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Unsauberkeit der Katze

Es geschieht ohne Vorwarnung

Schwarze Hauskatze
Schwarze Hauskatze (C) Sonja Loehr

und oft ohne erkennbaren Grund. Plötzlich findet sich auf dem Fussboden, im Bett oder auf dem Lieblingspulli ein nasser Fleck oder ein Kothäufchen. - Hat "Mieze" etwa den Weg zu Katzenklo nicht rechtzeitig gefunden? Na, kann ja mal passieren.

Das Malheur wird beseitigt und alles geht wieder seinen geregelten Gang, bis...

MIST!!

Jetzt hat "Mieze" ja schon wieder wo hingemacht. Was nun? Woran kann das liegen? Was machen wir denn jetzt?

Nun, zunächst einmal die Pfütze oder das Häufchen erneut beseitigen. Allerdings ist es damit nicht getan. Es heisst jetzt möglichst schnell und gezielt den möglichen Ursachen der Unsauberkeit auf den Grund zu gehen.

Als derartige Ursachen kommen grundsätzlich Markieren, Krankheit aber auch Angst oder sogenannte "Protesthandlungen" in Betracht.

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  • Markieren
  • Erkrankung
  • "Protest"
  • Angst, Stress

Markieren

Am einfachsten auszuschließen ist oft die Möglichkeit des Markierens.

Sind Katze oder Kater kastriert, kann das zwar immer noch vorkommen, ist jedoch viel seltener. Markierende Katzen urinieren häufig kurz mit zitterndem Schwanz an Wände oder Einrichtungsgegenstände um ihr Revier abzugrenzen. Die Tiere stehen meist aufrecht, der Urinstrahl wird beim Markieren fast senkrecht nach hinten abgegeben. Auch Kotmarken kommen (selten) vor.

Bei unkastrierten Tieren hilft die Kastration oft, diese in der Wohnung unerwünschte Verhaltensweise abzustellen, in Extremfällen kann evtl. der Tierarzt mit einer hormonellen Behandlung weiterhelfen.

Krankheit & Alter

Auch Krankheiten können der Auslöser für Unsauberkeit sein. In Frage kommen hier namentlich Erkrankungen der Niere oder der Blase.
Die Katze schafft es in solchen Fällen häufig nicht mehr rechtzeitig zum Katzenklo. Auch die Verbindung der Katzentoilette mit Schmerzen (z.B. bei einer Blasenentzündung) kann das Kätzchen veranlassen sich einen (vermeinltich) besseren Platz zu suchen.

Ob eine solche Erkrankung vorliegt, kann nur ein Tierarzt sicher diagnostizieren und behandeln.
Nach erfolgreicher Behandlung der Erkrankung endet die Unsauberkeit von allein.

Derartige Krankheiten der Katze sind jedoch in den seltensten Fällen der Auslöser von Unsauberkeit.

Auch ältere Katzen können Schwierigkeiten haben, das Katzenklo rechtzeitig zu erreichen, insbesondere wenn die Toilette nur über Stufen erreichbar ist. Überlegen Sie in einem solchen Fall, ob sich ein besser zugänglicher Platz für das Katzenklo finden lässt.

Protest

Weitaus häufiger sind die Fälle, in denen die Katze mit ihrem Verhalten zum Ausdruck bringt, das irgendetwas in ihrem Umfeld nicht (mehr) stimmt.
Man spricht in diesen Fällen fälschlich auch von "Protestverhalten" oder "Protestpinkeln", was natürlich nicht bedeutet, dass die Katze nun gezielt irgendwo hin macht, um Sie persönlich zu ärgern... (ein solches Verhalten ist Katzen fremd).

Als Auslöser kommen zahlreiche Faktoren in Betracht:

* Änderungen im direkten Umfeld der Katze;
Anschaffung einer neuen Katzentoilette (z.B. andere Art als die bisherige - jetzt mit Deckel oder Klappe), Wechsel der Streusorte, ungenügende Reinigung der Katzentoilette (mind. 1 x täglich, manchen Katzen reicht das aber nicht), Unruhe im Umfeld der Katze, Tod eines Spielkameraden, fühlt die Katze sich vernachlässigt?,

* Änderungen in Wohnung oder weiterer Umgebung der Katze;
neue Wohnung, neue oder umgestellte Möbel, neue Geräusche (z.B. Baulärm in der Nachbarschaft) oder Gerüche, Einzug neuer Nachbarn (evtl. noch mit einer Katze?), Revierverkleinerungen, darf die Katze aus irgendeinem Grund nicht mehr in den Garten etc.

* Änderungen bei der Bezugsperson der Katze;
neuer Tagesablauf, z.B. wegen Arbeitsplatzwechsels, neue Lebenspartner oder Freunde der Bezugsperson, Familienzuwachs, Reise oder Krankheit der Bezugsperson,
um nur einige zu nennen.

Angst

Angst/Stress durch ungewohnte oder neue Lebensumstände, vor Menschen oder auch vor Mitkatzen (im Mehrkatzenhaushalt) kann ebenfalls ein Auslöser für die Unsauberkeit der Katze sein.

