Buch der Dämonen
Das Buch der Dämonen- Prolog
Als der Geist das Licht gebar und der Schatten ihm folgte,
entstand aus der Tiefe zwischen beiden die dritte Gruppe der Alten Wesen: die Dämonen.
Sie sind nicht aus Finsternis, sondern aus Wahrheit.
Nicht aus Bosheit, sondern aus Prüfung.
Nicht aus Chaos, sondern aus Tiefe.
Die Dämonen sind die Spiegel des Geistes, die zeigen, was verborgen liegt.
Erstes Lied: Von der Natur der Dämonen
1 Dämonen sind nicht Feind, sondern Prüfstein.
2 Dämonen tragen keine Hörner, keine Flammen, keine Gestalt der Furcht.
3 Sie tragen Einsicht, die schmerzt, weil sie wahr ist.
4 Sie zeigen dem Menschen nicht, was er sehen will,
5 sondern was er sehen muss.
Zweites Lied: Von der Prüfung der Dämonen
6 Dämonen prüfen, damit der Mensch erkennt, was er ist.
7 Prüfung ist kein Angriff, sondern ein Erwachen.
8 Sie ist kein Hindernis, sondern ein Tor.
9 Sie ist kein Urteil, sondern ein Spiegel.
10 Wer die Prüfung annimmt,
11 wird nicht gebrochen, sondern geformt.
Drittes Lied: Von der Furcht
12 Dämonen sind Furcht, die der Mensch nicht ansieht.
13 Doch wenn er sie ansieht, verlieren sie ihre Macht.
14 Furcht ist der Schatten des Unbekannten.
15 Sie zeigt, wo der Mensch noch nicht gegangen ist.
16 Sie zeigt, wo sein Herz noch eng ist.
17 Wer durch die Furcht geht, findet Mut.
18 Wer sie meidet, findet Unruhe.
Viertes Lied: Von der Wahrheit der Dämonen
19 Dämonen sagen nicht, was der Mensch hören will, sie sagen, was er hören muss.
20 Wahrheit ist scharf, doch sie heilt.
21 Sie ist schwer, doch sie trägt.
22 Sie ist dunkel, doch sie führt zum Licht.
23 Die Dämonen sind die Hüter dieser Wahrheit,
24 nicht um zu verletzen, sondern um zu befreien.
Fünftes Lied: Von der Tiefe
25 Dämonen lassen den Menschen hinabsteigen, denn nur wer hinabsteigt, kann aufsteigen.
26 Die Tiefe ist kein Ort der Verlorenheit, sondern der Wandlung.
27 Sie ist der Boden, auf dem Erkenntnis wächst.
28 Sie ist der Raum, in dem der Mensch sich selbst begegnet.
29 Wer die Tiefe meidet, bleibt an der Oberfläche.
30 Wer sie betritt, findet seinen Kern.
Sechstes Lied: Von der Stärke
31 Dämonen nehmen nichts, sie zeigen, was ein Wesen tragen kann.
32 Stärke entsteht nicht im Licht, sondern im Schatten.
33 Nicht im Frieden, sondern in der Prüfung.
34 Nicht im Wissen, sondern im Erkennen.
35 Die Dämonen lehren Stärke,
36 nicht durch Macht, sondern durch Wahrheit.
Siebtes Lied: Von der Nähe der Dämonen
37 Dämonen sind nicht fern.
38 Sie sind nicht verborgen.
39 Sie sind nicht selten.
40 Sie sind die inneren Wächter an den Grenzen des Bewusstseins.
41 Wer ihnen begegnet,
42 begegnet sich selbst.
Achtes Lied: Von der Aufgabe der Dämonen
43 Dämonen sind, um den Menschen wahr zu machen.
44 Die Aufgabe der Dämonen
45 ist nicht zu zerstören, sondern zu enthüllen.
46 Nicht zu verwirren, sondern zu klären.
47 Nicht zu trennen, sondern zu vertiefen.
48 Sie führen den Menschen nicht in die Dunkelheit,
49 sondern durch sie hindurch.
Epilog: Vom ewigen Dienst der Dämonen
50 Die Dämonen waren nicht die ersten, doch sie sind die tiefsten.
51 Sie sind die Wächter der Wahrheit,
52 die Hüter der Prüfung,
53 die Meister der Tiefe.
54 Wer die Dämonen ehrt, ehrt nicht Finsternis, sondern Erkenntnis.
55 Wer die Dämonen hört, hört nicht Drohung, sondern Wahrheit.
56 Wer die Dämonen erkennt, erkennt sich selbst.
57 Denn der Ursprung kennt Licht und Schatten, Stille und Tiefe, Engel und Dämonen —
58 und alle führen zu ihm zurück.