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Satan

Satan ist der Gegner, Widersacher (hebr.) und schließlich der Feind des Schöpfers. Er gilt oft als Oberster und mächtigster der gefallenen Engel und als Fürst der Hölle. Nach Boudet [4],[5] ist Satan jedoch "nur" der dritte Fürst der Hölle, nach Luzifer und Bezlebuth. Synonym für Satan wird im Talmud der Name Belial benutzt. Im arabischen heißt Satan (der Teufel) Iblis oder Saitan.

Satan ist kein Eigenname sondern eine Funktionsbezeichnung als "Ankläger, Verführer", der die Menschen in Versuchung führt. Zunächst noch im Auftrage des Schöpfers tätig (AT), wendete sich Satan vor langer Zeit vom Schöpfer ab und führte die "Rebellion der Engel" an [3].

Die Macht Satans ist jedoch nicht unendlich. Er ist wie alle Alten Wesen bloß ein Geschöpf; zwar mächtig, weil er reiner Geist ist, aber doch nur ein Geschöpf. [...] Satan ist auf der Welt aus Haß [...] Sein Tun bringt schlimme geistige und mittelbar selbst physische Schäden über jeden Menschen und jede Gesellschaft. [6] (395)

Der Eigenname des Satans lautet wohl Samael (auch: Sammane, Sammuel, Samuel, Semael, Semiel, Simjael). Der Name Samael wird unterschiedlich interpretiert. So als "Gift Gottes", als "blinder Gott" oder auch als "blinder Engel". Aus der Übersetzung als "blinder Engel" leitet sich wohl, in Verbindung mit Samaels späterer Rolle, auch die weitere als "Fürst der Dunkelheit" ab. Im Islam lautet der eigentliche Name Azazil.

Satan (Samael) soll einer der Anführer der Rebellion der Engel gewesen sein. Zusammen mit Lilith wird er im Zohar als Anführer der "anderen Seite" bezeichnet. Er ist zu diesem Zeitpunkt ein unreiner Geist.
Vor seinem Sturz dürfte Satan in der Engelhierarchie recht weit oben gestanden haben. Er war Mitglied des himmlischen "Hofstaats" [1]. Teils wird angenommen, er habe hierarchisch noch über den Seraphim gestanden. Aus dem Buch Hiob ergibt sich, dass Satan als einer der Gottessöhne vor den Schöpfer trat.

6 Es begab sich aber eines Tages, da die Gottessöhne kamen und vor den HERRN traten, kam auch der Satan unter ihnen. (Hiob 1,6)

Die Gottessöhne (auch Kinder Gottes) entsprechen der Engelshierarchie der "Bne Elohim" der jüdischen Kabbalah.

Samael

Samael wird als Engel mit 12 Flügeln beschrieben. Der Midrasch Genesis Rabbah 19 beschreibt den Engel Samael als Obersten der Satane und mächtigen Prinz der Engel im Himmel [2].

Als Altes Wesen hat Satan keine eindeutige Gestalt. Sofern er materialisiert, schreibt man ihm ein hässliches Aussehen zu. Er hat Hörner, soll schielen, erscheint mit Schwanz und Pferdefuß. Seine Manifestation erfolgt jedoch in verschiedener Gestalt, so als Frau, Vogel, Hirsch oder Ziegenbock [2]. Wobei er in seiner Gestalt auch verschiedene Erscheinungsformern zu einer vereinen kann.

Nach babylonischem Talmud muss er, Satan, an allen 364 Tagen des Sonnenjahres (der Zahlenwert von h n "der Satan" ist 364) die Menschen verklagen, am 365. Tag, an Jom Kippur, aber hat er keine Macht, weil es der Versöhnungstag ist, an dem alle Sünden vergeben werden (Babylonischer Talmud, Traktat Joma 20a) [2].

Der Islam beschreibt Saitan (Iblis) als obersten der Satane, der sich an unreinen Orten wie Grabstätten aber auch Ruinen aufhält, sich von unreinen Speisen ernährt und sich verbotenen Tätigkeiten wie Tanz, Musik und Poesie hingibt. Nach christlicher Deutung steht Satan mit der Todsünde des Zorns (Ira) in Verbindung. Ihm wird das Element des Feuers zugeordnet. Kehrt Satan vom falschen Wege ab (bekehrt sich), so soll auch der Rückweg der Menschheit zum Schöpfer beginnen.

Dem Buch Esperitz zur Folge hält Satan, der auch als "Isländer" bezeichnet wird, sich im Norden, in der Luft, nah bei uns Menschen, auf [5].

Nach dem Koran ist Satan zur geschlechtslosen Fortpflanzung in der Lage. Er legt Eier, die er selbst befruchtet (Zwitter), bedarf also keiner Partnerin [2].

Quellen:

[1] Frey-Anthes, Henrike: Satan (AT) in Bibellexikon, Der Satan im Himmel, 2009, https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/2611 (abgerufen am 29.08.2020)
[2] Frey-Anthes, Henrike: Satan (AT) in Bibellexikon, Wirkungsgeschichte, 3.3 Talmud, 3.5 Islam, 2009, https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/2611 (abgerufen am 29.08.2020)
[3] Haverkamp, Susanne: Die gefallenen Engel und die Teufel in Kirchenzeitung online, https://www.kiz-online.de/die-gefallenen-engel-und-die-teufel (abgerufen am 10.10.2020)
[4] Boudet, Jean-Patrice: Les who's who démonologiques de la Renaissance et leurs ancêtres médiévaux, Médiévales [Online], abgerufen am 29 octobre 2020. (https://journals.openedition.org/medievales/1019) Demonological who's who of the 16th century and their medieval ancestors, S. 117-140, 2003
[5] Boudet, Jean-Patrice: Hinweis auf das Buch Esperitz, frz., Cambridge, Trinity College, O.8.29, f 179-182v, Mitte 16. JH.
[6] Vatikan: Katechismus der Katholischen Kirche (KKK), RdNr. 395, 414, 1997 (http://www.vatican.va/archive/DEU0035/_P1H.HTM abgerufen am 08.12.2020)

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