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Cherubim

Cherubim im Tempel zu Jerusalem
Cherubim im Tempel zu Jerusalem © 2020, MaSk nach Abbildung von 1810 (Ausschnitt)

Die Cherubim sind Alte Wesen, die heute ebenfalls zu den höheren Engeln gezählt werden. Sie stehen nach den Seraphim an zweithöchster Stelle der Ordnung der Engel, bilden also den 8. Chor der Engel. Als Oberhaupt der Cherubim gilt Jophiel. Regierende Fürsten der Cherubim sollen auch Ophaniel und Kerubiel sein.

Ursprünglich wurden sie, als Cheruben, als eigene Form der Kreaturen betrachtet.

Cherub
Cherub © 2020, Marc Skupin

Cherubim ("Fülle der Erkenntnis" [6]), sind Verbreiter der Erkenntnis, Ergiesser oder Abglanz [2][6] der göttlichen Weisheit, Beschützer des Gartens Eden (Gen 3, 24), werden beim Bau der Stiftshütte (Ex 25, 18 ff) sowie beim Bau des Tempels Salomo (1 Kön 6, 23 ff) u.a. erwähnt.

Die Cherubim sind Engel der höchsten Triade der bekannten Ordnung der Engel und stehen dort auf mittlerer Stufe.

Die Bedeutung der Cherubim entspricht dem "Strom der Weisheit" [1] und die Fülle der Erkenntnis des Schöpfers [6]. Ihr Name bezeichnet ihr Wissen und ihre Vision von Gott und ihre Bereitschaft, die höchste Gabe des Lichts zu empfangen, und ihre Kraft, die übergöttliche Anmut in ihrer ersten offenbarten Kraft zu betrachten und erneut mit der Vermittlung dessen erfüllt zu werden was weise macht und ihren Drang, durch Ergießung der vom Schöpfer geschenkten Weisheit neidlos mit den Wesen zweiter Ordnung in Gemeinschaft zu treten [1].

In bildlichen Darstellungen werden Cherubim häufig als Kinder, pausbäckig mit winzigen Flügeln, ähnlich dem Liebesgott Amor dargestellt [3], eine Vorstellung die eher abwegig erscheint.
Andere Darstellungen sehen die Cherubim vieläugig dargestellt, mit 4 (manchmal auch nur 2 Flügeln) oder mit geflügeltem Haupt oder auf feurigen Rädern stehend, oft auch nur als geflügelte Köpfe [4].
Der Prophet Ezechiel (Hezekiel, 598 BC) beschreibt sie (Cap. 1 u. 10) als Gestalten mit 4 Gesichtern an einem Kopfe, nämlich mit Menschen-, Adler-, Löwen- u. Stiergesicht, mit 4 Flügeln u. Armen, mit Füßen eines Rindes, am ganzen Körper mit Augen bedeckt [5].

Quellen:

[1] Areopagita, Dionysius: Die himmlische Hierarchie, vol. 2. S. 1-66, Cap. VII, Abschnitt I, 1899
[2] Aquin, Thomas von: Summa Theologica, 13. JH AD
[3] Virtue, Doreen: Alles über Engel
[4] Götzinger, E.: Reallexicon der Deutschen Altertümer, S. 153-154, Leipzig 1885
[5] Pierer: Universal-Lexikon, Band 4, S. 668-669, Altenburg 1858
[6] Areopagita, Dionysius (ps.): De caelesti hierarchia, Himmlische Hierarchie, ca. 475, Übersetzer Stiglmayr, Josef, 1911 http://www.unifr.ch/bkv/buch96.htm (abgerufen am 20.11.2020)