Thermoregulation der Katze

Thermoregulation | Körpertemperatur der Katze
von Marcus Skupin (Welt der Katzen), Januar 2017 (Stand: 17. März 2021)

Katzen sind wahre Meister darin, ihre Körpertemperatur an unterschiedliche Umweltbedingungen anzupassen. Obwohl sie als Warmblüter eine relativ konstante Körpertemperatur halten müssen, verfügen sie über erstaunlich vielfältige Strategien, um Wärme zu speichern oder abzugeben. Von physiologischen Mechanismen wie Durchblutungsregulation und Fellstruktur bis hin zu cleveren Verhaltensweisen. Die Thermoregulation spielt eine zentrale Rolle für Gesundheit, Wohlbefinden und Energiehaushalt der Katze.

Für Katzenhalter ist es daher wichtig zu verstehen, wie Katzen auf Hitze und Kälte reagieren, welche Risiken extreme Temperaturen bergen und wie man sie im Alltag optimal unterstützen kann.

Weg zur Wohlfühl-Temperatur

HINWEIS: FIEBER MESSEN BEI DER KATZE

Das Messen an den Ohren oder das Fühlen der Nase ist bei Katzen medizinisch nicht aussagekräftig. Die rektale Messung ist unumgänglich.

Sicherer Ablauf
~ Nutze ein digitales Fieberthermometer mit flexibler Spitze.
~ Bestreiche die Spitze mit etwas Vaseline oder medizinischem Gleitgel.
~ Führe das Thermometer vorsichtig maximal 1 bis 1,5 Zentimeter in den After ein.
~ Bei starkem Stress oder Gegenwehr die Messung sofort abbrechen (Verletzungsgefahr!).

Stress kann die Körpertemperatur kurzfristig um bis zu 1 Grad Celsius ansteigen lassen.

Für alle Lebewesen gilt, dass sie sich in einem bestimmten Temperaturbereich am Wohlsten fühlen. Dabei besitzt jede Tierart ihre eigene, spezifische Körpertemperatur.

Katzen gehören als Säugetiere zu den gleichwarmen (homoiothermen) Tieren. Die Hauskatze ist in der Lage, die Körpertemperatur bis auf 0,1 Grad Celsius konstant zu halten.

Die normale Körpertemperatur der erwachsenen Hauskatze liegt zwischen 37,3 und 39,3 Grad Celsius (Skupin, 2017), unterliegt allerdings räumlichen und zeitlichen Schwankungen (Heldmaier & Neuweiler, 2004) und unterscheidet sich auch geringfügig bei einzelnen Individuen.
Schmidt / Horzinek geben die Normaltemperatur der adulten Katze mit 38 bis 39 Grad an, während Kellerwessel eine Spanne zwischen 36,7 und 38,9 Grad, bei Stress sogar bis 39,8 Grad Celsius angibt.

Katzen besitzen individuelle Temperaturpräferenzen, die je nach Alter, Gesundheitszustand und Aktivitätsniveau variieren können. Ältere Katzen oder Kitten benötigen oft etwas höhere Umgebungstemperaturen, da ihre Fähigkeit zur Thermoregulation eingeschränkt ist. Die zuverlässigste Methode zur Temperaturmessung ist die rektale Messung, da andere Messmethoden bei Katzen häufig ungenau sind.

.

Praktische Hinweise zur Wohlfühl-Temperatur

° Im Sommer können bei großer Hitze Kühlmatten helfen, die Temperatur auf einem für die Katze erträglichen Maß zu halten.

° Schläft eine Katze im Winter ungewöhnlich viel oder sucht verstärkt warme Orte auf, deutet dies auf ein erhöhtes Wärmebedürfnis hin.

° Beheizbare Katzenbetten oder Wärmematten mit Abschaltautomatik sind im Winter eine wertvolle Hilfe, besonders für ältere Katzen, deren Thermoregulation eingeschränkt ist.

° Wirkt eine Katze matt oder zeigt ein ungewöhnliches Verhalten, sorgt eine rektale Fiebermessung für schnelle Klarheit über den Gesundheitszustand.

Schutzmechanismen

! AKUTER NOTFALL: HITZSCHLAG ERKENNEN

Steigt die Körpertemperatur der Katze über 40 °C, besteht akute Lebensgefahr!

