Tigergesicht im Bambus
Hauskatze
Birmakatze auf Wiese
Sandkatze
Luchs am Wasser
Eurasischer Luchs
liegender Gepard
Hauskatzen am Topkapi

Ebstorfer Weltkarte, 1240-1300

Die Ebstorfer Weltkarte

Ebstorfer Weltkarte

bearbeitet Version: Welt der Katzen

Erst 500 bis 600 Jahre nach ihrer vermutlichen Entstehung im niedersächsischen Ebstorf wurde im Jahre 1830 in einem ehemaligen Kloster der Bendikterinerinnen die etwa 13 qm große Weltkarte wiederentdeckt.

Die nach Osten ausgerichtete Karte enthält neben Informationen zu den drei damals kirchlich anerkannten Kontinenten (Europa: links unten, Asien: oben und Afrika: rechts) auch Daten zur bekannten Tier- und Pflanzenwelt. Im Mittelpunkt der Karte steht Jerusalem, nach links versetzt vom zentral am oberen Rand abgebildeten Gesicht Jesus, ist der Garten Eden dargestellt.



Großkatzen auf der Weltkarte

Die Ebstorfer Weltkarte enthält Infos zu drei Großkatzenarten. Neben dem Löwen sowie einem kurzen Absatz zum Tiger wird der Panther charakterisiert.

VOM LÖWEN

Man sagt, es gebe 3 Arten von Löwen. Von denen sind die mit kurzer und krauser Mähnefriedlich, diemit langer und glatter Mähne grimmig.
Ihre Laune zeigt sich an Gesichtsausdruck und Schweifhaltung. Ihre Tapferkeit hat den Sitz in der Brust, ihre Standhaftigkeit im Kopf.
Wenn sie von Jägern umzingelt sind schauen sie zu Boden um nicht vor dem Anblick der Jagdspieße zu erschrecken. Den Lärm rollender Räder fürchten sie, aber noch mehr das Feuer. Beim Schlafen bleiben die Augen offen.Auf der Flucht verwischen siemit dem Schwanz ihre Spur, damit sie der Jägernicht findet. Ein Neugeborenes schläft, so sgt man, drei Tage und Nächte. Danach wird es vom Geschnaube oder Gebrüll des Vaters auferweckt und öffnet die Augen. Dem Menschen gegenüber geraten die Löwen von Natur aus nicht in Zorn, außer wenn sie verletzt sind. Ihre Gutartigkeit offenbart sich immer wieder. Wer sich vor ihnen als Gefangener zu Boden wirft, den verschonen sie vor dem Verderben. Selbst bei größtem Hunger fallen sie den Menschen nicht an. So Lukrenz (5, 1035) "Vom Schlaf des Löwen".

DER TIGER

Der Tiger heisst so, weil er pfeilschnell ist. Sein Name bedeutet "Pfeil" bei den Persern und Medern.

Das Tier ist mehrfarbig gefleckt, ein Wunder an Kraft und Schnelligkeit. Die meisten davon gibt es in Hyrkanien.

VOM PANTHER

Der Panther heisst so, weil er zu allen Tieren freundlich ist, ausgenommen die Drachen und Ihresgleichen. Denn "Pan" heisst "alles".

Das Tier ist mit winzigen runden Flecken übersät und gleichsam gesprenkelt; man unterscheidet schwarze und weiße.

Das Tier kann nur ein einziges Mal gebären. Der Grund ist einleuchtend. Denn wenn im Bauch der Mutter die Jungen zur Geburtsreife herangewachsen sind, hassen sie die Verzögerung der Geburt. Daher reißen sie die von der Leibesfrucht pralle Gebärmutter, die verschlossen bleibt, mit den Krallen auf. So bringt oder vielmehr reißt das Tier sein Junges unter drängendem Schmerz zur Welt. In einem derart zerstörten Uterus kann der männliche Samen nicht haften bleiben, sondern fließt wirkungslos ab. So sagt auch Plinius, daß Tiere mit scharfen Krallen nicht oft gebären können wegen der Verletzungen, die durch die Bewegungen der Tierjungen im Mutterleib entstehen.