Die Geparde (Unterfamilie Acinonyxchinae)
Geparde
von Marcus Skupin | Welt der Katzen
Der Gepard (Acinonyx jubatus) ist das schnellste Landsäugetier der Erde und nimmt innerhalb der Katzenfamilie eine besondere Stellung ein. Im 19. Jahrhundert wurden „Gepards“ noch als Hundskatzen oder Wolfsträger bezeichnet und als Jagdpanther bzw. Jagdleopard in die Gattung Cynailurus eingeordnet, da man sie für „halb Hund und halb Katze“ hielt. Diese Auffassung ist heute längst überholt.
Geparde | Inhaltsverzeichnis
Allgemeines / Verbreitung
Moderne genetische Untersuchungen von O’Brien und Johnson zeigen, dass der Gepard enger mit dem amerikanischen Puma verwandt ist als mit den klassischen Großkatzen wie Löwe oder Tiger.
Er gehört daher zum dritten Hauptzweig der Katzenentwicklung, der Großkatzengruppe, wird aber — wie der Puma — trotz seiner Größe den Kleinkatzen zugeordnet.
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Moderne Feliden‑Taxonomie
Die aktuelle Systematik der Katzenfamilie folgt der Revision der IUCN Cat Classification Task Force (CCTF, 2017). Diese ordnet den Geparden klar der „Puma‑Linie“ zu, die aus Puma, Jaguarundi und Gepard besteht. Die Einordnung basiert auf genetischen, morphologischen und biogeographischen Daten und bestätigt, dass der Gepard evolutionär näher zum Puma steht als zu den klassischen Großkatzen der Gattung Panthera. [7]
Der Gepard ist die einzige heute lebende Art seiner Gattung und unterscheidet sich von allen anderen Katzenarten durch seinen einzigartigen Körperbau und sein Jagdverhalten als hochspezialisierter Hetzjäger.
Weltweit leben nur noch etwa 6.500–7.100 Geparde [6] in freier Wildbahn. Die Art gilt laut IUCN als gefährdet (Vulnerable), die asiatische Population sogar als vom Aussterben bedroht (Critically Endangered).
Das Verbreitungsgebiet des Geparden ist auf rund 9% des Ursprungsgebietes geschrumpft. Durant et al. geben im Jahr 2017 nur noch 33 Populationen des Geparden weltweit an. Die Hälfte aller Geparde kommt in einem 6-Länder-Polygon (Angola, Botswana, Mosambique, Namibia, Südafrika, Sambia) vor. Nur eine weitere Population besteht aus mehr als 1.000 Individuen. Überwiegend (zu 91%) bestehen einzelne Populationen aus bis zu 200 Individuen. Sechs Populationen erreichen kaum zweistellige Zahlen. [6]
Mitte des 19. Jahrhunderts hingegen wurden Geparde noch in weiten Teilen Afrikas, dem Nahen Osten bis Vorderindien und im Himalaya angetroffen. Knochenfunde belegen, das Geparde früher auch in China, Südeuropa und westlichen Gebieten der heutigen USA anzutreffen waren.
Neuere paläontologische Daten zeigen, dass Acinonyx pardinensis in Europa weit verbreitet war und vermutlich eine Schlüsselrolle in der pleistozänen Raubtiergemeinschaft spielte. Die Art war größer als der heutige Gepard und besaß ähnliche Anpassungen an schnelle Hetzjagd. [7]
Durch die starke Ausdehnung menschlicher Lebensräume wird der Lebensraum des Geparden immer weiter eingeschränkt.
Flink wie ein Gepard
Einzelne Geparde sollen eine Laufgeschwindigkeit von bis zu 120 km/h erreichen. Der Gepard ist damit das schnellste Landsäugetier, kann allerdings diese Geschwindigkeit nur für etwa 20 bis maximal 60 Sekunden aufrecht erhalten. Ein Tempo von 70 km/h erreicht er dabei in etwa 2 Sekunden, die Beschleunigung auf 100 km/h dauert weitere 2 Sekunden. Bei den meisten Geschwindigkeitsmessungen wurden übrigens "nur" bis zu 93 km/h gemessen.