Warnsignale
° Extreme Unruhe oder Panik
° Starkes, anhaltendes Hecheln mit gestrecktem Hals
° Dunkelrotes Zahnfleisch oder bläuliche Zunge
° Taumeln, Desorientierung oder Bewusstlosigkeit

Erste Hilfe
! Das Tier sofort an einen kühlen Ort bringen.
! Trinkwasser anbieten.
! Katze in feuchte, handwarme (niemals eiskalte!) Tücher einwickeln.
! Umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Gegen größere Temperaturunterschiede hat der Säugetierkörper verschiedene Schutzmechanismen entwickelt, die es dem Tier erlauben, seine Körperkerntemperatur in gewissen Grenzen – im lebensnotwendigen Bereich – zu halten.

Steigt die Körpertemperatur von Säugetieren aus dem Normalbereich auf einen Wert von 42-44 Grad Celsius an, so ist eine solche Steigerung tödlich. Es leuchtet daher ein, dass es Möglichkeiten geben muss, Änderungen der Temperatur zur registrieren. Die dafür notwendigen Temperaturinformationen liefern unter anderem die Thermorezeptoren in der Haut. Temperaturinformationen werden über die Katzenhaut an den Hypothalamus im Gehirn weitergeleitet. Dort erfolgen etwa erforderliche Steuerungsmaßnahmen zur Erhöhung oder Senkung der Kerntemperatur.

Das Ergebnis ist ein Zusammenspiel autonomer (reflexartiger) Reaktionen des Katzenkörpers mit bewussten Verhaltensänderungen der Katze.

Steigt die Körperkerntemperatur zu stark an (Hyperthermie), so werden die Durchblutung der Haut und das Herzminutenvolumen gesteigert.
Zudem werden die Hautgefäße weit gestellt und bei Tieren, die schwitzen können, die Schweißproduktion gesteigert. Abkühlung verschafft das Belecken des Fells oder der Haut sowie das Aufsuchen geschützter Bereiche des Lebensraumes. Tierarten, die kaum schwitzen können (etwa Katzen aber auch Hunde), beginnen bei starker Hitze zudem zu Hecheln, wobei durch die Verdunstung von Speichel im Rachen ein Kühleffekt eintritt.

Neben den physiologischen Mechanismen spielt das Verhalten eine zentrale Rolle. Katzen reduzieren bei Hitze ihre Aktivität, suchen schattige Plätze auf und meiden körperliche Anstrengung. Bei Kälte rollen sie sich zusammen oder suchen erhöhte Plätze, an denen sich warme Luft sammelt. Erste Anzeichen einer Überhitzung sind schnelle Atmung, Hecheln, Unruhe oder Speichelfluss.

Praktische Hinweise

° An heißen Sommertagen stabilisieren mehrere Trinkwasserschalen an verschiedenen Orten und das Bereitstellen von Kühlmatten den Kreislauf des Tieres.

° Sobald eine Katze anfängt zu hecheln, muss sie sofort in einen kühleren Raum gebracht und Wasser angeboten werden.

° Im Winter sollten Decken, Körbchen oder Kartons an warmen Stellen platziert werden. Besonders beliebt sind Fensterbänke über Heizkörpern.

Hypothermie

! WARNUNG: SCHLEICHENDE UNTERKÜHLUNG

Eine Hypothermie (Körpertemperatur unter 37,5 Grad Celsius) wird von Haltern oft zu spät erkannt, da betroffene Katzen sich meist extrem ruhig verhalten.

Häufige Symptome
° Dauerhaftes, unkontrollierbares Muskelzittern
° Berührungskalte Ohren, Pfoten und Schwanzspitze
° Extreme Trägheit, Apathie oder flache, langsame Atmung

Wichtige Behandlungsfehler
~ Wärme eine unterkühlte Katze niemals abrupt auf (keine heiße Wärmflasche direkt auf die nackte Haut). Dies kann zu einem lebensgefährlichen Kreislaufschock führen.
~ Katze in einen warmen Raum bringen.
~ Nutze handwarme Decken und die eigene Körperwärme.

Im umgekehrten Fall, in dem die Kerntemperatur zu stark abgefallen ist (Hypothermie), regelt der Hypothalamus die Temperatur herauf, indem die Hautgefäße eng gestellt werden und die Wärmeproduktion des Körpers erhöht wird. Dies geschieht durch unwillkürliches Muskelzittern oder durch willkürliche Muskelaktivität / Bewegung (von Engelhardt, 2009).

Als Schutzmechanismus vor einem weiteren Abfall der Kerntemperatur wird dabei ein Wärmeaustausch zwischen den äußeren Körperregionen (der Körperschale) und dem Körperkern verhindert. Bei Katzen beginnt die Hypothermie bereits bei einem Abfall der Kerntemperatur unter 37 C.

