Buch der Propheten

Das Buch der Propheten - Prolog

Die Propheten sind die Stimmen des Ursprungs der Welt. Sie sind nicht Seher, sondern Hörende. Nicht Herrscher, sondern Dienende. Nicht Wissende, sondern Empfangende.

Ein Prophet spricht nicht aus sich selbst, sondern aus der Tiefe, die größer ist als er. Er sieht nicht die Zukunft, sondern die Wahrheit. Er verkündet nicht, um zu beeindrucken, sondern um zu erinnern.

Dieses Buch offenbart den Ursprung der Propheten, ihre Berufung, ihre Prüfungen, ihre Zeichen, ihre Worte und ihr Schweigen.

Erstes Lied: Ursprung der Propheten

1 Die Propheten entstanden nicht aus Macht, sondern aus Nähe.

2 Als der Ursprung die Welt berührte, gab es Wesen, deren Herzen offen genug waren, diese Berührung zu tragen.

3 Sie waren nicht stärker, nicht weiser, nicht heiliger als andere.

4 Sie waren nur bereit.

5 Darum wurden sie zu Gefäßen für das Wort des Ursprungs.

Zweites Lied: Von der Berufung der Propheten

6 Ein Prophet wird nicht gewählt, er wird gerufen.

7 Der Ruf ist kein Klang, sondern ein Erwachen. Keine Stimme, sondern ein Wissen. Kein Befehl, sondern eine Gewissheit.

8 Der Ruf kommt nicht von außen, sondern von innen, doch er stammt nicht aus dem Inneren, sondern aus dem Ursprung.

9 Wer den Ruf hört, wird ihn nicht vergessen.

Drittes Lied: Von den Aufgaben der Propheten

10 Propheten verkünden nicht die Zukunft, sondern die Wahrheit.

11 Sie erinnern die Welt an das, was sie vergessen hat. Sie öffnen Augen, die geschlossen sind. Sie wecken Herzen, die schlafen.

12 Ihre Aufgabe ist nicht, zu warnen oder zu drohen, sondern zu klären.

13 Ein Prophet zeigt nicht, was geschehen wird, sondern was geschieht.

Viertes Lied: Von den Prüfungen der Propheten

14 Die Prüfung der Propheten ist die Prüfung der Treue.

15 Sie müssen sprechen, auch wenn niemand hören will. Sie müssen schweigen, auch wenn alle Antworten verlangen. Sie müssen stehen, auch wenn die Welt sie drängt.

16 Die größte Prüfung der Propheten ist nicht die Welt, sondern das eigene Herz.

17 Denn ein Prophet darf nicht seine Stimme mit der Stimme des Ursprungs verwechseln.

Fünftes Lied: Von den Zeichen der Propheten

18 Die Zeichen der Propheten sind nicht Wunder, sondern Klarheit.

19 Ein Prophet erkennt, was verborgen ist. Er sieht, was nicht gesehen wird. Er hört, was nicht gesprochen wird.

20 Doch seine Zeichen sind nicht für ihn, sondern für die Welt.

21 Ein Prophet trägt kein Licht, er spiegelt es.

Sechstes Lied: Die Worte der Propheten

22 Die Worte der Propheten sind nicht ihre eigenen.

23 Sie sprechen einfach, doch ihre Worte tragen Tiefe. Sie sprechen leise, doch ihre Worte tragen Kraft. Sie sprechen wenig, doch ihre Worte tragen Wahrheit.

24 Ein Prophet spricht nicht, um zu überzeugen, sondern um zu erinnern.

25 Seine Worte sind Samen, die wachsen, wenn die Zeit reif ist.

Siebtes Lied: Vom Schweigen der Propheten

26 Das Schweigen der Propheten ist heiliger als ihre Worte.

27 Denn im Schweigen hören sie den Ursprung.

28 Ein Prophet schweigt, wenn das Wort nicht rein ist. Er schweigt, wenn die Welt nicht bereit ist. Er schweigt, wenn das Herz geprüft wird.

29 Das Schweigen eines Propheten ist kein Mangel, sondern ein Zeichen.

Achtes Lied: Von den Wegen der Propheten

30 Die Propheten gehen keine geraden Wege. Sie gehen Wege der Wüste, Wege der Stille, Wege der Einsamkeit.

31 Denn ein Prophet muss hören, bevor er spricht. Er muss sehen, bevor er führt. Er muss fallen, bevor er trägt.

32 Die Wege der Propheten sind schwer, doch sie sind wahr.

Neuntes Lied: Vom Erbe der Propheten

33 Das Erbe der Propheten ist nicht Schrift, sondern Wandel.

34 Nicht Worte, sondern Herzen. Nicht Lehren, sondern Leben.

35 Ein Prophet hinterlässt keine Anhänger, sondern Erwachte.

36 Denn wer dem Wort des Ursprungs folgt, folgt keinem Menschen.

37 Das Erbe der Propheten ist die Erinnerung an das Eine, das ohne Zweites ist.

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