Moderne GPS‑Messungen bestätigen, dass realistische Höchstgeschwindigkeiten 93–98 km/h betragen. Die oft genannten 110–120 km/h stammen aus älteren, ungenauen Messungen. Die extreme Beschleunigung wird durch eine Kombination aus flexibler Wirbelsäule, großer Schrittweite (bis 7 m) und hoher Sauerstoffaufnahme ermöglicht. [5]
Der "Spikes-Effekt"
Im Unterschied zu den anderen Katzen dieser Welt ist das 3. Zehenglied nicht so beweglich, der Gepard kann seine Krallen daher nur bedingt einziehen. Auch in "zurückgezogenem Zustand" sind die Krallen des Geparden nur zum Teil geschützt; liegen also noch immer teilweise frei und sind daher stumpf. Durch diese Besonderheit der Krallen wird beim Laufen ein "Spikes-Effekt" erzielt, der ein Wegrutschen verhindert und somit den Jagderfolg sichern hilft. Die fehlende "Spitze" der Krallen macht den Geparden jedoch andererseits zu einem verhältnismäßig schlechten Kletterer. - Junge Geparden können übrigens bis zu einem Alter von etwa sechs Monaten ihre Krallen noch komplett einziehen.
Die halb einziehbaren Krallen des Geparden erhöhen nicht nur die Bodenhaftung, sondern verbessern auch die laterale Stabilität bei schnellen Richtungswechseln. Zusammen mit den vergrößerten Fußballen und der flexiblen Wirbelsäule entsteht ein biomechanisches System, das speziell für extreme Beschleunigung und enge Kurven optimiert ist. [5]
Es gab übrigens vor etwa 2 Millionen Jahren auch in Europa Geparde. Acinonyx pardinensis war - fossilen Funden zur Folge - etwas größer als die heute bekannten Vertreter der Geparde. Ein kleinerer "Bruder" lebte im großasiatischen Raum, ist jedoch ebenfalls vor langer Zeit ausgestorben: Acinonyx intermedius.
Auch die fossilen Arten A. pardinensis und A. intermedius zeigten übrigens ähnliche Anpassungen, was darauf hindeutet, dass der „Spikes‑Effekt“ ein evolutionär altes Merkmal der Gattung Acinonyx ist.
Jagdleopard
Der Gepard ist verhältnismäßig leicht zu zähmen. Die schlanken Katzen können zur Jagd (auf Antilopen und Schakale [3]) abgerichtet werden und werden dann als "Jagdleopard" oder "Jagdpanther", früher auch als "Jagdtiger" bezeichnet. Die ersten Zähmungen dieser anmutigen Katzen sollen bereits vor über 5000 Jahren zwischen Euphrat und Tigris durch die Sumerer erfolgt sein.
Reichenbach [4] berichtet von Geparden, die in Ostindien ganz frei in Häusern gehalten und zur Jagd abgerichtet werden.
"Zu diesem Zwecke werden diese Thiere, wie die Iagdfalken, mit einer Kappe versehen und auf Pferden, Elephanten oder Wägen mitgeführt. Erblickt der Jäger jagdbare Thiere, so streift er dem Gepard die Kappe ab, der sich dann katzenartig ihnen nähert und in mehreren Sprüngen sie zu erhaschen versucht.
Ein Augenzeuge berichtet hierzu Folgendes: »Kurz bevor wir unser Revier berührten, meldete uns der Kameeltreiber, denn deren bedient man sich gewöhnlich zum Aufsuchen des Wildes und zum Vorbereiten der Jagdlust, daß eine halbe Meile von unserm Stande eine Heerde Gazellen weide, und wir beschlossen sogleich, sie mit unsern Gepards zu verfolgen. Jeder derselben fand sich auf einem offenen Karren ohne Leitern, mit zwei Ochsen bespannt und jeder hatte ein Gefolge von zwei Personen. Die Gepards waren mit einem Halfter an ein leichtes Halsband oben auf den Karn gebunden und wurden noch von den Beileuten an einem Riemen gehalten, welcher um die Lenden ging. Eine lederne Kappe bedeckte ihnen die Augen. Da die Gazellen außerordentlich scheu sind, so ist die beste Weise an sie zu kommen, wenn der Treiber an der langen Seite des Jagdwagens sitzt, und man baut auch letztere darum so, wie die Karren der Bauern, weil an deren Anblick die Thiere gewöhnt sind, so daß man sich ihnen bis auf 200 Ellen nähern kann. Diesmal hatten wir drei Gepards bei uns, rückten auf die Stelle, wo die Gazellen gesehen worden waren, in einer Linie vor, in