Während die Körperkerntemperatur konstant gehalten wird, dient die Körperschale, also die oberflächlichen und peripheren Körperanteile, der Wärmeisolation.

Die Temperatur der Körperschale (Schalentemperatur) darf von der Kerntemperatur um etwa 2 C bis 4 C abweichen. Bei Kälte wird die Körperschale, die bei kleineren Säugetieren insbesondere auf die Extremitäten, Nase, Ohren und Fell beschränkt ist, vergrößert (Heldmaier / Neuweiler, a.a.O.).
Das Aufsuchen höher temperierter Zonen des Territoriums trägt ebenso dazu bei, die Kerntemperatur des Organismus wieder zu erhöhen (Skupin, a.a.O.), wie die soziale Thermoregulation durch Gruppenbildung oder die vermehrte Futteraufnahme (Tischer, a.a.O.).

Besonders gefährdet für Hypothermie sind

~ Katzen mit geringem Körpergewicht,
~ ältere Tiere oder
~ Rassen mit wenig Fell.

Symptome einer beginnenden Hypothermie sind Zittern, verlangsamte Bewegungen, kalte Ohren und Pfoten oder Apathie. Bei fortschreitender Unterkühlung können Koordinationsstörungen auftreten.

Praxis-Tipps

° Für Freigänger im Winter ist ein isoliertes, trockenes und windgeschütztes Outdoor-Häuschen wichtig. Idealerweise wird dieses mit mit Stroh statt Decken ausgestattet.

° Kommt eine Katze durchnässt nach Hause sollte sie gründlich abgetrocknet werden um ein Auskühlen zu vermeiden. Zusätzlich einen warmen Rückzugsort anbieten.

° Bei Verdacht auf Unterkühlung: Katze langsam aufwärmen (in eine Decke wickeln), aber keine direkte Hitzequelle wie Heizkissen auf höchster Stufe verwenden (Kreislaufschock!).

Energiebedarf und Thermoneutralzone

Die Thermoregulation der Katze ist nicht zwangsläufig mit einem erhöhten Energiebedarf des Tieres verbunden.

Der Grundumsatz der durch ein Individuum aufgenommenen Energie wird neben Faktoren wie Wachstum, Trächtigkeit und Säugen auch durch die Körpertemperatur oder gesteigerte Muskelaktivität (Bewegung, Muskelzittern bei der Thermoregulation) beeinflusst [4]).

Eine erforderliche Steigerung des Energiebedarfs zur Thermoregulation würde nun grundsätzlich voraussetzen, dass die Katzen in einer Umgebung gehalten werden, deren Temperatur außerhalb des für die Katze optimalen Bereichs liegt, denn nur außerhalb dieses Umwelttemperaturbereichs, der sogenannten Thermoneutralzone, wird zusätzliche Energie benötigt, um die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten.

Innerhalb der Thermoneutralzone erfolgt eine rein physikalische Regulation der Körpertemperatur (etwa durch Strecken oder Zusammenrollen des Körpers und die damit verbundene erhöhte oder verringerte Wärmeabgabe), für die der Katzenkörper keine zusätzliche Energie erzeugen muss (vgl. 5).

Die Thermoneutralzone der Katze liegt übrigens nach Untersuchungen aus dem Jahr 2006 (vgl. 6) zwischen 30 und 36,11 Grad Celsius (86-97 Grad Fahrenheit).
Unter Berücksichtigung der in unseren Breiten in den menschlichen Wohnungen herrschenden Temperaturen, die - je nach Raum - mit 18 bis 25 Grad Celsius unter denen der Thermoneutralzone der Katze liegen, müssen die Tiere somit einen Teil der aufgenommenen Energie zur Wärmegewinnung investieren.

Da die Thermoneutralzone der Katze deutlich über der üblichen Raumtemperatur liegt, suchen Katzen bevorzugt warme Plätze auf. Bei niedrigen Temperaturen steigt ihr Energiebedarf, weshalb Freigänger im Winter mehr Futter benötigen können.

Praxis-Tipps

° Es ist völlig normal, wenn eine Katze (insbesondere Freigänger) bei kalten Temperaturen mehr frisst. Sie verbraucht deutlich mehr Energie, um die Körperkerntemperatur stabil zu halten.

° Beobachte, wo deine Katze sich am liebsten aufhält: Liegt sie häufig auf Heizungen oder warmen Böden, kannst du dort zusätzliche Schlafplätze einrichten.

° Ein geschützter Schlafplatz in der Nähe der Heizung hilft auch Wohnungskatzen, wertvolle Energie zu sparen, die sonst für die Wärmeproduktion aufgewendet werden müsste.

