Sie sind hier: Welt der Katzen » Alte Wesen » Dämonen

Aschmodai

Aschmodai (Zerstörer), auch Asmodaj, Asmodeus, Asmodee oder Asmodi ist nach dem Talmud der Oberste der bösen Geister (Dämonen). Er wurde einst von König Salomo gebunden, überlistete diesen jedoch. Vor dem Fall der Engel soll Asmodeus der Ordnung der Seraphim angehört haben (so auch [5]). Andere Quellen sehen Asmodai als gestürzten Engel aus dem Chor der Cherubim [9].

Asmodi wird oft mit Satan gleichgesetzt. So soll er den ersten Menschen im Paradies in Gestalt der Schlange erschienen sein und zählt nach den Schriften der Ars Goetia neben Belial, Bileth und Gaap zu den Oberhäuptern der von Salomo gebundenen Dämonen. Sein Erscheinungsbild wird mit drei Köpfen, Bulle, Mensch und Widder, beschrieben [1].

Im Buch Esperitz [3] wird Asmoday als großer König geführt, der 12 (XII) Legionen führt. Das Buch Abramelin [6] sowie das Seltene Kompendium der gesamten Zauberkunst [8] führt Asmodee als einen von 8 Unterfürsten der zweiten Herrschaftsebene der Dämonen.
Allein unterstehen ihm dort 16 weitere Geister und gemeinsam führt er 53 Geister mit ASTAROTH und 15 Geister mit MAGOT.

Bereits im Alten Babylonien war der Dämon Aschmedai bekannt. Dort begegnete er beispielsweise den Frauen, als "Krankheitsdämon", während der Menstruation. [4] Nach [10] provoziert er Streit und fördert das Verlangen nach Rache.
Nach christlicher Anschauung ist Asmodeus die Todsünde der Wolllust zugeordnet. Er ist auch Störer des ehelichen Glücks [7].

Aschmodai verführt die Menschen zur Mutlosigkeit [5]. Er soll im Sternbild des Großen Wagen residieren. Der Erzengel Raphael bannte ihn einst in den Wüsten Ägyptens [7][10]. Er ist dem Planeten Merkur zugeordnet [9].

Einer Legende zur Folge könnte Asmodeus ein Nachkomme aus der Liaison einer Menschenfrau mit dem Namen "Naamah" und einem gefallenen Engel sein [10]. Damit wäre Asmodeus dann als einer der Nephilim zu betrachten. Pikant: Im Tanach (Genesis 4:22) ist Naamah der Name einer Nachfahrin Kains (Kainitin), evtl. auch Nachfahrin des Seth (Sethitin). Sie soll Gattin Noahs, evtl. aber auch Ehefrau dessen Sohnes, gewesen sein. Zeitlich würden diese Angaben passen, da einer der "Zwecke" der Sintflut darin bestand, die Nephilim zu vernichten.

Quellen:

[1] Ars Goetia
[2] Boudet, Jean-Patrice: Les who's who démonologiques de la Renaissance et leurs ancêtres médiévaux, Médiévales [Online], abgerufen am 29 octobre 2020. (https://journals.openedition.org/medievales/1019) Demonological who's who of the 16th century and their medieval ancestors, S. 117-140, 2003
[3] Boudet: Hinweis auf das Buch Esperitz, frz., Cambridge, Trinity College, O.8.29, f 179-182v, Mitte 16. JH.
[4] Fricke, Kirsten: Dämonen und Dämonenabwehr in Babylonien und Assyrien, WWU Münster, Grin-Verlag, 2001
[5] Michaelis, Sebastian: The admirable history of the posession and conuersion of a penitent woman ..., 1613, https://quod.lib.umich.edu/e/eebo/A07467.0001.001?view=toc (abgerufen am 10.12.2020)
[6] Worms, Abraham von: Buch der wahren Praktik in der uralten goettlichen Magie, Abramelin, Abschrift: Herausgeber Peter Hammer, 1725
[7]
Pierer: Universallexikon, Band 1, S. 822, Altenburg 1857
[8]
Unbekannt: Seltenes Kompendium der gesamten Zauberkunst: Compendium rarissimum totius Artis Magicae sistematisatae per celeberrimos Artis hujus Magistros 1057 + Noli me tangere +, Österreich, 1760
[9]
Hanig, Roman: Die dämonische Hierarchie des Engelwerks
[10]
Webster, Richard: Encyclopedia of Angels, Llewellyn Pub., ISBN: 978-0738714622, 01.02.2009

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren, Dienste anzubieten, um Werbung anzuzeigen (auch interessenbezogene Werbung) und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit der Auswahl „Alle erlauben“ erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen auch zu den Alternativen, Cookies zuzulassen oder sie zu deaktivieren, erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.