welcher jeder 100 Ellen vom andern entfernt blieb. Als wir eben in ein Baumwollenfeld kamen, erblickten wir vier Gazellen und mein Kutscher bemühte sich bis auf 100 Ellen an sie zu kommen. Schnell wurden dem Gepard die Kappe und die Fesseln abgenommen und kaum erblickte er das Wild, als er sich nach der entgegengesetzten Richtung mit dem Bauch ganzlich zur Erde gedrückt, äußerst langsam und schmiegsam hinter jedem Busche und jedem Hindernisse, das im Wege lag, sich verbergend fortschlich, sobald er indessen vermuthete bemerkt zu werden, beflügelte er seine Schritte und war nach einigen Sätzen plötzlich mitten unter den Thieren. Er faßte ein Weibchen und rannte, indem er dieses gepackt, gegen 200 Ellen weit, gab ihm dann einen Schlag mit der Tatze, wälzte es um und in einem Augenblick trank er das Blut aus der geöffneten Kehle. Einer der andern Gepards war zu derselben Zeit losgelassen worden, nachdem er aber vier bis fünf verzweifelte Sprünge gemacht hatte, mit denen er die Beute verfehlte, gab er die Verfolgung auf, kehrte knurrend zurück und setzte sich wie der auf den Karren. Als jenes Thier überwältigt worden, lief einer vom Gefolge hin, setzte dem Gepard seine Kappe auf und schnitt dem Thier die Kehle ab, sammelte Blut in ein hölzernes Gefäß und hielt es dem Gepard unter die Nase. Die Gazelle wurde fortgeschleppt und in ein Behältniß unter dem Wagen gebracht, während dem Gepard durch ein Bein des Thieres sein Wildrecht gegeben wurde." [4]
Auch als "Haustiere" wurden Geparden bereits vor langer Zeit gehalten, unter anderem von so bekannten Herrschern wie Dschingis Khan. Im Alten Ägypten wurde der Gepard als "abi mehu", schmaler Panther, bezeichnet [1].
Die historische Nutzung des Geparden als Jagdtier ist gut dokumentiert. Geparde wurden in Mesopotamien, Persien, Indien und Ägypten als „Königstiere“ gehalten und dienten der höfischen Gazellenjagd. Anders als Löwen oder Tiger wurden sie nicht domestiziert, sondern als halbzahme Wildtiere gehalten, die nach der Jagd oft wieder eingefangen werden mussten.
Die Bezeichnung „Jagdleopard“ ist historisch korrekt, aber zoologisch irreführend, da der Gepard nicht zur Gattung Panthera gehört.
Heute ist die Haltung von Geparden streng reguliert. Durch CITES Anhang I ist der internationale Handel nahezu vollständig verboten. Die traditionelle Jagd mit Geparden ist weltweit eingestellt.
Dramatischer Populationsrückgang
Noch um das Jahr 1900 soll die Zahl der wild lebenden Geparde über 100.000 betragen haben. Im Jahre 1960 war der Gesamtbestand bereits um mehr als 2/3 zurückgegangen und heute sind es nicht einmal mehr 10% dieser Zahl.
Zu dem dramatischen Rückgang der Anzahl wildlebender Geparde hat neben dem stetigen Rückgang des Lebensraumes, dem Fang der schönen Katzen für Zoos, Tierparks und zur Jagd, auch der Handel mit Raubkatzenfellen beigetragen.
Der Gepard ist außerdem, wie auch viele andere Raubkatzen, durch Farmer und Viehzüchter bedroht. Insbesondere in Namibia (dort gibt es auch die größte Population in freier Wildbahn) leben etwa 95 % der Geparden auf oder in der Nähe von kultiviertem Land. Da die Farmer in diesen geschmeidigen Katzen eine Gefahr für ihre Herden sehen, werden diese einfach erschossen oder bei Jagdsafaris an zahlende Gäste "verscherbelt". Hierbei kommt es häufig vor, dass den schönen Katzen an den knappen Wasserstellen aufgelauert wird. Selbst Weibchen, die offensichtlich Junge haben, werden nicht verschont.
Besonders kritisch ist die Situation des asiatischen Geparden, von dem im Iran nur noch etwa 12–20 Individuen nachgewiesen sind; deutlich weniger als die früher geschätzten 100 Tiere. [6]
Dank der unermüdlichen Arbeit von Wildschützern und Zoologen setzen die Farmer zunehmend Lebendfallen ein. Die Raubtiere können dann abgeholt und in weiter Entfernung wieder in die Freiheit entlassen werden.