Faktor Fell

WICHTIGER HALTUNGSASPEKT: HAARLOSE RASSEN

Da haarlosen Katzen (wie der Sphynx) die isolierende Luftschicht im Fell fehlt, ist ihr Energieumsatz um bis zu 25 Prozent höher als bei behaarten Katzen.

Besondere Anforderungen
° Winter: Ungeheizte Räume unter 20 Grad Celsius müssen strikt gemieden werden.
° Sommer: Durch die fehlende Barriere droht extreme Überhitzung. Zudem besteht akute Sonnenbrandgefahr.

Eine wichtige Einrichtung zur Beeinflussung der Körpertemperatur von Tieren ist die Behaarung; das Fell.

Im Winter hält Fell die Körperwärme länger am Körper und verhindert ein schnelles Auskühlen.

Im Sommer wird das größte Organ, die Haut vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt. Der Körper heizt sich langsamer auf und erhält zusätzlich einen Schutz vor schädlicher UV-Strahlung.

Nun haben jedoch nicht alle Tiere ein Fell. Wale und Delphine (ja, letztere gehören auch zu den Walen), Nacktmulle, Elefanten, Flusspferde und Nashörner um nur einige Tierarten zu nennen, regulieren ihre Körpertemperatur, ohne dabei auf eine isolierende Fellschicht zurückzugreifen.
Einige von ihnen besitzen zwar noch eine spärliche Behaarung, für die Thermoregulation reicht diese allein jedoch nicht aus. Dies ist jedoch auch nicht zwingend erforderlich, da das Fell ja nur einen Teil der Körperschale darstellt.
Auch der Mensch ist ein entsprechendes Beispiel. Während seine äffischen Verwandten über ein Fell verfügen, ist Homo sapiens der einzige Primat, der sich, bis auf wenige Reste, von der Körperbehaarung getrennt hat.

Die Fellpflege der Katze ist entscheidend für die isolierende Wirkung des Haarkleids. Verfilzungen oder Nässe reduzieren die Schutzfunktion erheblich. Langhaarrassen isolieren besser, während kurzhaarige und haarlose Rassen wie die Sphynx etwas schneller auskühlen.

Praxis-Tipps

° Bürste Langhaarkatzen regelmäßig, um Verfilzungen - besonders im Winter - zu vermeiden, da verfilztes Fell schlechter isoliert.

° Nacktkatzen benötigen warme Schlafplätze und sollten nicht in ungeheizten Räumen gehalten werden.

° Wenn deine Katze nass geworden ist, trockne sie gründlich ab, da nasses Fell kaum Wärme speichert.

Exkurs. Kein Fell benötigt

Die Umweltbedingungen und deren Veränderung waren der Grund, dass einige Tierarten im Laufe der Evolution sozusagen auf Fell verzichteten.
Unsere menschlichen Vorfahren beispielsweise mussten, um die benötigte Nahrung zu finden, viel unterwegs sein. Unter der Sonne Afrikas war es dabei vorteilhaft nackt zu sein. Nur so war es möglich, die Körpertemperatur durch Schwitzen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. Nackt schwitzt es sich einfach besser und die Verdunstung entzieht dem Körper gleichzeitig Wärme.

Bei den Walen ist es das Leben im Wasser, bei dem ein Fell hinderlich wäre, da es die Wasserströmung bremst und damit das Gleiten durch die Tiefen der Meere erschwert. Bei ihnen trägt eine Fettschicht zur Isolation des Körpers bei.

Der Nacktmull hat sich an sein unterirdisches Leben angepasst. Er reguliert seine Körpertemperatur ohne dabei auf ein - in den engen unterirdischen Bauten störendes Fell zurückzugreifen in einer Spanne zwischen 12 und 32 Grad Celsius. Dazu bewegt er sich je nach Bedarf zwischen den oberen, warmen und den unteren, kühlen Gängen seines Höhlensystems. Diese Eigenschaft gleicht der wechselwarmer Tiere. Zudem kann bei Nacktmullen häufig beobachtet werden, dass die Tiere sich in Gruppen aneinander kuscheln.

