Margay-Fortpflanzung
Die Weibchen der Langschwanzkatze sind bereits im Alter von unter 1 Jahr geschlechtsreif. Nach Feststellungen von Petersen und Petersen aus dem Jahre 1978, durchschnittlich zwischen dem sechsten und zehnten Lebensmonat.
Männliche Margay verfügen im Verhältnis zur Körpergröße über vergleichsweise große Hoden (gonadosomatische Index (GSI) bei etwa 0.14, damit höher als bei vielen anderen neotropischen Feliden). Das deutet auf eine relativ hohe energetische Investition in die Spermienproduktion hin [7].
Die Spermienproduktion des Margay zeigt saisonale Schwankungen. Ähnlich wie bei der Hauskatze treten Spitzenwerte im Sommer auf, während im Winter geringere Aktivität beobachtet wird [7].
Die Spermienkonzentration des Margay zeigt eine hohe individuelle Variation. Studien belegen Werte zwischen 14 × 10⁶/ml und 75 × 10⁶/ml. Unterschiede entstehen dabei allerdings auch durch die Häufigkeit der Probenentnahme und die Methode der Spermagewinnung (Elektroejakulation).
Spermaqualität / Morphologie
Beim Margay treten bestimmte Spermienanomalien besonders häufig auf. Dazu gehören gebogene Schwänze (≈22 %), gebogene Mittelstücke mit Zytoplasmatröpfchen (≈11 %), proximale Tröpfchen (≈5 %) sowie abnorme Akrosomen (≈5 %). Diese Defekte können die Beweglichkeit und Befruchtungsfähigkeit beeinträchtigen [7].
Der Sexualzyklus der Langschwanzkatze dauert zwischen 32 und 36 Tagen, die Begattungsbereitschaft (Östrus) etwa 4 bis 10 Tage.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Katzenarten wird der Eisprung beim Margay nicht erst durch den Paarungsakt induziert [3];[6]. Die männlichen Tiere verfügen nicht über die sonst bei Katzen üblichen keratinisierten "Penisstacheln" [3];[7]. Das ist reproduktionsbiologisch relevant, da diese Strukturen bei anderen Feliden zur mechanischen Stimulation während der Kopulation beitragen. Beim Margay erfolgt die Paarungsstimulation daher überwiegend neuroendokrin und verhaltensbasiert.
Margay‑Weibchen ovulieren primär oder episodisch spontan am Höhepunkt der Brunst, ohne 'äußere' mechanische Reize.
Die Tragzeit des Margay liegt in Gefangenschaft zwischen 76 und 84 Tagen. Bei Margays in freier Wildbahn könnte die Tragzeit hingegen nach Schätzungen, etwa 70 Tage betragen [1]. Im Schnitt werden die Jungkatzen nach 80 bis 81 Tagen geboren, wiegen zu diesem Zeitpunkt bis zu 165 Gramm. Mit diesem Gewicht sind sie bei der Geburt fast doppelt so groß, wie neugeborene Hauskatzenbabys, was auf die lange Tragzeit und die geringe Wurfgröße zurückgeführt werden kann.
Die Würfe von Langschwanzkatzen bestehen aus 1-2 Jungtieren. Meist kommt jedoch nach einer Tragzeit von etwa 80 Tagen nur ein Junges zur Welt (durchschnittliche Wurfgröße = 1,09 nach Oliveira und Cassaro, 2005). Größere Würfe wären bereits deshalb problematisch, da die Langschwanzkatze nur über 2 Zitzen verfügt.
Aus diesem Grund haben größere Würfe oder Zwillinge, welche bei dieser Art ohnehin eine extreme Seltenheit darstellen, in der Praxis kaum Überlebenschancen [5].
Die geringe Wurfgröße des Margay ist unter den Katzen außergewöhnlich und spiegelt seine hohe Spezialisierung sowie die geringe Reproduktionsrate wider. Als baumbewohnende Art investiert der Margay stark in die Aufzucht einzelner Jungtiere. [4]
Der Nachwuchs wird bis zu 52 Tage gesäugt, d.h. spätestens mit etwa 8 Wochen (Gewicht der Kätzchen dann etwa 750 Gramm) wird nur noch feste Nahrung aufgenommen.
Nach Postanowicz, R. (lioncrusher.com, 1997-2008) sind Langschwanzkatzen nicht an eine feste Paarungszeit gebunden, paaren sich jedoch maximal einmal im Jahr.
Breitenmoser [2] berichtet von möglichen Verpaarungen mit dem Ozelot (Hybridisierung).
Quellen:
[1] Downey, Patricia Jean: Umfrage zur Beurteilung der Verteilung des Margay im El Cielo Biospheren Reservat, Tamaulipas, Mexiko, 1994 mit Hinweis auf Tewes und Schmidly, 1987
[2] Breitenmoser, Urs: Cat Specialist Group der SSC (Species Survivel Commission), online, www.catsg.org
[3] de Morais, Rosana Nogucira (2008): Reproduction in small felid males in Biology, Medicine, and Surgery of South American Wild Animals, Herausgeber: Murray Fowler, Zalmir S. Cubas, Wiley-Blackwell, ISBN: 978-0-470-37676-8
[4] Sunquist, M., F. Sunquist. (2002). Wild Cats of the World. University of Chicago Press, Chicago and London. ISBN 0-226-77999-8
[5] Zoo Berlin (2026): Premiere nach über 180 Jahren - Margay-Jungtier im Zoo Berlin geboren. https://www.zoo-berlin.de/de/aktuelles/news/artikel/premiere-nach-ueber-180-jahren (Abgerufen am 01.07.2026)
[6] Stewart, Rosemarie A., Pelican, M., Crosier, E., et al. (2012): Oral Progestin Priming Increases Ovarian Sensitivity to Gonadotropin Stimulation and Improves Luteal Function in the Cat, BIOLOGY OF REPRODUCTION, 87(6):137, 1–11, Published online before print 24 October 2012. DOI 10.1095/biolreprod.112.104190
[7] Ceregatti, G. & Feitosa, W.B. (2023): Male reproductive physiology of neotropical felids, Theriogenology Wild 2 (2023) 100023, Elsevier
Artikelinformation
Skupin, Marcus (o.J./2026): Fortpflanzung des Margay, Welt der Katzen <online>
Autor: Marcus Skupin
Aktualisierung: 1. Juli 2026

