Sie sind hier: Startseite » Katzen A-Z » Medizin » Seuchen

Usutu-Virus

Das Usutu-Virus (USUV) wird durch Stechmücken übertragen und kommt ursprünglich in Afrika, Südostasien und Südamerika vor. Es handelt sich beim USUV um ein RNA-Virus, das eng mit dem West-Nil-Virus verwandt ist und das in Europa erstmals im Jahr 1996 auftrat.

Primärwirte für das Virus sind Wildvögel, die allerdings im afrikanischen Ursprungsgebiet nicht erkranken. Die Übertragung erfolgt durch Stechmücken.

Vermutlich durch Vogelzug und Warentransporte hat sich das Virus seit 1996 zunehmend über Europa verbreitet. Nach Italien (1996) wurde das Virus in Österreich (2001), Ungarn (2005), der Schweiz (2006), Spanien (2006) und Deutschland (2010 bei Mücken) nachgewiesen, ohne dass es zu einer erhöhten Mortalität kam.

In 2011 löste das Virus ein massives Vogelsterben unter anderem bei Amseln und Käuzen aus. Auch Zoo- und Eulenvögel in Volierenhaltung waren betroffen.
In den Folgejahren kam es erneut zu regional begrenzten Todesfällen. Seit 2018 tritt das Usutu-Virus bundesweit auf.

Infizierte Vögel taumeln und verdrehen die Köpfe (Störung des zentralen Nervensystems). Unter anfälligen Vogelarten kann es zum Massensterben kommen.

Das Usutu-Virus ist in der Lage, die Artenschranke zu überspringen. So sind Übertragungen auf Pferde und Hunde in Marokko, sowie auf Pferde in Italien, kroatien und Serbien nachgewiesen worden. Die Tiere erkrankten nicht, waren jedoch infiziert, was durch entsprechende Antikörper belegt werden konnte. Berichte über infizierte Katzen liegen bisher nicht vor.

Im Herkunftsgebiet wurde in Einzelfällen eine Übertragung auf Menschen mit geschwächtem Immunsystem festgestellt (erstmals im Jahr 1981 in der Zentralafrikanischen Republik).
Die Infektion führte zu grippeähnlichen Symptomen (Fieber, Kopfschmerz) und Hautausschlägen. Auch das Auslösen einer Enzephalitis ist möglich.
In Deutschland sind Erkrankungen von Menschen bisher nicht bekannt geworden. Allerdings ließ sich das Virus bei Blutspendern in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien nachweisen.