In Reservaten und Nationalparks leiden Geparden häufig unter der Nahrungskonkurrenz anderer Raubtiere, hauptsächlich von Löwen, Hyänen und Leoparden, was zu dem Paradoxon führt, dass seine Zahl dort häufig zurückgeht, während die Zahl der Geparden auf kultiviertem Farmland, wo diese Konkurrenten kaum zu finden sind - trotz der Nachstellungen des Menschen - eher zunimmt.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist die extrem geringe genetische Vielfalt der Art, die auf einen historischen Flaschenhals vor etwa 10.000 Jahren zurückgeht. Dies führt zu:
° hoher Jungtiersterblichkeit
° erhöhter Anfälligkeit für Krankheiten
° eingeschränkter Fruchtbarkeit
Neuere Untersuchungen zeigen jedoch, dass die geringe genetische Vielfalt nicht zwangsläufig zu eingeschränkter Fitness führt. In Namibia besitzen Geparde trotz genetischer Verarmung robuste Immunsysteme und hohe Reproduktionserfolge, sofern Prädationsdruck gering ist. Die genetische Problematik wirkt sich daher in Gefangenschaft stärker aus als in stabilen Wildpopulationen. [8]
Trotz umfassender Schutzmaßnahmen bleibt der Gepard eine der am stärksten bedrohten Katzenarten der Welt.
Unterarten der Geparden
Ursprünglich wurden 7 Unterarten des Geparden identifiziert, von denen die in Indien lebende, dort als "Shittach" bezeichnet [3], Acinonyx jubatus venaticus, im Jahre 1947 bzw. 1952 ausgestorben sein soll.
Südafrikanischer Gepard - Acinonyx jubatus jubatus
Nordafrikanischer Gepard - Acinonyx jubatus heckii
Tansania Gepard - Acinonyx jubatus ngorongorensis
Kaspischer Gepard - Acinonyx jubatus raddeii
Sudan Gepard - Acinonyx jubatus soemmeringii
Kenia Gepard - Acinonyx jubatus velox
Die Zahl der Unterarten ist allerdings umstritten. Manche Autoren gehen von nur vier Unterarten (... hecki, ... jubatus, ... sommeringi und ... venaticus) aus, während es durchaus möglich ist, dass künftige Untersuchungen lediglich zwei Unterarten, den nördlichen Gepard (... venaticus) und den südlichen (... jubatus) bestätigen werden (IUCN, Cat Specialist Group - CSG).
Mit Ausnahme des Königsgeparden dessen Fellzeichnung deutlich von der der anderen Unterarten abweicht (siehe Foto unter Beschreibung), sind die Unterarten kaum voneinander zu unterscheiden.
Der Königsgepard ist allerdings keine Unterart, sondern eine rezessive Mutation des südlichen Geparden (Taqpep-Genmutation). Er ist genetisch ein normaler A. j. jubatus.
Obwohl der Königsgepard keine Unterart darstellt, wird er zum Teil bis heute mit der wissenschaftlichen Bezeichnung: "Acinonyx jubatus rex" geführt.
Genomsequenzierungen bestätigen, dass der Königsgepard keine eigene taxonomische Einheit darstellt. Die Taqpep‑Mutation beeinflusst ausschließlich die Fellzeichnung und hat keine Auswirkungen auf Verhalten, Ökologie oder Fitness. [7]
Die moderne Systematik der IUCN Cat Specialist Group (CSG) erkennt heute nur zwei Hauptlinien an:
1. Südlicher Gepard – Acinonyx jubatus jubatus
Vorkommen: Namibia, Botswana, Südafrika, Simbabwe, Angola, Sambia
Diese Linie umfasst den Großteil der heute noch lebenden Geparde.
2. Nördlicher Gepard – Acinonyx jubatus venaticus
Vorkommen: Iran (letzte Restpopulation)
historisch: Arabische Halbinsel, Indien, Zentralasien
Die iranische Population umfasst heute nur noch 12–20 Individuen und ist damit eine der seltensten Wildkatzenpopulationen der Welt.
Die genetische Analysen zeigen, dass viele der früher beschriebenen Unterarten keine klaren genetischen Grenzen aufweisen. Die Unterschiede beruhen oft auf:
~ regionalen Fellvarianten
~ historischen Fehleinordnungen
~ kleinen Stichproben alter Museumsexemplare
Die moderne Genetik stützt somit die Zweiteilung in eine nördliche und eine südliche Linie.
