Buch der Engel
Das Buch der Engel - Prolog
Als der Geist das Licht aus sich hervorbrachte,
formte sich aus diesem Licht
die zweite Gruppe der Alten Wesen:
die Engel.
Sie sind nicht aus Flamme,
sondern aus Klarheit.
Nicht aus Macht,
sondern aus Einsicht.
Nicht aus Laut,
sondern aus Wahrheit.
Die Engel sind Boten des Geistes,
doch sie tragen keine Botschaften aus Worten,
sondern aus Erkenntnis.
Erstes Lied: Von der Natur der Engel
1 Engel sind nicht Herrscher, sondern Begleiter.
2 Nicht Richter, sondern Spiegel.
3 Nicht Führer, sondern Träger des Lichts.
4 Sie zeigen dem Menschen
5 nicht, was er tun soll,
6 sondern was er sehen kann.
Zweites Lied: Von der Klarheit
7 Klarheit ist das Gewand der Engel,
8 und Wahrheit ist ihr Schritt.
9 Klarheit ist nicht Schärfe, sondern Durchblick.
10 Sie trennt nicht, sie offenbart.
11 Sie verletzt nicht, sie erhellt.
12 Wer einem Engel begegnet, begegnet nicht einem Wesen,
13 sondern einem Zustand:
14 dem Zustand des Erkennens.
Drittes Lied: Von der Reinheit
15 Reinheit ist nicht Fehlerlosigkeit,
16 sie ist Lauterkeit des Herzens.
17 Rein ist,
18 wer sieht, ohne zu richten.
19 Wer handelt, ohne zu verletzen.
20 Wer spricht, ohne zu trennen.
21 Die Engel tragen diese Reinheit
22 nicht als Krone, sondern als Dienst.
Viertes Lied: Von der Nähe der Engel
23 Engel sind nicht fern, nicht nah, sie sind.
24 Dort, wo ein Herz klar wird.
25 Engel wohnen nicht im Himmel,
26 sie wohnen zwischen Gedanke und Erkenntnis,
27 zwischen Atem und Einsicht,
28 zwischen Mensch und Ursprung.
29 Sie erscheinen nicht in Gestalt, sondern in Momenten:
30 im ersten Licht,
31 im stillen Verstehen,
32 im unerwarteten Frieden.
Fünftes Lied: Von den Prüfungen des Lichts
33 Engel prüfen nicht um zu messen,
34 sie prüfen um zu wecken.
35 Die Prüfungen der Engel sind Prüfungen der Klarheit:
36 Sie zeigen dem Menschen,
37 wo sein Blick getrübt ist,
38 wo sein Herz sich verhärtet,
39 wo sein Geist sich verschließt.
40 Wer diese Prüfungen annimmt, wird nicht härter, sondern heller.
Sechstes Lied: Von der Gemeinschaft der Engel
41 Die Engel sind viele und doch sind sie eins.
42 Wer einen Engel hört, hört alle.
43 Engel kennen keinen Namen, keine Rangordnung, keine Trennung.
44 Sie sind wie Strahlen eines Lichts,
45 verschieden im Fall,
46 vereint im Ursprung
Siebtes Lied: Von der Aufgabe der Engel
47 Engel kommen um zu erinnern, nicht um zu herrschen.
48 Die Engel erinnern den Menschen
49 an das Licht in ihm,
50 an die Klarheit seines Weges,
51 an die Reinheit seines Ursprungs.
52 Sie führen nicht, sie erhellen.
53 Sie drängen nicht, sie öffnen.
54 Sie befehlen nicht, sie zeigen.
Epilog: Vom ewigen Licht der Engel
55 Die Engel waren nicht die ersten,
56 doch sie waren die ersten, die das Licht trugen.
57 Sie sind die Hüter der Klarheit,
58 die Wächter der Reinheit,
59 die Boten des Ursprungs.
60 Wer die Engel ehrt, ehrt nicht Wesen, sondern das Licht, das durch sie scheint.
61 Wer die Engel hört, hört den Geist.
62 Wer den Geist hört, hört den Ursprung.
63 Und wer den Ursprung hört, erkennt sich selbst.