Gerade in Katzengruppen kommt es auch nicht selten vor, dass sich die "Machtverhältnisse" in der Gruppe mit der Zeit ändern und Tiere, die sich lange gut verstanden haben, nun von einem (oder auch mehreren Gruppenmitgliedern) regelrecht "gemobbt" werden. Unsicherheit, Angst und Unsauberkeit können die Folge sein.

Häufig tolerieren Katzen Unliebsames eine gewisse Zeit. Kommt dann ein weiterer Auslöser hinzu, kann dies zu stressbedingter Unsauberkeit führen.

Schaffen Sie einer gestressten oder ängstlichen Katze Rückzugsräume, beschäftigen Sie sich liebevoll mit ihr und stärken Sie das Selbstvertrauen, beispielsweise durch kleine Erfolgserlebnisse beim Spiel. Auch ein gelegentliches Lob kann hier helfen.

Auch Trauer und Einsamkeit kommen als Auslöser von Unsauberkeit in Betracht. Hier hilft es ebenfalls oft, sich besonders viel mit dem Tier zu beschäftigen.

Manche dieser Möglichkeiten lassen sich, sofern sie als Auslöser erst einmal erkannt wurden, recht einfach abstellen (z.B. falsche Katzentoilette).
Bei anderen ist eine Änderung aus Sicht der Katze vielleicht wünschenswert, kommt aber schlichtweg nicht in Frage (z.B. Familienzuwachs).

Es versteht sich (hoffentlich) von selbst, dass alle Katzentoiletten täglich gereinigt (Entfernung von Kot und Urin) sowie regelmäßig das Katzenstreu ausgetauscht und die gesamte Katzentoilette gereinigt werden.
Ein verdrecktes, stinkendes Katzenklo wird keine Katze zur Benutzung animieren.

Selbst wenn die Ursache für die Unsauberkeit nicht direkt feststellbar ist, sollte trotzdem so schnell wie möglich der Versuch unternommen werden, diese zu ermitteln. Je eher Sie regulierend eingreifen können, desto besser. Ihre Katze - und Ihr Nervenkostüm - werden es Ihnen danken.

Helfen können bis dahin verschiedene Methoden und Tricks, die sich vielfach die natürlichen Verhaltensweisen der Katze zu eigen machen.


  • Reinigen Sie die Stelle mit einem stark riechenden Mittel wie z.B. Orangenöl, auch Essigwasser kann helfen; keinesfalls ammoniakhaltige Reiniger verwenden!
  • Beobachten Sie ihre Katze genau. Will sie sich an einen unerwünschten Ort niederhocken, so schimpfen Sie mit ihr und setzen sie in die Toilette. Anschließendes Loben nicht vergessen;
  • Stellen Sie - nachdem sie die Stelle ordentlich gereinigt haben - eine gefüllte Futterschüssel auf. Katzen ziehen es vor ihre Ausscheidungen in größerer Entfernung zu verscharren;
  • Verwechselt ihre Katze Dusche, Badewanne etc. mit ihrer Toilette, lassen sie einfach ein wenig Wasser darin stehen;
  • Stellen Sie ein zusätzliches Katzenklo auf. Nutzt ihre Katze immer die gleiche falsche Stelle - und liegt diese nicht zufällig mitten im Wohnzimmer, so sollten sie (vorübergehend) das Katzenklo genau dort aufstellen;
  • In manchen Fällen hilft auch der Einsatz eines Pheromonsprays (Feliway);
  • Überlegen Sie, ob Sie die Katzentoilette vielleicht am falschen Ort aufgestellt haben. Er sollte möglichst störungsfrei sein. (Ihnen gefällt es schließlich auch nicht, wenn auf der Toilette dauernd jemand um Sie "herumspringt");
  • Die Katzentoilette sollte auch nicht im gleichen Raum stehen, wie die Futter- und Wasserschüssel;
  • Unsauberkeit unmittelbar neben der Katzentoilette lässt auf einen Mangel des Klos (Größe, Sauberkeit, Streusorte) schließen.
  • Ist ihrer Katze "eingefallen" z.B. aufs Bett zu machen, so kann es helfen, wenn sie das Bett oder sonstigen Gegenstand (zeitweilig) mit einer Plastikfolie abdecken. Dort wird Ihr Kätzchen nicht mehr hinmachen;

Zum Schluss

noch ein Hinweis. Schimpfen nutzt allenfalls dann etwas, wenn ein direkter zeitlicher Bezug zur "Untat" besteht. Wenn sie nach mehreren Stunden nach Hause kommen, das Malheur feststellen und dann lospoltern, weiß Ihre Katze ganz sicher nicht, worum es geht.
Viel besser ist es in den Momenten zu Loben, in denen alles gut verläuft (positive Verstärkung).

Und: Die Unsitte die Katze zu Bestrafen, sie gar mit der Nase in den Kot zu stupsen, ist nicht nur total schwachsinnig, sondern führt bei der Katze zu Angst und zusätzlichem Stress und wird daher das unerwünschte Verhalten ihrer Katze eher verstärken.