Manx

Die Manxkatze erhielt ihren Namen nach der "Isle of Man", auch wenn sie dort ihren Ursprung eigentlich gar nicht haben soll (oder etwa doch?, vgl. Bungertz, Illustriertes Katzenbuch 1896 ...)

Manxkatzen "zeichnen" sich durch teilweise oder gänzlich fehlenden Schwanz aus, was auf das sogenannte Manx-Gen zurückgeht. Alle lebenden Manx tragen je ein Allel "M" und "m+" und sind somit heterozygot (mischerbig). Das Manx-Gen "M" ist ein sogenanntes Lethalgen. Embryos die reinerbig (homozygot) "M" sind, d.h. beide Allele "M/M" tragen, sterben vor der Geburt ab. Möglich ist auch Homozygotie "m/m". Diese Katzen haben dann einen normal langen Schwanz.

Bei der Manx besteht die Gefahr einer sogenannten Defektzucht, wegen des Risikos, nicht lebensfähige Nachkommen zu zeugen. Nachkommen können auf Grund von Verkürzungen der Wirbelsäule in - allerdings unterschiedlichem Maße - behindert sein.

Eine Verpaarung von Manxkatzen darf nur zwischen Tieren vorgenommen werden, von denen mindestens eines über einen - auch verkürzten - Schwanz verfügt.

Das deutsche Tierschutzrecht, insbesondere das "Gutachten zur Auslegung des § 11 b des Tierschutzgesetzes" sieht das Zuchtverbot für die Rasse vor.

Insbesondere enthält das Gutachten folgende Ausführungen zur Rasse:

"Manxkatzen weisen die Genkombination M +M auf und haben häufig Wirbelmißbildungen. Dies ist unabhängig davon um welchen Typ (rumpy, stumpy, tailed) es sich handelt.
Das Ausmaß der Defekte ist an die Schwanzlänge gekoppelt. Auswirkungen sind hauptsächlich bei den Hinterbeinen zu erwarten.

Besonders Manxkatzen des Typs "rumpy" oder "stumpy", neigen zu massiven Defekten im Bereich des Beckens sowie des Rückenmarks. Folge sind neurologische Ausfallerscheinungen und auch Schädigungen des Enddarms.

Im Einzelnen können folgende Defekte auftreten;

* Deformationen der Hinterhand (Becken und Hintergliedmaßen)
* asymmetrische und in der Anzahl reduzierte Wirbelkörper (Symptomenkomplex Spina bifida d.h. unvollständiger Schluss der Wirbelkörper) mit Fehlbildung (Dysplasie), Vorwölbung (Protrusion) des Rückenmarks oder der Rückenmarksumhüllung (Meningen),

Folgen:
hoppelnder Gang bis zur Lähmung (Hinterhandparalyse),
Enddarmvorfall (Rectumprolaps),
Fistelbildung zwischen After und Scheide (recto-vaginale Fisteln),
Fehlen der Afteröffnung (Atresia ani),
* Harn- bzw. Kot-Inkontinenz, Heraustreten der Augen aus der Augenhöhle (Exophthalmus),
* Gehirnmissbildungen (Anenzephalie),
* extreme Schmerzempfindlichkeit im Beckenbereich bei völlig schwanzlosen Tieren;"

Quellen:

* Gutachten zur Auslegung des § 11 b des Tierschutzgesetzes
* Bungertz, Illustriertes Katzenbuch, 1896