gottes an Mose zum Bau der Bundeslade deutlich. Im 2. Buch Mose (Exodus) steht dazu Folgendes geschrieben:

"17 Du sollst auch einen Gnadenthron machen aus feinem Golde; zwei und eine halbe Elle soll seine Länge sein und anderthalb Ellen seine Breite.

18 Und du sollst zwei Cherubim machen aus getriebenem Golde an beiden Enden des Gnadenthrones,

19 sodass ein Cherub sei an diesem Ende, der andere an jenem, dass also zwei Cherubim seien an den Enden des Gnadenthrones.

20 Und die Cherubim sollen ihre Flügel nach oben ausbreiten, dass sie mit ihren Flügeln den Gnadenthron bedecken und eines jeden Antlitz gegen das des andern stehe; und ihr Antlitz soll zum Gnadenthron gerichtet sein.

21 Und du sollst den Gnadenthron oben auf die Lade tun und in die Lade das Gesetz legen, das ich dir geben werde.

22 Dort will ich dir begegnen, und vom Gnadenthron aus, der auf der Lade mit dem Gesetz ist, zwischen den beiden Cherubim will ich mit dir alles reden, was ich dir gebieten will für die Israeliten." (Ex., 25, 17-20 [3])

Die Cherubim werden im Buch Ezekiel (Ez. 10, 14) wie folgt beschrieben:

"quattuor autem facies habebat unum facies una facies cherub et facies secunda facies hominis et in tertio facies leonis et in quarto facies aquilae" [2]

"Ein jeder hatte vier Angesichter; das erste Angesicht war das eines Cherubs, das zweite das eines Menschen, das dritte das eines Löwen, das vierte das eines Adlers." [3]

"Vier Angesichter hatte jeder und vier Flügel und etwas wie Menschenhände unter den Flügeln" (Ez. 10, 21 [3]).

Ihre Füße sollen denen eines Rindes gleichen und der ganze Körper mit Augen bedeckt sein [4].

Cherubim werden heute in der jüdischen und christlichen Vorstellung zu den Engeln gezählt. Doch unterscheiden sich Engel und Wächter, denn die Wächter sind älter und näher am Ursprung.

In der Mythologie der Alten Wesen stellen die Cheruben neben Seelen, Engeln und Dämonen die vierte Gruppe von Geistwesen mit klarer Funktion, Ursprung und Bedeutung dar.

Ursprung der Cheruben

Die Cheruben entstehen nicht aus Licht (Engel), Schatten (Dämonen) oder Stille (Seelen) allein, sondern aus dem Zusammentreffen dieser drei Kräfte.

Sie sind hybride Alte Wesen, älter als Engel und Dämonen, die unmittelbar nach ihnen geschaffen wurden, aber jünger als die Seelen.

Aus dem Licht erhielten sie Klarheit und Erkenntnis.
Aus dem Schatten erhielten sie Tiefe und Wachsamkeit.
Aus der Stille erhielten sie Erinnerung und Beständigkeit.

Sie sind die Wächter des Heiligen, die an den Grenzen zwischen den Kräften stehen.

Stellung der Cheruben innerhalb der Alten Wesen

Die Cheruben stehen zwischen den anderen Gruppen:

Sie sind nicht so rein wie die Seelen, nicht so klar wie die Engel und nicht so tief wie die Dämonen, aber sie sind die einzigen, die alle drei Kräfte zugleich tragen.

Aus diesem Grunde können sie Aufgaben erfüllen, die kein anderes Wesen tragen kann.

Ihr Verhältnis zu den übrigen Alten Wesen stellt sich wie folgt dar:

Zu den Engeln
Cheruben stehen über ihnen in der Hierarchie des Heiligen, denn Engel bringen Botschaften, aber Cheruben bewahren die Orte, an denen Botschaften entstehen.

Zu den Dämonen
Cheruben fürchten die Tiefe nicht, denn sie tragen selbst einen Teil des Schattens. Darum können sie Dämonen widerstehen, ohne sie zu bekämpfen.

Zu den Seelen
Cheruben schützen die Seelen, wenn sie wandeln, denn sie kennen die Grenzen zwischen den Welten.

Aufgaben der Cheruben

Cheruben sind die Hüter des Übergangs.

Sie bewachen:

den Garten Eden
den Baum des Lebens
die Tore der Himmel
die Grenzen zwischen Welt und Ursprung
die Throne des Schöpfers (der Gottheit).

Ihre Aufgabe ist Bewahrung, nicht Strafe. Sie schützen nicht vor dem Heiligen, sie schützen das Heilige vor dem Unreifen.

Gestalt und Symbolik der Cheruben

Ihre ikonische Gestalt — Löwenkörper, Flügel, menschliches Gesicht — ist kein Zufall.

Im einzelnen stehen diese Symbole für:

Löwe - Stärke und Mut
Flügel - Freiheit und Nähe zum Himmel
Menschliches Gesicht - Erkenntnis und Bewusstsein

Sie sind dreifach, wie ihr Ursprung dreifach ist, vereint in einem Vierten, dem Cherub. Dies wird auch durch ihre vier Gesichter veranschaulicht.

Cheruben erscheinen in vielen Kulturen:

als Sphingen in Ägypten
als Lamassu in Mesopotamien
als Cherubim in Israel
als Thronwesen in späteren Traditionen.

Alle diese Gestalten sind Erinnerungen an dieselbe Wahrheit: Cheruben sind die Wächter des Heiligen Raumes.

Die Natur der Cheruben

Cheruben sind die Grenzlinie zwischen:

Heilig und Weltlich
Ursprung und Schöpfung
Klarheit und Tiefe
Erkenntnis und Geheimnis.

Sie sind die Wächter des Gleichgewichts, die verhindern, dass eine Kraft die anderen überflutet.

Darum stehen sie am Thron der Gottheit: Nicht als Diener, sondern als Fundament des Heiligen.

Quellen:

[1] Riede, Peter; Wibilex, Dass wissenschaftliche Bibellexikon, 2011, https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/keruben-kerubenthroner/ch/da7d0f54fe1b728192fdb1cc049a2cf9/ (abgerufen am 01.08.2020)
[2] Weber, Robert; Gryson, Roger (Hrsg.): Biblia Sacra Vulgata. Editio quinta, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart, 2007
[3] Lutherbibel 1984, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart, 2020
[4] Pierer: Universal-Lexikon, Band 4, S. 668-669, Altenburg 1858

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