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FIP

Heilmittel gegen FIP?!

Forschungen an der Univerity of California, Davis, durch Niels Pedersen legen nahe, dass ein Heilmittel gegen FIP verfügbar sein könnte.

Von 31 Katzen, die an trockener oder feuchter FIP erkrankt waren und die mit dem neuen Wirkstoff "GS-441524" behandelt wurden, konnten 25 Tiere geheilt werden.

Das Medikament ist allerdings in Deutschland bisher nicht zugelassen. Eine Behandlung ist daher nur durch den Tierbesitzer (vorzugsweise nach tierärztlicher Beratung) selbst zulässig. Tierärzte würden sich strafbar machen, wenn sie die Behandlung selbst durchführen!

GS-441524 soll über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten subkutan gespritzt werden.

Problem: Das Medikament ist wegen der fehlenden Zulassung nur auf dem Schwarzmarkt erhältlich und wird, ebenso wie ein weiteres Produkt, "GC375" illegal in China hergestellt.

Die Kosten für eine Behandlung (4 mg je kg-Körpergewicht/täglich x 3 Monate) [1] betragen für eine 4kg schwere Katze derzeit (Dezember 2019) rund 6.000,00 €.

Feline Infektiöse Peritonitis

Bei der FIP (Bauchwassersucht) handelt es sich um eine Viruserkrankung, die durch das Feline Coronavirus (FCoV) ausgelöst werden kann.

Es werden zwei Formen des FCoV mit unterschiedlicher Pathogenität unterschieden. Die leichte Form (früher als Felines Enterales Coronavirus; FeCV bezeichnet) führt zu leichten Durchfällen und Erbrechen. Die schwere Form (früher: Felines Infektiöses Peritonitis Virus; FIPV) zur tödlichen Bauchwassersucht.

Die Bauchwassersucht wird wiederum in zwei Formen unterschieden, die trockene und die feuchte Bauchwassersucht. Es ist auch möglich, dass sich die typische Flüssigkeitsansammlung (gelblich) nicht im Bauch- sondern im Brustraum der Katzen findet.

Es ist seit 1998 beweisen, dass Auslöser eine Mutation des Coronavirus ist, die z.B. bei Stress der Katze ausgelöst wird. Coronaviren sind in der nicht mutierten Form oft Auslöser für Durchfall der Katze. Die meisten Katzen sind bereits mit diesem Virus in Kontakt gekommen. Der Viruskontakt ist im Blut nachweisbar (Antikörperbestimmung), die Zahl der Antikörper wird durch einen Titerwert, z.B. 1:100 ausgedrückt. Ein festgestellter Titer lässt leider noch keinerlei Aussage darüber zu, ob die Katze an FIP erkrankt ist, sondern gibt lediglich Auskunft darüber, ob die Katze Viruskontakt (das ist wahrscheinlich die harmlose Variante des Coronavirus) hatte. Zur Erhärtung einer Vermutung auf FIP wären neben Festststellungen zum Allgemeinzustand der Katze umfangreiche Blutuntersuchungen nötig (Großes Blutbild). Eine zweifelsfreie Diagnose lässt sich bisher nur am toten Tier vornehmen.

Die teils unspezifischen Symptome einer FIP treffen auch auf andere, mögliche Erkrankungen der Katze wie beispielsweise Amyloidose zu, was eine Diagnose - insbesondere bei der trockenen Form der FIP - erschwert.

Eine ausgebrochene FIP-Infektion verläuft tödlich. Meist sind Jungtiere betroffen.

Es existiert eine "Impfung" bei der der Impfstoff in die Nase getröpfelt wird. Diese Impfung ist jedoch sehr umstritten.

weiterführende Informationen:

Fischer, Yvonne; Dissertation 2012 zum Thema FIP

Quellen:

[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6435921/