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Tiger (Panthera tigris)

Tiger

Tiger

Tiger

Abb. n. Elliot; hier noch als Felis tigris

von Marcus W. Skupin | Welt der Katzen

"Der Tiger" (Panthera tigris, Linnaeus 1758), 04.01.2003; letzte Ergänzung am 04. April 2020

Der Tiger ist die größte noch lebende Katzenart. Seine meist gelblich-ockerfarbene bis rötlich-orange Grundfärbung mit den schwarzen Streifen machen ihn auch zur "bekanntesten" Katzenart. Selbst Kleinkinder können einen Tiger auf Fotos oder auch im Zoo augenblicklich erkennen, was bei vielen anderen Katzenarten merklich schwerer fällt.

Der Tiger ist ein Tier, das ist wunderlich kräftig und schnell. Es wird geboren in Hircania, so lässt es sich bei Albertus Magnus [1] nachlesen. (Anm.: Hircania bezeichnet das Gebiet südlich des Kaspischen Meeres, auch Hyrkanien. Das damalige Hircania gehört heute zu Iran und Turkmenistan. Hyrkanische Tiger gelten zwischenzeitlich als ausgestorben. Vgl. Kaspischer Tiger).

Allgemeines / Verbreitung

Gab es um 1900 noch ca. 100.000 wild lebende Tiger, so ist deren Zahl bis Juni 2013 leider auf geschätzte 3.200 Tiere zurückgegangen. Fast 2/3 aller heute noch frei lebenden Tiger sind Bengaltiger.

Seit dem 17. Jahrhundert sind Tiger als Menschenfresser "verschrien". Doch, "seit im Dschungel immer wieder die Maschinengewehre knattern, gilt der Tiger nur noch in Friedensjahren als Schrecken der Wälder." (ROEDELBERGER et al. 1965).

Felis tigris

Tiger (hier noch "Felis tigris")

Abbildung nach "The natural history of the felinae", Naturgeschichte der Felinae" von Sir William Jardine, 1834

Großkatze Asiens

Tiger bevölkerten einst weite Teile des asiatischen Raumes, von Sibirien über China bis Indien, Myanmar und Thailand.

Durch die immer stärkere Ausbreitung des Menschen und den Jagddruck, heute hauptsächlich durch Wilderer, wird der Lebensraum des Tigers immer weiter beschränkt, so dass die Zahl der großen Katzen immer weiter abnimmt.

Von den ursprünglich 9 bekannten Unterarten sind heute bereits 3 Unterarten, der Bali-Tiger (Panthera tigris balica, ca. 1940), der Java-Tiger (Panthera tigris sondaica, ca. 1980) sowie der Kaspische Tiger (Panthera tigris virgata; ca. 1970) ausgestorben.

Wissenschaftliche Untersuchungen aus dem Jahre 2015 (WITTING et al, 2015) ließen die Forscher zu dem Schluss kommen, dass streng genommen nur eine klare Unterscheidung zwischen Festlandtigern und Sunda-Tigern (eine Zusammenfassung von Sumatra-, Java- und Balitiger als Panthera tigris sondaica) möglich ist und die Zahl der Unterarten daher nach Ansicht dieser Wissenschaftler auf zwei reduziert werden sollte.

Unterarten des Tigers

Indira, Bengaltiger

Bengaltigerin

Bengaltiger (Panthera tigris tigris) werden auch als Königstiger oder Indische Tiger bezeichnet. Sie sind die Unterart mit den derzeit meisten Individuen. Schätzungen zur Folge dürften derzeit (Juni 2013) noch etwa 1.800 Tiere in freier Wildbahn leben. Das Vorkommen des Bengaltigers umfasst die indischen Trockenwälder, sowie Nepal, Bhutan, Bangladesch und West-Birma.
Männliche Bengaltiger werden bis zu 3,13 m groß (Gesamtlänge), während die Weibchen mit bis zu 2,82 Metern Gesamtlänge etwas kleiner bleiben. Die Tiere bringen ein Gewicht von 85 kg - 177 kg (Weibchen), bzw. zwischen 150 kg und 265 kg (Männchen) auf die Waage.

Sibirische Tiger (Panthera tigris altaica) werden auch als Amurtiger bezeichnet und geltend als extrem gefährdet. Die Anzahl in freier Wildbahn lebender Tiere wird vom WWF auf etwa 450 geschätzt. Sibirische Tiger kommen in den Wäldern Ost-Russlands sowie wenige Exemplare im Nordosten Chinas vor.
Die Gesamtlänge des Amurtigers differiert zwischen 262 cm - 272 cm (Weibchen) sowie zwischen 278 cm und 309 cm bei männlichen Exemplaren. Das Gewicht der Großkatzen beträgt 99 kg - 167 kg (Weibchen) und 155 kg bis 254 kg (Männchen).

Südchinesische Tiger (Panthera tigris amoyensis) waren ursprünglich über den gesamten chinesischen Raum verbreitet. Ob es noch Exemplare in freier Wildbahn gibt ist unklar. Letzte Nachweise über ihr Vorkommen stammen aus den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts.

