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Die 7 Himmel

Der Himmel

Himmel & Erde
Himmel & Erde © Marcus Skupin, 2012

Die Alten Wesen leben hauptsächlich im "Himmel". Doch handelt es sich dabei nicht um den einen, sichtbaren Himmel, das Firmament.

Der "Himmel" besteht vielmehr aus drei Bereichen, dem Vorhof (Himmel 1 bis 3), dem Heiligtum (Himmel 4 bis 6) sowie dem Allerheiligsten (Himmel 7). Diese drei Bereiche verteilen sich also auf die 7 Himmel.

Die 7 Himmel

7 Himmel
7 Himmel © Marcus Skupin

Die 7 Himmel sind aufsteigend nummeriert. Der 1. Himmel ist der "unterste". Er schließt unmittelbar an den Bereich an, der von der Erde aus - durch nicht rein geistige Wesen (Alte Wesen) - erreicht werden kann. Der 7. Himmel hingegen ist der "oberste" Himmel, dessen für alle Kreaturen undurchdringbare Grenze von dem mystischen Sidarbaum gebildet wird (vgl. Araboth).

Aufbau der 7 Himmel

Triade Himmel hebr. Name deutscher Name Bereich
3. Triade 7. Himmel Araboth Gewölk Allerheiligstes
2. Triade 6. Himmel Machon Stätte Heiligtum
  5. Himmel Ma'on Burg Heiligtum
  4. Himmel Zebul Wohnung Heiligtum
3. Triade 3. Himmel Shehaqim Dunstwolke Vorhof
  2. Himmel Raki'a (Raquie) Veste Vorhof
  1. Himmel Vilon Vorhang Vorhof

Araboth - 7. Himmel

Öffnung des Himmeltores
Öffnung des Himmeltores © 2020, MaSk nach George Wooliscroft (1898)

Araboth ist der 7. Himmel. Er ist damit der oberste der Himmel, das Allerheiligste des Schöpfers. Araboth ist der einzige Himmel der 1. Triade.

Araboth besteht aus göttlichem Licht, das für den sterblichen Menschen unverständlich ist [4]. Seine äußere Grenze wird durch Sidrat al-Munthahas, einen großen mystischen Sidarbaum (oft auch: Lotos, wissensch.: Ziziphus spina-christi = Syrischer Christusdorn, *Anm. 1) gebildet. An dieser Grenze endet alles. Sie kann von keiner Kreatur überschritten werden, gleich ob sie von der Erde auf- oder aus den Himmeln herabsteigt [5].

In Araboth befindet sich der Thron der Herrlichkeit [2],[3]. Hier wohnen Hayyoth [3] (O)Phanim, Seraphim, die heiligen Tiere, die Dienstengel [2] sowie die noch erst künftig in Körper übergehenden Seelen und die Seelen der Gerechten [1]. So soll die Seele Abrahams sich im 7. Himmel aufhalten [4].

Gerechtigkeit, Reichtum und Heil, die Schätze des Lebens, die Schätze des Friedens und die des Segens [2]. Sie alle sind in Araboth ebenso zu finden, wie der Tau, durch den Gott einst die Toten auferwecken wird. [1],[2]

Machon - 6. Himmel

Machon ist der 6. Himmel. Er ist der obere Himmel der 2. Triade, die aus 3 Himmeln besteht und die das Heiligtum Gottes verkörpert.

Machon besteht - wohl eher im übertragenen Sinn - aus Gold bzw. Granaten und Rubinen.
Hier ist der gewöhliche Aufenthaltsort der Engel höherer Ordnung, deren Aufgabe darin besteht, dem Schöpfer zu dienen und ihn wegen der von den Gerechten aus Unwissenheit begangenen Sünden zu versöhnen [6]. Im Machon soll sich die Seele Moses aufhalten.

Ma'on - 5. Himmel

Ma'on ist der 5. Himmel. Er ist der mittlere Himmel der 2. Triade, die aus 3 Himmeln besteht und das Heiligtum Gottes verkörpert.

Ma'on besteht - wohl eher im übertragenen Sinn - aus Silber.
Hier ist der gewöhliche Aufenthaltsort von Engeln höherer Ordnung, deren Aufgabe darin besteht, denjenigen, die vor dem Angesicht Gottes stehen, die Antworten auf ihre Gebete zu überbringen [6].

