Japanese Bobtail

Die japanische Stummelschwanzkatze, so die deutsche Bezeichnung, ist in ihrer Heimat, Japan eine "gewöhnliche Hauskatze" und erlebte wie ihre Artgenossen weltweit, Höhen und Tiefen. Bereits um 1800 wurden Japanese Bobtail als Spielgefährten von Japanerinnen gehalten.

Die dreifarbige, schwarz-weiß-rot gescheckte Variante, ist auf zahlreichen, alten japanischen Zeichnungen zu sehen und gilt unter dem Namen "mi-Ke" (bedeutet soviel wie drei Felle") als Glücksbringer.
Müller beschreibt die "kurzgeschwänzte Hauskatze von Japan" in seinem Werk "Die Reiche der Natur" als Katzen mit einem besondes schön gezeichneten Fell, das eine gelbe und hellgraue Farbe mit schwarzen Querstreifen aufweist. Der Rücken soll bis zum Schwanz mit einem schwarzen Strich gezeichnet sein. Brust und Unterleib seien hellgrau, Gesicht und Halsunterseite weißlich.

Ende der 60er Jahre wurden die Tiere von einer Amerikanerin als potentielle Rassekatze entdeckt und wenige Jahre später als Rasse beim amerikanischen Verband CFA registriert.

Die Japanese Bobtail ist mittelgroß und muskulös. Sie steht auf langen Beinen und schönen, ovalen Pfoten. Ihr Kopf hat die Form eines gleichschenkligen Dreiecks, mit leichten Einbuchtungen hinter den Schnurrhaarkissen. Weitere Einzelheiten finden sich im Zuchtstandard.

Wesentliches rassebildendes Merkmal ist der kurze Stummelschwanz, dessen Länge zwischen 3 und 8 cm variieren kann. Er ist deutlich sichtbar ein- oder mehrfach geknickt oder abgewinkelt und wirkt durch die längere Behaarung wie eine Quaste. Ausgestreckt darf seine Länge nicht mehr als 14 cm betragen.

Im Gegensatz zu anderen Katzenrassen mit gleichem Merkmal der Kurzschwänzigkeit (z.B. Manx), wird dieses bei der Japanese Bobtail nicht durch einen Lethalfaktor bestimmt. Verpaarungen von rassegleichen Tieren bringen Junge mit unterschiedlicher Schwanzlänge, jedoch nie schwanzlosen oder normalschwänzigen Nachwuchs hervor.

Im deutschen Tierschutzrecht, insbesondere im "Gutachten zur Auslegung des § 11 b des Tierschutzgesetzes" wird die Rasse aufgrund des rassebildenden Hauptmerkmals erwähnt. Zuchteinschränkungen sind allerdings nicht vogesehen.
Insbesondere enthält das Gutachten folgende Ausführungen zur Rasse:

"es liegen derzeit keine detaillierten Untersuchungen über das Auftreten begleitender Defektmerkmale (Wirbelverwachsungen, gesteigerte Schmerzempfindlichkeit im Schwanzbereich) vor."

Untersuchungen aus dem Jahr 2007 haben gezeigt, dass die Japanische Bobtail, überraschend, genetisch eng mit den Katzenpopulationen Westeuropas verbunden ist.
Die Rasse hat zwar einigen Einfluss aus Katzenpopulationen Asiens erfahren, stimmt aber genetisch zum größten Teil mit Katzen aus Westeuropa überein.

Quellen:

* Müller, Anton, "Die Reiche der Natur", ca. 1810
* Lipinski, Monika J.; Froenicke, Lutz; Baysac, Kathleen C. u.a., The ascent of cat breeds: Genetic evaluations of breeds and worldwide; random-bred populations, Genomics 91, 12-21, 2008