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Gepard in Meyers 1907

Der folgende Lexikonartikel stammt aus dem Jahr 1907 und ist daher in Teilen nicht mehr aktuell.

Gepard (Jagdleopard, Jagdtiger, Cynailurus Wagl.)

Gattung der Raubtiere, gewissermaßen den Übergang von den Katzen zu den Hunden bildend, Tiere mit katzenartigem Kopf und Schwanz, hohen, hundeartigen Beinen, nicht ganz zurückziehbaren, daher sich abnutzenden Krallen und rauhem, struppigem, buntem Pelz mit mähnenartig verlängertem Haar am Nacken und Vorderrücken.

Der Tschitah (C. jubatus Schreb.), 1 m lang, mit 65 cm langem Schwanz, sehr kleinem Kopf und licht gelblichgrauem, schwarz und braun geflecktem, namentlich auf dem Rücken langem und struppigem Pelz.

Der afrikanische G. (Fahhad, C. guttatus Herrm.), ist mähnenlos, orangegelb, am Bauch weiß und ungefleckt, etwas hochbeiniger als der vorige. Er findet sich in Afrika, der Tschitah im südwestlichen Asien.

Der G. ist ein echtes Steppentier und nährt sich von mittelgroßen und kleinen Wiederkäuern, die er durch List erbeutet. Er wird ungemein zahm, und man benutzt ihn in Persien und Ostindien oft in zahlreichen Meuten zur Jagd. Der deutsche Kaiser Leopold I. jagte mit zwei Geparden, die er vom türkischen Sultan erhalten hatte. Auch in Abessinien wurde der G. früher als Jagdtier benutzt, und noch jetzt tun dies die Araber der nördlichen Sahara. Man setzt dem G. zur Jagd eine Haube auf und führt ihn auf einem zweiräderigen Karren, auch wohl auf dem Pferd, mit sich, bis man in die Nähe eines Rudels Wild gekommen ist, auf das dann der enthaubte G. losgelassen wird.

Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 7. Leipzig 1907, S. 618

  • Geparde

    Der Gepard nahm taxonomisch lange Zeit eine Sonderstellung in der "Welt der Katzen" ein, da er weder zu den sogenannten Großkatzen, wie Löwe und Tiger, noch zu den Kleinkatzen gezählt wurde...