Sumatratiger

Sumatramännchen

© 2015 Marcus Skupin

Sumatra-Tiger (Panthera tigris sumatrae) sind die kleinste noch lebende Tigerart. Nach aktuellen Schätzungen beträgt die Anzahl dieser Tiere kaum 400 Individuen, was einem Rückgang der Population seit den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts um gut 60 Prozent entspricht. Ihr Lebensraum sind dichte Tiefland- und Hochlandregenwälder der indonesischen Insel Sumatra. Sumatra-Tiger sind geübte Schwimmer.
Die Sumatra-Tiger erreichen Gesamtlängen zwischen 208 cm und 230 cm (Weibchen). Männliche Exemplare hingegen werden zwischen 215 cm bis 255 cm groß.

Indochinesische Tiger (Panthera tigris corbetti) kommen in den unwegsamen Regionen der Bergwälder Thailands, in Kambodscha, Laos, Vietnam, Birma und auch Südchina vor. Aktuelle Schätzungen lassen vermuten, dass noch etwa 350 Individuen in freier Wildbahn existieren.

Malaysia-Tiger (Panthera tigris jacksoni) kommen auf der Malaiischen Halbinsel in den dortigen, tropischen Regenwäldern vor. Diese Unterart wurde erst im Jahre 2004 durch genetische Analysen identifiziert und sind den Indochina-Tigern sehr ähnlich. Ihre Population wird auf etwa 500 Individuen geschätzt. Der Knochenfund eines Malaysia-Tigers auf der Insel Borneo lässt vermuten, dass die Tiere in früherer Zeit auch dort heimisch gewesen sein könnten.

weitere Einzelheiten:

Tiger-Beschreibung

Größte der Tigerarten ist der sibirische Tiger, der bis zu 350 kg schwer wird. Die kleineren Bengaltiger erreichen nur bis zu 200 kg. Die Schulterhöhe des Tigers kann bis zu 124 cm betragen. Neben...

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Tiger-Ernährung

Tiger benutzen die Deckung des Waldes um sich an ihre Beute anzuschleichen, können aber wenn sie sich in "Fangentfernung" glauben auf 60 - 70 km/h beschleunigen um diese nieder zu reissen und zu töte...

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Lebensraum/Verhalten

Am südöstlichen Rand der Taiga lebt der Sibirische Tiger, die größte noch existierende Tigerart. Ursprünglich streifte dieser Tiger durch riesige Gebiete Asiens. Heute lebt er nur noch in einem kl...

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weitere Einzelheiten:

Tiger-Fortpflanzung

Tiger werden mit etwa 3 bis 5 Jahren geschlechtsreif. Die Gestationsperiode (Tragzeit) beträgt 95 bis 112 Tage. Tigerweibchen bringen bis zu 7 Junge zur Welt, die mit fünf bis sechs Monaten ...

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statistische Daten

Gewicht: bis 350 kg (Sibirischer Tiger) Schulterhöhe: bis 124 cm Geschlechtsreife: 3 bis 5 Jahre Gestation: 95 - 112 Tage Wurfgröße: bis 7

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Tigerbabys im Zoo

In zoologischen Gärten können regelmäßig Tigerbabys bewundert werden, die mit Mutter und Geschwistern herumtollen und dabei spielerisch auf das Leben vorbereitet werden. ...

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Steckbrief Tiger

Informationen zum Tiger in Kurzform in den Steckbriefen der Großkatzen.

Tiger historisch ...

Tiger im Lemery 1721

Tigris Tigris, frantzösisch, Tigre, teutsch, Tyger, Tygerthier, ist ein vierfüßiges und greulich wildes, grausames Thier, welches mit der Katze sehr viel zugleich hat; allein, es ist gemeiniglich ...

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Tiger in Adelung 1793

Der Tieger, oder Tiger, des -s, plur. ut nom. sing. Diminut. Tiegerchen, Oberd. Tiegerlein. 1) Eigentlich, ein vierfüßiges fünfzehiges überaus wildes Raubthier, welches so groß wie ein Löwe ...

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Tiger in DamenLexikon 1834

Tieger. Der eigentliche Königstieger oder der T. von Bengalen ist das blutgierigste Thier des ganzen Katzengeschlechts; denn nicht, wie der Löwe, von Hunger getrieben, sondern aus wahrer Mordlust...

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Tiger in Pierer's 1863

Tiger; im gemeinen Leben größere Raubthiere aus dem Katzengeschlecht, welche gefleckt od. gestreift sind ...

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3. Sippe: Tiger (Tigris)

Eine andere Gruppe der Katzen, welcher man ebenfalls den Rang einer Sippe oder Untersippe zugesprochen hat, vertritt der Tiger, eins der vollkommensten Glieder der gesammten Familie. Der Tiger ist ...

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Quellen

[1] Magnus, Albertus; Megenberg, Konrad (Übersetzung): "von dem Tigertier" in Das Buch der Natur: die erste Naturgeschichte in deutscher Sprache von Konrad (von Megenberg) - 1309 bis 1374, Hrsg. Franz Pfeiffer, Verlag von Karl Aue, Stuttgart 1861, Originalausgabe: ca. 1244

Welt der Katzen: Katzenbücher und Kalender im Handel. Infos in der Rubrik Katzenbücher.

"Unter allen Geschöpfen dieser Erde gibt es nur eines, das sich nicht versklaven lässt. - Die Katze." (Mark Twain, 1835-1910)

Bengalmädchen

Erhöhter Katzenausguck (Q)

© 2016, Marcus Skupin

Jede Begegnung, die die Seele berührt, hinterlässt eine Spur, die nie vergeht ...

Liebe ist das höchste Gut der Welt! Wo Du sie findest, halte sie fest - denn ohne sie kannst Du nicht leben. (Marcus Skupin)

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