Gepard in Pierer's 1859

Der folgende Lexikonartikel über den Gepard stammt aus dem Jahr 1859 und ist daher in Teilen nicht mehr aktuell.

Gepard (Gepardkatze, Jagdpanther, Jagdleopard, Felis jubata, F. guttata L.)

Art aus der Gattung Katze, die Untergattung Hundskatze (Cynofelis Duvern., Cynailurus Wagl.) bildend, heißt persisch Palenk u. Youze, arabisch Fahad u. Fadh, indisch Chittah, neigt sich in seiner Bildung u. seinen Manieren zum Hundegeschlechte hin, hat wenig gebogene, wenig spitzige u. nicht zurückziehbare Krallen, eine kurze Nackenmähne, ziemlich hohe Beine, in der Mitte viel gewölbteren Kopf als bei den übrigen Katzen, eine runde Pupille u. trägt den Schwanz wie der Hund.

Die Farbe des G. ist erbsgelb, unten blässer, überall mit einfachen, schwarzen Flecken, von den Augen läuft eine Sförmige schwarze Linie nach dem Mundwinkel, u. der ziemlich lange Schwanz ist eben so gefleckt, vor der Spitze aber schwarz geringelt. Länge 3 Fuß 2 Zoll, Schwanz gegen 2 Fuß.

Er wohnt in Afrika am Senegal, selten am Cap, außerdem an der südöstlichen Spitze des Kaspischen Meeres, in der südlichen Kirgisensteppe, in Ostindien, auf Java u. Sumatra; dient in Persien u. Ostindien zur Jagd u. ist so gut abgerichtet als ein Hühnerhund, der Jäger nimmt ihn hinter sich aufs Pferd u. zieht ihm eine Kappe über den Kopf, die er ihm abnimmt, wenn er das Thier, das er durch große Sprünge erhascht, verfolgen soll. Ist die Jagd vorbei, so legt sich das Thier wieder u. läßt sich ruhig die Kappe über den Kopf ziehen. Schon Franz I. von Frankreich hatte einen G. Der Pelz wird als Guepard geschätzt.

Pierer, Eugen: Pierer's Universal-Lexikon, 4. Auflage, Band 7, Altenburg 1859, S. 213

  • Geparde

    Der Gepard nahm taxonomisch lange Zeit eine Sonderstellung in der "Welt der Katzen" ein, da er weder zu den sogenannten Großkatzen, wie Löwe und Tiger, noch zu den Kleinkatzen gezählt wurde...