Elefanten besitzen wegen ihres großen Körpervolumens eine relativ kleine Körperoberfläche. Somit steht nur wenig Fläche zur Verfügung um Wärme abzugeben. Dies führt dazu, dass der Wärmeaustausch mit der Umwelt bei Elefanten so eingeschränkt [ist] wie bei keinem anderen Säugetier, eine Eigenschaft, die bei der tagsüber großen Hitze in den Lebensräumen der Elefanten sehr nachteilig ist. Ein zusätzlich isolierendes Fell würde diese Probleme weiter verstärken. Elefanten sind in der Lage ihre Hautdurchblutung sehr genau auf die Umgebungstemperatur abzustimmen und damit die Körperwärme zu regulieren. Zudem verfügen Elefanten über eine Möglichkeit der Thermoregulation, die eigentlich von Wüstenbewohnern bekannt ist. Sie können tagsüber Wärme in ihrem Körper speichern, die sie dann nachts wieder in die Umgebung abgeben (Heterothermie).

Nashörner verbringen mehrere Stunden täglich damit zu baden und kühlen sich bei hohen Temperaturen auf diese Weise ab.

Flusspferde lösen die Wärmeproblematik durch eine semi-aquatische Lebensweise.

Mechanismen der Katze

Die Katze nutzt mit Ausnahme des Bades (die Begeisterung der meisten Katzenarten für Wasser hält sich in engen Grenzen) alle genannten Mechanismen um ihre Körpertemperatur im optimalen Bereich zu halten. Dabei spielt es übrigens kaum eine Rolle, ob die Katze behaart oder haarlos ist.

Die ursprünglich aus den heißen Regionen stammenden Vorfahren unserer Hauskatzen besitzen - wie auch die meisten Hauskatzenrassen - ein kurzes, eng anliegendes Fell, das nur in engen Grenzen in der Lage ist, ergänzend an dem komplexen Vorgang der Thermoregulation mitzuwirken.

Katzen nutzen daher zahlreiche Verhaltensstrategien zur Temperaturregulation: Sie suchen sonnige Plätze auf, breiten den Körper zur Wärmeabgabe aus oder rollen sich zur Wärmespeicherung zusammen. Auch soziale Thermoregulation, gemeinsames Schlafen, ist häufig.

Praxis-Tipps

° Wenn deine Katze sich flach auf den kühlen Boden legt, ist es zu warm. Sie versucht so aktiv, Wärme abzugeben. Sorge wenn nötig für Schatten und frisches Wasser.

° Rollt sich deine Katze eng zusammen oder versteckt sich in Decken, braucht sie mehr Wärme.

° In Mehrkatzenhaushalten schlafen Katzen oft zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen. Ein völlig normales Zeichen von Wohlbefinden.

Quellen

[1] Skupin, Marcus (2017): Haarlose Feliden: Herkunft | Rassen | Haltung. 1. Auflage, Norderstedt, S. 92 ff.
[2] Forterre, Fabrice; Kohn, Barbara; Lutz, Hans (Hrsg.) (2014): Krankheiten der Katze. Begründet von Vera Schmidt und Marian C. Horzinek. 5. Auflage, Enke Verlag, Stuttgart, S. 180, Ziffer 8.9.
[3 ]Kellerwessel, E. (o. J.): Was ist die normale Körpertemperatur einer Katze? Tierklinik Köln. URL: http://koelner-tierklinik.de/aktuelles/was-ist-die-normale-koerpertemperatur-einer-katze/ (Abruf am 09.09.2017).
[4] Moyes, Christopher D.; Schulte, Patricia M. (2007): Tierphysiologie. Pearson Studium, München, ISBN: 978-3827372703.
[5] Heldmaier, Gerhard; Neuweiler, Gerhard (2004): Vergleichende Tierphysiologie: Vegetative Physiologie. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg, S. 125, ISBN: 978-3642623745.
[6] National Research Council (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Cats. National Academy Press, Washington D.C., S. 28–48.

Artikelinformationen

Skupin, Marcus (2017), Thermoregulation | Körpertemperatur der Katze, Welt der Katzen <online>

Autor: Marcus Skupin
Erstveröffentlichung: Januar 2017
Aktualisierung am: 28. Juni 2026
URL: https://www.welt-der-katzen.de/katzenhaltung/medizin/thermoregulation/

Liebe ist das höchste Gut der Welt! Wo Du sie findest, halte sie fest - denn ohne sie kannst Du nicht leben.

Marcus Skupin, 1982

Katzensprache

Katzensprache

Kompendium der Katzensprache Edition Welt der Katzen, Band 8 Die Katze setzt neben der Lautsprache, die weit mehr ist, als ein einfaches "Miau", zahlreiche Ausdrucksmöglichkeiten der Körpersprache...

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren, Dienste anzubieten, um Werbung anzuzeigen (auch interessenbezogene Werbung) und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit der Auswahl „Alle erlauben“ erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen auch zu den Alternativen, Cookies zuzulassen oder sie zu deaktivieren, erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.