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Altes Katzen(un)wissen

Seit sich Katzen und Menschen erstmals begegnet sind, versucht der Mensch die Geheimnisse der Katze zu lüften.

Das Wissen über die Katze hat sich im Laufe der Jahrhunderte stets gemehrt und verändert. Die Sichtweise des Menschen auf die Katze als solche und auch auf das Haustier Katze ist durch neuere, "wissenschaftliche" Erkenntnisse, durch geänderte soziale und religiöse Vorstellungen sowie durch zahlreiche weitere Errungenschaften der Menschheit immer neu interpretiert worden.

Viele Annahmen und Gebräuche der Vergangenheit wurden letztlich obsolet und abgeschafft. Doch trotz allem halten sich einige der meist merkwürdigen Behauptungen über die Katze bis heute.

Verbreitung

Verbreitung
Bey den Alten sollen keine katzen heimsch gewesen sein / sondern alsammen wild / haben hernach heimsch gemacht alle heuser erfült. [4]

Die Spanier sollen sie zuerst nach Amerika gebracht haben. [2]

Die wilden werden in der Schweitz am meisten gefunden / die hispanischen einheimischen sind räuberischer als die unseren. [6]

Der Katzenkörper

Sie haben langes Haar an den Mäulchen. Wenn sie das verlieren, so werden sie ihrer Kühnheit beraubt. [3]

Teilweise korrekt. Gemeint sind die Vibrissen.

Jagdverhalten und Ernährung der Katze

Ernährung / Jagd
Sie kriegen oft gar Streit miteinander, darüber, dass ihresgleichen ihr gewöhnlich Platz behalte zum Mäusefang.
[3]

Korrekt, Katzen sind grundsätzlich territorial und verteidigen ihr Revier.

Wenn eine zahme Katze will wild werden, so schneide ihr die Ohren ab, dann fallen ihr die Regentropfen in den Kopf und dann mag sie nicht im Wald bleiben und wird wieder zahm.
[3]

Grausam und unsinnig!

Sie geht auch aufs Feld und würgt dort junge Haasen, die sie verzehrt. Ein altes Jagdgesetz befiehlt daher, denKatzen die Ohren abzustutzen. Dies hält sie ab, ins Feld zu gehen, da ihnen, was sie nicht vertragen können, die Thautropfen in die Ohren fallen.
[2]

Grausam und unsinnig!

Die Rattenshaare werden nur dann für sie nicht tödtlich, die sie mit dem Fleische der Ratten verschlingt, wenn man ihr bisweilen Butter oder Speck giebt. [2] (18xx)

Interessant, aber nicht logisch.

So man ihnen ihre ohre abscheidt / so bleiben sie allzeit bey dem hauß: dan sie mögen nicht leiden das ihnen eintropffen wasser od sunst ein starcker lufft in ihre oren komme. [4] (1563)

Grausam und unsinnig!

Heim finden

Zu bewundern ist, daß man diese Thiere bis 2 Meilen weit von sich, entfernen kann, und dem ungeachtet finden sie ihren alten Wohnort wieder auf, wo sie sich wohl befanden. (1832) [1]

korrekt

Elektrizität der Katze

Wenn man ihr im Dunkeln mit der trocknen Hand vom Schwanz nach dem Kopfe zu über den Rücken hinfährt, so fahren viele Funken mit einem Knistern aus ihren Haaren, und aus diesen elektrischen Ausdünstungen läßt sich auch wohl die Antipathie mancher Personen gegen diese Thiere erklären, die oft, wenn sie ihnen nahe sind, Aengstlichkeit und Ohnmacht bekommen, ohne sie zu sehen. [1]

Streicht man die Katze mit der Hand über den Rücken nach dem Kopfe zu, so bemerkt man im Dunkeln Funken, die aus ihren Haaren springen. Sollte diese Ausdünstung die Abneigung gewisser Menschen gegen die Katzen nicht erklären, die es in ihrer Nähe nicht aushalten können. [2]

