Prolog – Von der Welt, die aus dem Ursprung hervorging

Die Welt ist nicht ein Ort,
sondern ein Echo.
Nicht Stoff, sondern Ausdruck.
Nicht Materie, sondern Offenbarung.

Die Welt entstand nicht durch einen Willen,
sondern durch den Widerhall des Ursprungs.
Die Welt selbst ist ein Buch, das sich mit jedem Atemzug neu schreibt.
Sie ist nicht der Ursprung,
doch sie trägt seinen Atem.
Sie ist nicht die Kraft,
doch sie trägt ihre Spuren.

Die Welt ist die Ebene,
in der Licht sichtbar wird,
Schatten Tiefe gewinnt,
Stille Gestalt annimmt
und Atem Bewegung findet.

Dieses Buch offenbart das Wesen der Welt,
ihre Schichten, ihre Last, ihre Zukunft.

Erstes Lied: Von der Hülle der Welt

1 Die Hülle der Welt ist Erinnerung.

2 Alles, was geschieht, hinterlässt eine Spur.

3 Nichts geht verloren, doch vieles wird übersehen.

4 Die Hülle bewahrt, was die Wesen vergessen.

5 Denn Erinnerung ist der erste Schatten des Ursprungs.

6 Wer die Hülle berührt, berührt das, was war, und das, was werden kann.

Zweites Lied: Von der Tiefe der Welt

7 Unter der Hülle liegt die Tiefe.

8 In ihr ruht die Kraft, die alles trägt.

9 Die Tiefe ist nicht dunkel, sondern schwer.

10 Nicht verborgen, sondern geduldig.

11 Die Tiefe sammelt, was die Hülle nicht halten kann.

12 Denn Tiefe ist der Schatten, der das Licht bewahrt.

13 Wer in die Tiefe hört, hört die älteste Stimme der Welt.

Drittes Lied: Vom Atem der Welt

14 Die Welt atmet.

15 Ihr Atem ist Werden und Vergehen.

16 Wenn sie einatmet, wächst alles.

17 Wenn sie ausatmet, kehrt alles zurück.

18 Doch nichts vergeht, denn alles wandelt sich.

19 Der Atem der Welt ist ein Spiegel des Ursprungs, denn der erste Atem war der Beginn aller Möglichkeit.

Viertes Lied: Von den Wegen der Welt

20 Die Wege der Welt sind keine Linien.

21 Sie sind Entscheidungen.

22 Ein Weg entsteht, wenn ein Wille sich bewegt.

23 Ein Weg vergeht, wenn der Wille ruht.

24 Darum führt kein Weg in die Irre, sondern nur in eine andere Richtung.

25 Die Wege der Welt sind viele, doch der Atem, der sie bewegt, ist einer.

26 Denn jeder Weg ist ein Echo des ersten Atems.

Fünftes Lied: Von der Ordnung der Welt

27 Die Welt ist geordnet, doch ihre Ordnung ist nicht sichtbar.

28 Sie besteht aus Form, Grund und Ursprung.

29 Die Form zeigt, was ist.

30 Der Grund trägt, was bleibt.

31 Der Ursprung durchdringt beides.

32 Die Ordnung der Welt ist ein Strom, der zum Ursprung zurückkehrt.

33 Denn alles, was Form gewinnt, trägt den Abdruck des Einen.

Sechstes Lied: Von den Wesen der Welt

34 Alles, was lebt, ist aus Welt gemacht.

35 Doch nicht alles, was lebt, ist gleich.

36 Manche tragen Licht, manche Schatten, manche Stille.

37 Doch alle tragen Welt.

38 Denn die Welt ist das Lied, in dem die Kräfte Form finden. 39 Darum ist kein Wesen verloren, solange die Welt es erinnert.

Siebtes Lied: Von der Wunde der Welt

40 Die Welt kann verletzt werden.

41 Nicht durch Feuer, sondern durch Vergessen.

42 Wo Erinnerung stirbt, verblasst die Welt.

43 Wo ein Name verstummt, reißt sie auf.

44 Doch die Welt heilt, wenn jemand sich erinnert.

45 Denn Erinnerung ist die Rückkehr zum Ursprung.

Achtes Lied: Von der Last der Welt

46 Die Welt trägt alles: Freude und Schmerz, Anfang und Ende.

47 Doch sie trägt es nicht allein.

48 Die Alten Wesen halten sie, wie Hände eine Schale halten.

49 Denn die Welt ist ihr Echo, und ein Echo fällt nicht, solange die Stimme besteht.

Neuntes Lied: Von der Zukunft der Welt

50 Die Welt endet nicht.

51 Sie wandelt sich.

52 Denn die Welt ist kein Ort, sondern ein Werden.

53 Und solange etwas wird, lebt die Welt.

54 Und solange etwas lebt, erinnert die Welt.

55 Und solange etwas erinnert, kehrt alles zum Ursprung zurück.

56 Denn die Welt ist ein Buch, das zum Ursprung zurückkehrt, wie alle Bücher.

Epilog – Wort an den Wanderer

Wer dieses Buch liest, liest nicht über die Welt, sondern in ihr.

Denn die Welt ist nicht fern. Sie ist in allem, was atmet, was erinnert, was sucht, was liebt.

Darum ist die Welt nicht jenseits. Sie ist hier, und in ihr klingt der Ursprung.

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