Sie sind hier: Startseite » Katzen A-Z » Biologie » Anatomie

Gehirn & Nervensystem

Gehirn und Nervensystem der Katze

von Marcus Skupin | Welt der Katzen
Stand: 03.11.2019

Gehirn einer Kleinfleckkatze
Gehirn einer Kleinfleckkatze © 2019 Skupin, Welt der Katzen

Schaltzentrale des Katzenkörpers ist das Gehirn. Das Gehirn von Hauskatzen wiegt zwischen 20 und 28 Gramm und ist etwa 3,5 cm lang, 3,7 cm breit und 2,5 cm hoch. Es ist damit etwas kleiner als das der Wildkatzen.

Im Gehirn laufen alle Informationen der Sinnesorgane (Informationen über die Außenwelt der Katze) und Hormondrüsen der Katze zusammen. Diese Informationen werden über jeden Sinneskanal getrennt erfasst, dann den zuständigen Bereichen des Gehirns zugeleitet, dort analysiert, zwischengespeichert und zu einem "Gesamtbild" der Umwelt zusammengesetzt. Über das Nervensystem werden anschließend die erforderlichen Befehle an den Körper übermittelt. Die "Herstellung" der zur Steuerung erforderlichen Hormone (z.B. Somatropin und Prolactin) erfolgt in der Hirnanhangdrüse, der sogenannten Hypophyse.

Das Gehirn selbst ist ein äußerst kompliziertes Gebilde. Es besteht bei der Katze aus etwa 1,2 Billionen besonderer Zellen, den Neuronen, von denen sich allein 250.000 in der Großhirnrinde finden. Jedes dieser Neuronen verfügt über bis zu 10.000 Verbindungen zu weiteren Zellen (Synapsen) und kommuniziert mit anderen Neuronen über chemische Botenstoffe, die als Neurotransmitter bezeichnet werden. Diese Botenstoffe sind in der Lage Informationen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 400 km/h weiterzugeben.

Im Gehirn werden die Informationen, die der Katze angeboren sind (z.B. zum Sexualverhalten) ebenso gespeichert, wie Informationen über erlernte Verhaltensweisen.

Das Gehirn der Katze ist in fünf Bereiche unterteilt: Groß-, Zwischen- und Kleinhirn sowie Hirnstamm und Vestibulärsystem (Gleichgewichtsorgan).

Die Aufgabenbearbeitung im Gehirn ist auf diese Bereiche aufgeteilt.



Löwengehirn
Löwengehirn © 2019 Skupin, Welt der Katzen

Das Großhirn ist der Sitz des "Bewusstseins". Es besteht aus zwei Hemispären (halbkugelförmigen Großhirnhälften), die durch eine Art Brücke miteienander verbunden sind.
Im Stirnlappen werden die Bewegungen, die die Katze bewusst ausführt, gesteuert. Im Scheitellappen, im Hinterhauptlappen (visuelle und Sinneshaarreize; vgl. Vibrissen der Katze) sowie im Riechkolben werden die von den Sinnesorganen übermittelten Eindrücke ausgewertet. Für Verhalten und Gedächtnis der Katze sind die Schläfenlappen zuständig.

Das Zwischenhirn, das wiederum aus zwei Teilen besteht, dem Hypothalamus nebst Hypophyse (Hirnanhangdrüse) sowie dem Thalamus (Sehhügel), der durch zahlreiche Nervenfasern mit den anderen Hirnregionen und dem Rückenmark verbunden ist.
Der Hypothalamus steuert die autonomen Körperfunktionen der Katze, also solche, die nicht bewusst gesteuert werden können, wie Thermoregulation und Elektrolythaushalt. Auch Nahrungsaufnahme und Hormonproduktion des Katzenkörpers wedren hier gesteuert.

Das Kleinhirn der Katze steuert ihre Motorik. Es besteht wie das Großhirn aus zwei Hemisphären sowie einem zwischenliegenden Kleinhirnwurm.

Der Hirnstamm mit Mittelhirn, Brücke und verlängertem Mark nimmt verschiedene Aufgaben wahr. Hierzu gehören die Kontrolle von Bewegungen, Koordination der Funktionen von Groß- und Kleinhirn sowie Sinneswahrnehmungen. Auch die Steuerung von Atmung und Kreislauf erfolgt hier in der Medulla oblongata (verlängertem Mark).

Der Vestibulärapparat ist für den Gleichgewichtssinn zuständig. Sein äusserer Teil befindet sich im Innenohr, der innere Teil im Hirnstamm. Das System verbindet Informationen aus der Bewegung des Katzenkörpers mit denen der Erdgravitation und ermöglicht so die Steuerung der Körperbewegungen.

Durch die Liquor cerebrospinalis, die Rückenmarkflüssigkeit, wird das Gehirn gegen Druck von aussen sowie Stöße geschützt. Staut sich diese Flüssigkeit, führt dies zum Wasserkopf (Hydrozephalus).

Das Gehirn von Hauskatzen ist übrigens deshalb etwas kleiner als das wilder Katzen, da bestimmte Bereiche des Gehirns nicht voll entwickelt werden (müssen). Denn das Leben bei und mit dem Menschen erfordert verschiedene Fähigkeiten der Katze wie z.B. die Jagd nur in geringerem Umfange.