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Ökologische Unterschiede der Linien
Die südliche Linie (A. j. jubatus) bewohnt überwiegend offene Savannen und Farmlandgebiete des südlichen Afrika. Die nördliche Linie (A. j. venaticus) zeigt eine stärkere Anpassung an Halbwüsten und Gebirgssteppen des Iran und Zentralasiens. Diese ökologischen Unterschiede spiegeln die genetische Trennung der beiden Linien wider. [6];[7]
weitere Fakten
Zoologische Werke des 18. und 19. Jahrhunderts
Die folgenden Texte " Gepard historisch" stammen aus zoologischen Werken des 18. und 19. Jahrhunderts und geben einen faszinierenden Einblick in die damalige Wahrnehmung des Geparden. Viele Beobachtungen sind erstaunlich präzise, andere spiegeln den begrenzten Wissensstand der Zeit wider. Moderne Forschungsergebnisse sind daher jeweils ergänzend kommentiert.
Historische Beschreibungen des Geparden
Historische Berichte betonen oft die „Sanftmut“ des Geparden.
Moderne Forschung bestätigt:
° Geparde sind weniger aggressiv als Löwen oder Leoparden
° sie zeigen geringe Territorialaggression
° sie lassen sich leichter handhaben als andere große Katzenarten
Aber:
Sie sind nicht domestiziert, sondern bleiben Wildtiere.
Historische Texte beschreiben korrekt, dass Geparde:
° nicht brüllen können
° schnurren
° miauen
° zirpen / pfeifen (Kontaktlaute)
Grund:
Ihr Zungenbein ist verknöchert, wie bei den übrigen Kleinkatzen.
Frühere Angaben zur Geschwindigkeit des Geparden sind mit bis zu „120 km/h“ übertrieben.
Moderne Messungen zeigen:
° realistische Höchstgeschwindigkeit: 93–98 km/h
° Beschleunigung: 0–60 km/h in ~3 Sekunden
Die historischen Texte erwähnen korrekt:
° Geparde in Indien
° Geparde in Arabien
° Geparde in Zentralasien
Heute existiert davon nur noch eine winzige Restpopulation im Iran.
Historische Berichte über „Jagdleoparden“ sind gut belegt.
Moderne Forschung bestätigt:
° Geparde wurden nicht gezüchtet, sondern gefangen und abgerichtet
° sie wurden maskiert transportiert
° sie jagten Gazellen, Antilopen, Hasen
° nach der Jagd wurden sie wieder eingefangen
Historische Zoologen ordneten Geparde oft falsch ein, weil:
° sie nicht brüllen
° sie schlank gebaut sind
° sie „hundeähnlich“ wirken
Erst moderne Genetik zeigte:
~ Geparde gehören zu den Felinae (Kleinkatzen)
~ sie sind eng verwandt mit dem Puma
Gepard historisch ...
Quellen
[1] Skupin, Marcus: Abi in Welt der Katzen, online (2018)
[2] Kaup, Dr. J.J.: Das Thierreich in seinen Hauptformen, Erster Band, Verlag Johann Philipp Diehl, Darmstadt 1835, S. 279
[3] Müller, Anton: Die Reiche der Natur, Verlag Gottfried Vollmer, Hamburg, 18xx
[4] Reichenbach, Heinrich Gottlieb Ludwig: Die Raubsäugethiere in Die vollständige Naturgeschichte des In- und Auslands, Leipzig/Dresden 1852
[5] Wilson, A., Lowe, J., Roskilly, K. et al., Locomotion dynamics of hunting in wild cheetahs. Nature 498, 185–189 (2013). https://doi.org/10.1038/nature12295
[6] Durant et al. (2017), The global decline of cheetah Acinonyx jubatus andwhat it means for conservation, 28–533 | PNAS | January 17, 2017 | vol. 114 | no. 3, https://www.pnas.org/doi/10.1073/pnas.1611122114
[7] Kitchener et al. (2017). A revised taxonomy of the Felidae. CATnews Special Issue 11.
[8] IZW Leibniz‑Institut für Zoo‑ und Wildtierforschung, Berlin (2001-heute): Cheetah Research Project, Namibia. Forschungsergebnisse zu Reproduktion, Sozialverhalten und Zuchtmanagement
Artikelinformationen
Skupin, Marcus (2003), Geparde in: Welt der Katzen (online) < www.welt-der-katzen.de > 04.01.2003; letzte Ergänzung: 7. Juni 2026

