Verhalten & Verhaltenstherapie bei Katzen

Normalverhalten

Birmakatze

Cyrielle's Inuk

© Marcus Skupin

Das Verhalten der Katze ist naturgemäß von arttypischen, angeborenen sowie erlernten Verhaltensweisen geprägt. Es drückt die Beziehungen der Katze zu ihrer Umwelt aus, wobei diese Beziehung durch gegenseitige Informationen gesteuert wird (Aktion und Reaktion) und dem Wohlbefinden dient. In gewissen Grenzen ist das normale Verhalten flexibel und kann von der Katze an Änderungen der Lebensumstände angepasst werden (so auch: Bindung, Zuneigung).

Sichtbar wird das Verhalten einer Katze für uns Menschen hauptsächlich in ihrer Körperhaltung, der Mimik, in der Lautgebung, durch Miauen, Maunzen, Schreien ... und auch in ihren Bewegungen und Handlungen.
Darüber hinaus für den Menschen oft nicht wahrnehmbar, äußert sich das Verhalten in der sogenannten Chemokommunikation.

Bei der Beurteilung des Verhaltens ist neben seines Umfeldes der innere Zustand der Tiere wie z.B. Stress sowie seine sozialen Beziehungen zu berücksichtigen.

Verhaltensprobleme

Verhaltensprobleme entstehen häufig aus Missverständnissen zwischen Mensch und Katze (soziale Beziehung). So können Unterschiede zwischen den Erwartungen, die der Mensch in die Katze setzt und deren Bedürfnissen der Auslöser für Verunreinigungen des Lebensraums oder die plötzliche Aggression gegenüber Artgenossen und Menschen sein.

Durch Störungen im Verhalten, sei es nun eine echte Störung oder für den Menschen vermeintliche Störung, wird die Beziehung der Katze zum Menschen oft auf eine harte Probe gestellt.

Verhaltensstörungen

Echte Störungen sind gegeben, wenn die Katze durch unnormales (dann: krankhaftes) Verhalten sich selbst, ihren Sozialverband oder ihre Art schädigt. Derartige Verhaltensstörungen sind allerdings eher selten. Als Auslöser können beispielsweise Erbschäden, Krankheiten oder auch unnatürliche Haltungsbedingungen in Frage kommen.

Vermeintliche Störungen des Verhaltens (aus der Sicht des Menschen) sind Verhaltensweisen, die Katzen nun einmal "an sich" haben, die aber im Zusammenleben mit dem Menschen nicht toleriert werden - und zum Teil - auch nicht toleriert werden können. Hierzu zählt oft das Markieren, Kratzen an Möbeln etc.

Verhaltenstherapie

Sowohl echte als auch vermeintliche Störungen lassen sich grundsätzlich beheben, d.h. sie sind therapierbar. Wesentlicher Aspekt hierbei ist eine positive Verstärkung erwünschter Verhaltensweisen, z.B. durch Lob oder Leckerchen.

Wichtig ist in jedem Fall

* konsequentes Verhalten des Menschen durch positive Verstärkung erwünschter Verhaltensweisen;
* das Wissen, das manche Probleme über einen langen Zeitraum hinweg "behandelt" werden müssen;
* auch bereits das Beibehalten des "Status quo" einen Therapieerfolg darstellen kann;
* und nicht jeder Therapieansatz auch wirklich zum Erfolg führt.

Mögliche Ansätze (Vorschläge):

Oftmals, insbesondere bei plötzlich auftretender Unsauberkeit der Katze, drückt diese "nur" aus , dass eine Änderung der Lebensumstände (neue Möbel, umgestellte Einrichtung, neues Futter) zu einem psychischen Ungleichgewicht geführt haben, und es genügt gegebenenfalls sogar, einfach den alten Zustand wieder herzustellen.

Bei Jagdaggressionen kann es helfen, wenn die Katze stets Futter zur Verfügung hat und nicht nur zu festen Zeiten gefüttert wird. Sie können auch Futter verstecken oder es der Katze in einem "Fummelbrett" zur Verfügung stellen. Spielen Sie regelmäßig, am besten zwei Mal täglich für mindestens 20 Minuten mit ihrer Katze und verwenden Sie artgerechtes Spielzeug in Mausgröße. Denken Sie jedoch daran, das Spiel nicht abrupt sondern langsam zu beenden, damit nicht aus der Jagdaggression eine frustrationsbedingte Aggression wird.

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Hinweis:

Erkrankungen der Katze können ebenfalls zu einer Verhaltensänderung der Katze führen und sollten daher in die Überlegungen unbedingt mit einbezogen und tierärztlich abgeklärt werden.

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Marcus Skupin, 1982

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