Lebensraum & Verhalten

Die chilenische Waldkatze lebt in einem begrenzten Gebiet der Wäldern Zentral- und Südchiles sowie dem angrenzenden Teil Argentiniens. Auch auf den Inseln vor der chilenischen Küste, beispielsweise Chiloé, ist sie heimisch. Hier ist sie wegen des weitgehenden Fehlens von Feinden sogar besonders häufig.

In ihrer Heimat kommt die Katze in Höhen bis zur Baumgrenze in 1900 bis 2500 Metern vor. Dabei ist sie sehr eng an die feuchten Mischwälder der südlichen Anden sowie der Küstenregionen gebunden, vor allem an die immergrünen Regenwälder mit einem starken Gräserbewuchs im Unterholz. Auch der Lebensraum in Argentinien zeichnet sich entsprechend durch Mischwälder mit starkem Unterbewuchs, Epiphyten und Lianen aus. Neben diesen Gebieten kann die Chilenische Waldkatze auch wesentlich seltener in den laubwerfenden Regenwaldgebieten vorkommen, außerdem im feuchten Buschland und in Nadelgehölzwäldern.

Aus dem benannten Buschland ist bislang nur ein einziges Exemplar aus dem Gebiet von Valparaiso beschrieben. Dieses Exemplar war auffällig heller als die Verwandten in den Regenwäldern, weshalb es als eigene Unterart mit dem wissenschaftlichen Namen Oncifelis guigna molinae beschrieben wurde, die jedoch nicht anerkannt ist.

Gegenüber Veränderungen und Besiedlungen ist die Chilenische Waldkatze ziemlich unempfindlich und sie lebt auch in der Umgebung von Ortschaften oder kultivierten Agrarflächen. Die Umgebung von Valparaiso etwa, wo die Katze heute noch heimisch ist, ist bereits seit über 1.000 Jahren dauerhaft besiedelt und wurde vor etwa 150 Jahren mit Ausnahme weniger Waldinseln vollständig gerodet.

Bei Untersuchungen auf den Chiloe-Inseln in den Jahren 1997-1998 bei denen 7 Tiere mit Funkhalsbändern ausgestattet wurden, hat man festgestellt, dass die Katzen sowohl dämmerungs- als auch tagaktiv sind. In der Dämmerung wurden längere Strecken von bis zu 5 km zurückgelegt. Am Tage fanden solche Bewegungen nur in dichter Vegetation statt.

Über das Sozialverhalten sind keine genaueren Angaben gesichert. Gerüchte über ein stark ausgeprägtes Sozialverhalten bis hin zur Rudelbildung sind bislang nicht zu bestätigen.

Die Tragzeit beträgt etwa 10 Wochen. Im Wurf befinden sich zwei bis drei Junge.