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Katze im Shintoismus

Weg der Götter

Shinto-Schrein, Tokyo
Shinto-Schrein, Tokyo © 2015, Marcus Skupin

Im Shinto, einer hauptsächlich in Japan verbreiteten Naturreligion, gibt es im Gegensatz zu anderen Religionsformen keine schriftlich festgelegten Lehren. Shinto lebt von Ritualen und mündlicher Überlieferung.

Der Shintoismus bezieht sich auf die Natur, das Diesseits. Ausgehend von der Vorstellung einer "Allbeseeltheit" (Animismus) können im Shinto vereehrte Geistwesen jede Gestalt haben. Es kann sich also um Menschen und Tiere ebenso handeln wie einen Berg, einen Baum, einen Felsen oder ein abstraktes Wesen.

Die im Shinto verehrten, zahlreichen Gottheiten werden als Kami bezeichnet, wobei es sich bei ihnen nicht um Götter im herrkömmlichen Sinn handelt, sondern vielfach um Geistwesen, denen besondere Eigenschaften und Mächte zugeschrieben werden. Auch Gottheiten anderer Religionen werden im japanischen als Kami angesehen.

Die Anzahl der Kami ist nicht begrenzt.

Die Verbindung der zahllosen Kami zu einer Religion erfolgt in erster Linie durch Rituale und die gleichbleibende Architektur religiöser Stätten, der Shinto-Schreine. Wesentliche Merkmale eines Shinto-Schreines sind die aus zwei Grundpfeilern und zwei Querbalken bestehenden Torii, die symbolisch den Zugang zu einem für die Kami reservierten Bereich darstellen und meist aus Stroh geflochtene Götterseile (Shimenawa).

Kami - Katze

Neben vielen anderen Kami, sehr häufig ist beispielsweise der Fuchs (Kitsune) zu sehen, ist auch die Katze ein verehrtes Geistwesen des Shinto.

Nekogami, wie die als Kami verehrten Katzen genannt werden, wurden häufig in der Edo-Periode (1603-1868) zu solchen erhoben.

Sie schützten die Nahrungsvorräte der Menschen und die wertvollen Seidenraupen vor Nagetieren.

Tokyo, Katzenschrein
Tokyo, Katzenschrein © 2015, Marcus Skupin

Den Nekogami gewidmete Shinto-Schreiene finden sich in vielen Teilen Japans. Eine Zentrum der Katzenverehrung ist die Präfektur Miyagi, wo es allein zehn Shinto-Schreine gibt, die einem Katzenkami geweiht sind.

Der Nekogami-Jinja beispielsweise soll im Jahr 1602 zu Ehren der überlebenden Katzen eines Feldzuges durch Shimazu Yoshihiro, Fürst von Satsuma (1535-1619), gestiftet worden sein. Von den sieben Katzen, die an diesem Feldzug beteiligt waren um dem Herrn durch die Form ihrer Pupillen die Tageszeit anzuzeigen, überlebten zwei. Aus Dankbarkeit für die treuen Dienste errichtete Shimazu den Schrein, der heute hauptsächlich von Pilgern aufgesucht wird, die für die Gesundheit ihrer Katzen oder für ein Wohlergehen verstorbener Katzen im Jenseits beten möchten.

Keine Kami sind übrigens die japanischen Dämonenkatzen Bakeneko, Kasha und Nekomata. Auch der bekannte japanische Glücksbringer, Maneki-Neko, ist eigentlich kein Kami, obwohl Maneki-Neko durchaus auch in Shinto-Schreinen zu finden ist.

  • Die Katze in Japan

    Die Katze soll etwa zwischen dem 6. und 9 Jahrhundert aus China nach Japan "importiert" worden sein. Grund für diese Importe war die Aufgabe der Katzen, wichtige, buddhistische Schriften vor Mäusen...