In diesem 5. Himmel soll Aaron zu Gericht sitzen und mit ihm(dem Himmel) wird manchmal auch der oberste Wächter des Höllenfeuers, Malik, in Verbindung gebracht, der gemeinsam mit 18 weiteren Zebani (Zabaniyya) zu den islamischen Engeln der Hölle gehört.

Zebhul - 4. Himmel

Zebhul ist der 4. Himmel. Er ist der untere Himmel der 2. Triade, die aus 3 Himmeln besteht und das Heiligtum Gottes verkörpert.

Zebhul besteht im übertragenen Sinn aus Messing und weissem Gold. Hier ist der Aufenthaltsort des islamischen Propheten Idris, der wohl der biblischen Gestalt des Enoch entspricht, die noch zu Lebzeiten in die himmlische Sphäre aufstieg (Entrückung). Auch der Engel der Tränen, Cassiel (auch: Cafziehl, Quafsi'el) residiert hier.

In Zebhul dem mittleren aller Himmel erschallen unablässig Lobgesänge zu Ehren des Schöpfers [6].

Shehaquim - 3. Himmel

Shehaqim ist der 3. Himmel. Er ist der obere Himmel der 3. Triade, die aus 3 Himmeln besteht und den Vorhof zum Heiligtum Gottes verkörpert.

Shehaqim besteht im übertragenen Sinn aus Eisen und Perlen. Hier residieren Engel der niedrigeren Ordnungen, die Mächte der Heereslager, deren Bestimmung es ist, am Gerichtstage die Geister zu strafen, die der Verführung und der Nichtsnutzigkeit bzw. Wertlosigkeit (Beliar) anheim gefallen sind [6].

In Zebul residieren Joseph, der biblische Sohn Jakobs und Rachels sowie Azrael, der Engel des Todes.

Raki'a - 2. Himmel

Raki'a ist der 2. Himmel. Er ist der mittlere Himmel der 3. Triade, die aus 3 Himmeln besteht und den Vorhof zum Heiligtum Gottes verkörpert.

Raki'a besteht im übertragenen Sinn aus weissen Perlen. Raki'a wird von Engeln niederer Ordnung, den Geistern des Angriffs, bevölkert, die am Gerichtstage die Ungerechten züchtigen werden. Raki'a enthält in Vorbereitung auf das (jüngste) Gericht Feuer, Eis und Schnee in Bereitschaft [6].

In Raki'a residieren Johannes der Täufer und nach islamischer Lesart auch der Prophet Jesus von Nazareth.

Vilon - 1. Himmel

Vilon ist der 1. Himmel. Er ist der mittlere Himmel der 3. Triade, die aus 3 Himmeln besteht und den Vorhof zum Heiligtum Gottes verkörpert.

Vilon besteht im übertragenen Sinn aus Wasser. Vilon ist als unterster gleichzeitig der traurigste und finsterste aller Himmel, da er dem Ort der menschlichen Ungerechtigkeiten, der "irdischen Welt" am nächsten ist [6].

In Vilon residiert keines der Alten Wesen [6], doch sollen nach islamischer Lesart, Adam und Eva hier zu finden sein. Der Prophet Mohammed soll allerdings bei seiner Himmelreise im 1. Himmel auf den Engel Habib getroffen sein.

Anmerkungen

Anm. 1: Aus den Zweigen des Sidarbaumes soll auch die Dornenkrone Jesus Christus hergestellt worden sein.

Quellen:

[1] Pierer's Universal-Lexikon, Band 1. Altenburg 1857, S. 652
[2] Hagiga II, 1; 12b
[3] Talmud
[4] Abdullah, Yusuf Ali: The Holy Qur-an, Text, Translation and Commentary, Qatar National Printing Press. p.1139, n.3814, 1946
[5] Lambden, Stephen: The Sidrah (Lote-Tree) and the Sidrat al-Muntaha (Lote-Tree of the Extremity): Some Apects of their Islamic and Bābī-Bahā'ī Interpretations - In Two Parts, 2009,
http://www.hurqalya.pwp.blueyonder.co.uk/baha'i encyclopedia/SIDRAH-SIDRAT-BE.htm (abgerufen am 16.08.2020) mit Verweis auf As-Sa'di, Tafsir, 819
[6] Hahn, Theodor Ludwig, Dr.: Die Theologie des Neuen Testament, Leipzig 1854