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West-Nil-Virus

Ansteckungsgefahr für Pferde und Vögel

Das West-Nil-Virus (WNV) wurde erstmals im Jahr 1937 im West-Nil-Distrikt in Uganda bekannt und kommt zwischenzeitlich weltweit vor. Es verbreitet sich seit Anfang der 1960er Jahre in Europa hauptsächlich im süd- und südosteuropäischen Raum. In den USA und Kanada ist die Ausbreitung seit dem Jahr 1999 in kurzer Zeit über den gesamten Kontinent erfolgt. Das Virus ist eng mit dem Usutu-Virus verwandt, das in Deutschland vermehrt bei toten Wildvögeln nachgewiesen werden konnte.

Das Virus führt hauptsächlich zu Infektionen von Vögeln und Pferden; es ist zudem auf den Menschen übertragbar. So hat das amerikanische Zentrum für Seuchenkontrolle (CDC) seit dem ersten Auftreten des vom Virus verursachten West-Nil-Fieber in den Vereinigten Staaten im Jahr 1999 bis zum Jahr 2018 insgesamt 50.830 Infektionen mit 2.330 Toten gemeldet [2].

Die Übertragung erfolgt durch Stechmücken.

In Deutschland wurde der erste Fall eines mit dem West-Nil-Virus infizierten Vogels im August 2018 festgestellt. Betroffen war ein Bartkauz aus Volierenhaltung in Halle a. d. Saale. Bis Ende des Jahres 2018 konnte ein Nachweis bei insgesamt 12 Vögeln sowie zwei Nachweise bei Pferden erbracht werden. Im Juli 2019 ergaben Untersuchungen einen weiteren Fall, so dass davon auszugehen ist, das das Virus in heimischen deutschen Stechmücken überwintern konnte.

[1] Friedrich-Löffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, https://www.fli.de/index.php?id=1163&L=344 (abgerufen am 15.03.2020)
[2] CDC, Centers for Disease Control and Prevention: https://www.cdc.gov/westnile/statsmaps/cumMapsData.html#three (abgerufen am 21.03.2020).