Wenn sonsten der Katzen ihre Haare mit der Hand gestrichen werden, absonderlich im finstern, so fahren helle Funken heraus. [7]

Krankheiten, Sturz und anderer Unbill

Stürzt sie, indem sie unvorsichtig einen Raub erhaschen will, von einem hohen Baum oder Haus, oder wird sie leichtfertig von hohen Orten herabgeschleudert; so fällt sie sich selten todt, sondern steht, da sie während dem Fallen mit gebogenem Rücken beständig einen halben Zirkel in der Luft beschreibt, wenn sie auf die Erde kommt, auf allen vier vorgehaltenen Beinen, schüttelt sich einige Male und läuft mehrentheils unbeschädigt davon. [1] (1832)
grundsätzlich korrekt

Die Katze ist manchen Krankheiten unterworfen und hat mit vielen Feinden zu kämpfen. In den Eingeweiden hat sie Spul- und Bandwürmer und Föhe auf der Haut. [2]
Korrekt.

Die Katze wird oft vom Erbrechen und Husten gequält. [2]
Korrekt. Nötig um aufgenommene Haare wieder los zu werden.

Die ansteckenden Krankheiten von denen sie befallen wird, sind nicht selten für sie tödtlich. Wenn eine bösartige Krätze unter die Katzen kommt, so verlieren viele an derselben ihr Leben. [2]

Träume von Katzen

Träumet einem von Katzen, das bedeutet einen Ehebrecher. Denn wie die Katzen denen Vögeln nachstellet heimlich und stille, also stellet ein solcher denen Weibern nach, denn die Vögel werden denen Weibern verglichen, um der Schönheit, Lieblichkeit, und Freundligkeit, auch um des Geschwätzes und anmuthigen Gesang willen. [7, S. 46 mit Verweis auf Artemidorus, Lib.III.Cap.X.p.335]

weiteres Katzen(un)wissen

  • Vom Naturell und den Eigenschaften

    Das ist gar ein listig Tier, sagt Jacobus, es sieht so scharf, dass es die Maus in größter Finsternis sieht. [3] Nicht ganz richtig. Katzen können zwar auch in der Dämmerung gut sehen, da das Katze...

  • Nutzen der Katze

    Das Katzenfleisch ist eßbar, und schmeckt süßlich, wie Kaninchenfleisch; [das Gehirn aber soll giftig seyn.] [1] (1832) Essbar, ja; Geschmack, mir nicht bekannt *brrr* Der Balg ist gut zu Unterlag...

  • Gefahr und Schaden von der Katze

    Bei großem Hunger fallen sie öfters unwehrsame Kinder und Leichen an. [1] Unsinn, (1832) Sie verunreinigen mit ihrem übelriechenden Harn, das ganze Haus. [1] (1832) korrekt, wenn kein Katzenklo vo...

  • Fortpflanzung der Katze

    Wenn es [das Katzentier] unkeuscht, so wird es gern wild. [3] Den Anfang machen sie zu Ende des Januars, und beide Geschlechter geben ihre Begierden durch ein fürchterliches, dem Weinen der kleine...

Quellen des alten Katzen(un)wissens

[1] von Reider, Jacob Ernst; Hahn, K.W.: Gemeinnützige Naturgeschichte der Tiere Bayerns, Die zahme oder Hauskatze, 1832
[2] Müller, Anton: Die Reiche der Natur, Verlag Gottfried Vollmer, Hamburg, 18xx
[3] Magnus, Albertus: Das Buch der Natur, lateinisch 1230-1244; deutsche Übersetzung von Konrad von Mengenberg, zwischen 1349 und 1350
[4] Gesner, Dr. Conrad: Thierbuch, 1563, Übersetzung Conrad Foterder
[5] Becher, Johann Joachim: Zoologia, 1662
[6] von Hellwig, Christoph: Regnum Animale; Thier-Reich, 1716
[7] Carpzov, Christian Benedict: Kattologia, Leipzig, 1716